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Die Anfänge der Baumarktszene

Das Jahr 1960 war das Geburtsjahr des ersten Baumarkt in Deutschland. Seit dem hat sich viel getan. Im Zeitraffer zeigt "baumarktmanager" die ersten zwanzig Jahre.

Die Jahre 1960 bis 1979

Ursprünglich bekam man Werkzeuge und Nägel ausschließlich beim Eisenwarenhändler, Farben und Tapeten im Farbenfachgeschäft und Holz beim Holzhändler. Ab Mitte der 50er Jahre vollzog sich im Einzelhandel ein dramatischer Wandel. Mit einem immer schnelleren Tempo erfolgte im Lebensmittelhandel die Umstellung auf Selbstbedienung. Die SB-Märkte wurden immer größer und nannten sich fortan „Supermärkte“. An der Peripherie der Großstädte begannen sich großflächige SB-Warenhäuser anzusiedeln. Parallel dazu formierten sich Discounter wie Aldi und Lidl. Auch der Hartwarenhandel und die Eisenwarenbranche konnten sich den neuen Trends nicht entziehen und standen vor einem gewaltigen Umbruch.

Im Jahr 1960 wurde mit einer Verkaufsfläche von 600 m² von Bauhaus in Mannheim der erste echte Baumarkt in Deutschland eröffnet.
Im Jahr 1960 wurde mit einer Verkaufsfläche von 600 m² von Bauhaus in Mannheim der erste echte Baumarkt in Deutschland eröffnet.
Foto: bmm/archiv

Im Jahr 1960 wurde mit einer Verkaufsfläche von 600 m² von Bauhaus in Mannheim der erste echte Baumarkt in Deutschland eröffnet. Fünf Jahre später folgte in Heidelberg ein zweites Outlet, das bereit 2.500 m² umfasste. Die Eisenwarenbranche diskutierte heftig und kontrovers die „Freiwahl“ bei Kleineisenwaren und Beschlägen. Noch stieß der „revolutionäre“ Gedanke – Nägel und Schrauben in kleinen Mengen in Klarsichtfolien zu pakcen und die Kunden ihrern Bedarf selbst wählen zu lassen – auf erbitterten Widerstand. Erst als sich 1963 das Unternehmen Zahn-Nopper in Stuttgart entschloss, seine komplette Abteilung für Kleineisenwaren auf das SB-System umzustellen, war der Durchbruch geschafft und die Selbstbedienung hielt auf breiter Basis Einzug in die Eisenwarengeschäfte. Jetzt begannen auch die Hersteller von chemischen Baustoffen, von Elektromaterial, von Farben und Lacken sowie die Werkzeugprozuzenten ihre Waren in Sichtverpackungen und in heimwerkergerechten Gebindegrößen anzubieten. Es entstand eine Reihe von Heimwerkergeschäften, die auf umfassendere Sortimente als die traditionellen Eisenwarenhandlungen setzten. Sperrholz-Kops offeriert in Köln seine Angebote auf zwei Etagen. Mit einer Verkaufsfläche von 1.000 m² realisiert Leyendecker-Heil in Trier unter dem Slogan „Alles für den Heimwerker“ einen großzügigen innerstädtischen Neubau. Aus einer kleinen Holzhandlung heraus entwickelte sich ab 1963 bei Max Bahr in Hamburg die Idee zum Betrieb von Heimwerkermärkten. 1968 feierte im pfälzischen Bornheim unter Federführung von Hornbach mit dem Logo „Bau-Supermarkt“ der erste kombinierte Bau- und Gartenmarkt seine Premiere. Knauber eröffnete in Bonn den ersten Hobbymarkt. 1969 starteten in Saarbrücken unter dem Dach von Distributa und Globus die ersten SB-Warenhäuser mit integrierten Heimwerkerabteilungen. 1970 wurde im Hamburger Einkaufszentrum Alstertal unter dem Motto „Bauen-Wohnen-Basteln“ mit einer Verkaufsfläche von 875 m² der erste OBI eröffnet. Im gleichen Jahr realisiert die COOP Schleswig-Holstein in Lübeck das erste Plaza SB-Warenhaus mit einem separierten Heimwerkermarkt. 1972 startete Hellweg in Gelsenkirchen mit dem ersten Profi-Baumarkt. Karstadt eröffnete im EKZ „Ruhrpark“ in Bochum den ersten Baumarkt. 1973 entsteht in Osnabrück das erste Marktkauf Bau-, Hobby- und Gartencenter. 1974 kreiert in München den Betriebstyp Bau & Garten. Mit dem Start von zehn neuen Märkten beginnt bei OBI die Franchise-Idee Früchte zu tragen. 1975 realisiert der international agierende britische Konzern Wickes im hessischen Egelsbach seinen ersten Baumarkt in Deutschland. Das bisher im Lebensmittelsektor operierende Familienunternehmen Wirichs aus Krefeld eröffnete in Viersen seinen ersten Baumarkt. 1976 wurde der Grundstein für die Spar Baumärkte gelegt. Zugliech richtete die Kooperation Mobau die ersten Baumärkte für ihre Gesellschafter ein. 1977 verwirklichte Distributa im saarländischen Merzig den ersten Hela Baupark. Eisen-Muscheid realisierte in Siegen den ersten EM-Baumarkt. In Bremerhaven eröffnete die zur Glunz-Gruppe gehörende Pionier-Kette das erste „Home Center“. In Moers ging der erste Götzen Baumarkt an den Start. Die Kathreiner AG weihte am Firmenstammsitz in Poing bei München das erste Krone Outlet ein. In Niedersachsen startete der erste Nowebaumarkt. 1978 präsentierte die Rewe Group in Frankfurt am Main den ersten toom Baumarkt. Die Praktiker AG eröffnete in Luxemburg ihren ersten Baumarkt. Süba, ein Unternehmen der Bauindustrie, kam mit einem Baumarkt nach Hockenheim. 1979 startete die COOP Schwaben in Schopfheim mit der Linie „bau + hobby Depot“. Im Februar feierte im bayerischen Kelheim der erste einzelhandelsorientierte Kelheim seine Premiere.

25.09.2017