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Amazon startet Prime Day für 48 Stunden

Der Onlinegigant Amazon hat in 18 Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und Schweiz, seinen sogenannten Prime Day gestartet. Über 100 Millionen Produkte sollen verkauft werden. Die Gewerkschaft Verdi will den Tag nutzen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu protestieren.

Amazon Logistikzentrum Leipzig
Hochbetrieb in der Amazon Logistik
Foto: Amazon

Seit Mitternacht können Prime-Kunden dem Unternehmen zufolge aus über einer Million reduzierter Artikel auswählen. Der Prime Day ist in diesem Jahr erstmalig auf 48 Stunden ausgeweitet worden. Vor allem Technikprodukte wie Fernseher, Tablets und weiteres Computer-Zubehör sei im letzten Jahr schnell vergriffen gewesen, heißt es.

In der Schweiz könnten die Prime-Mitglieder nicht in dem Maße von dem Angebot profitieren, wie die Schweizerische Handelszeitung berichtet: Die beiden großen Vorteile des Dienstes, eine versandfreie Lieferung, die sich zudem innerhalb von 24 Stunden im Briefkasten befinde, gelte nicht für die Schweiz, so das Blatt. „Wenn wir von Prime-Angeboten im Bereich Online-Handel sprechen, dann ist mir nicht bekannt, dass dies in der Schweiz effektiv funktioniert“, erklärte Patrick Kessler, Präsident des Schweizerischen Verbands des Versandhandels (VSV) gegenüber der Handelszeitung.

Unterdessen haben Amazon-Beschäftigte in Deutschland an sieben Standorten die Arbeit niedergelegt, um für bessere Arbeitsbedingungen allgemein und höhere Einkommen zu protestieren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte bereits letzte Woche angekündigt, in Werne, Rheinberg, Leipzig, Graben, Koblenz sowie an den zwei Standorten in Bad Hersfeld zu streiken. Unter dem Motto „Kein Rabatt mehr auf unsere Einkommen“ fordern die Beschäftigten Tarifeinkommen wie im Einzel- und Versandhandel durch Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge sowie einen Tarifvertrag für gute und gesunde Arbeit. Wie Amazon zwischenzeitlich mitteilte, habe der Streikaufruf keinen Einfluss auf die Lieferungen an die Kunden. Die große Mehrheit der Mitarbeiter arbeitete normal, so das Unternehmen.

Im letzten Jahr verkaufte Amazon eigenen Angaben zufolge mehr als 100 Millionen Artikel, ohne allerdings genaue Umsatzzahlen zu nennen. Schätzungen von Analysten gehen von einem Umsatz von 4,19 Milliarden Dollar aus. In diesem Jahr liege die Messlatte aber nochmal höher.

15.07.2019