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Kölner Gespräche: „Heiße“ Diskussionsrunden

Gestern fanden die vom Siegfried Rohn Verlag inszenierten Kölner Gespräche statt, dem Talk-Format in der Baumarkt- und Gartencenterbranche. Fast 100 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung im Kölner Maritim Hotel teil.

Kölner Gespräche 2015
Wieder "volles Haus" bei den Kölner Gesprächen
Foto: MAU

Traditionell sorgt der Siegfried Rohn Verlag für hochkarätige Redner, die auf den Kölner Gespräche sprechen. Beispielsweise war der Vortrag von Bernd Hilscher, Deutschlandchef Screwfix mit Spannung erwartet worden. Ziemlich genau ein Jahr nach dem Markteintritt der britischen Baumarktkette in Deutschland zog Hilscher ein interessantes Fazit über das, was bisher erfolgreich gelaufen ist und an welcher Stelle noch nach- und weiterbearbeitet werden muss. Aktuelle Zahlen, Daten, Fakten aus der DIY-Handelsbranche präsentierte Boris Hedde, Geschäftsführer  des Kölner Instituts IFH in seinen kurz eingeworfenen „Datenblitzen“.

Für besonderen Zündstoff sorgten allerdings die Diskussionsrunden während der Kölner Gespräche. Dr. Nektarios Bakakis, Noch-Geschäftsführer von Knauber, Peter Stechmann, Geschäftsführer Alpina Farben, und Boris Hedde, Geschäftsführer IFH, berichteten  als die Macher des Innovation Stores über die Erfahrungen, die nach nun einem Jahr in dem neuen Format gesammelt wurden. Weiterer Diskutant  war Boris Hedde vom IFH, der das Projekt von der wissenschaftlichen Seite her begleiutet hat. Moderiert wurde die Diskussion von Holger Externbrink, Geschäftsführer des Siegfried Rohn Verlags. Technische, innovative Lösungen seinen wichtig, sie dürften den Kunden aber nicht überfordern, lautete eine wesentliche Erkenntnis von Dr. Bakakis. Peter Stechmann ergänzte: Innovationen sind meistejnhs marktgetrieben und haben ihren Ursprunbg in den F&E-Abteilungen der Industrie. Das Beispiels Innovation Store zeigt aber, dass die Umsetzung in Zusammenarbeit mit dem Handel erfolgen muss.“

Ganz heiß her ging es bei dem Thema Direktvertrieb: Lubert Winnecken, Geschäftsführer des Bodenbelagherstellers Parador, hatte mit seinem Unternehmen vor einem Jahr einen Online-Shop mit direkter Bestellmöglichkeit für den Endkunden an den Start gebracht. Auf Druck des Fachhandels und nicht zuletzt auf Druck der Kooperationen hatte Parador den Shop nach kurzer Zeit wieder abgeschaltet. „Wir wollten die Customer-Journey begleiten“, erklärte Lubert Winnecken die Installation des Shops. „Wir wollten dabei nicht den Handel umgehen, und es ist uns insgesamt nicht gelungen, diese Ziel klar an unsere Handelspartner zu vermitteln.“ Eurobaustoff-Chef Ulrich Wolf beklagte, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. „Unsere Gesellschafter haben viel in die Ausstellungen und in die Ausbildung der Fachkräfte investiert. Da passt ein neuer Vertriebsweg, daran vorbei, aus unserer Sicht nicht so richtig. Winnecken räumte auf Nachfrage ein, die Markenmacht von Parador überschätzt zu haben. Die eventuell größere Markenmacht anderer Hersteller ließ Ulrich Wolf hingegen nicht von seiner strikten Position abrücken: „Wir listen alle die Marken und Hersteller aus, die nicht unserer Geschäftsphilosophie entsprechen.“

Einen ausführlichen Bericht zu den Kölner Gesprächen lesen Sie in der nächsten Ausgaben des baumarktmanager. Außerdem können Sie sich als Teilnehmer die Vorträge als PDF herunterladen oder in unseren Impressionen stöbern.

10.09.2015