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Corona treibt den Siegeszug der Kartenzahlung weiter voran

Das kartengestützte Bezahlen ist zum beliebtesten Bezahlsystem im stationären Handel geworden und hat sogar den ewigen Favoriten, das Bargeld, abgelöst, wie die Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2020“ des EHI Köln zeigt. Auch Corona hat den Trend zur Kartenzahlung weiter beschleunigt.

Der Kassiervorgang beim mobilen Bezahlen erfolgt rascher und für den Handel kostengünstiger im Vergleich zu Bargeld.
Der Kassiervorgang beim mobilen Bezahlen erfolgt rascher und für den Handel kostengünstiger im Vergleich zu Bargeld.
Foto: Steve Debenport, iStock

„2018 hatte der Kartenumsatz erstmals knapp den Bargeldumsatz überstiegen, dieser Vorsprung kartengestützter Bezahlsysteme ist im vergangenen Jahr auf vier Prozentpunkte gewachsen“, kommentiert Horst Rüter, Zahlungsexperte beim EHI, die Ergebnisse der hauseigenen Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2020“. Danach wurden 2019 rund 225 Milliarden Euro mit Kartenzahlung umgesetzt. Im Vorjahr waren es 15,5 Milliarden Euro weniger. Mit 50,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes gewinnt die Kartenzahlung somit weiter Anteile gegenüber dem Bargeld.

Haupttreiber dieses Wachstums war laut EHI-Studie das girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft, das an den Kassen im Einzelhandel um 3,5 Prozent auf rund 150 Milliarden Euro zulegen konnte. Kreditkarten sind ebenfalls im Aufwind und haben ihren Anteil auf 7,6 Prozent des Umsatzes erhöht. Hauptgrund ist die verstärkte Nutzung von Mobile-Payment-Lösungen, die mit einem Kreditkartenkonto verbunden sind. Das unterschriftbasierte SEPA-Lastschriftverfahren verliert hingegen weiter an Bedeutung im stationären Handel.

Ohne Kontakt wird Standard

Nach Einschätzung des Kölner Forschungsinstituts hängt der Siegeszug von girocard-Systemen damit zusammen, dass das kontaktlose Bezahlen, bei dem bis zu einem gewissen Betrag kein PIN-Code eigegeben werden muss, häufiger möglich ist und auch bei den Kunden an Akzeptanz gewinnt. Fast 27 Prozent der girocard-Transaktionen in 2019 wurden der Studie zufolge kontaktlos vollzogen. Im Dezember 2019 lag dieser Wert bereits bei etwa 36 Prozent. In der Corona-Krise ist er weiter auf rund 45 Prozent gestiegen.

Insgesamt ist laut EHI damit zu rechnen, dass der Kartenanteil am Umsatz durch die Corona-bedingte Veränderung des Verbraucherverhaltens schneller ansteigt als zuvor abzusehen war - bis 2022 auf rund 58 Prozent. Das liege vor allem an der Möglichkeit, mittlerweile selbst Kleinstbeträge wie die Brötchen beim Bäcker mit Karte zu bezahlen. Schon im letzten Jahr habe es eine klare Tendenz zu sinkenden durchschnittlichen Einkaufsbeträgen gegeben. Dieser Trend wurde durch die hohe Akzeptanz von kontaktlosem Bezahlen in Corona-Zeiten noch verstärkt, so das Forschungsinstitut.

Mehr unbare Transaktionen

Neben den Umsatzanteilen haben sich 2019 auch die Transaktionsanteile verändert. Rund 15 Milliarden Barverkäufen stehen nun etwa 5,2 Milliarden kartengestützte Zahlungsvorgänge sowie 0,2 Milliarden sonstige unbare Transaktionen (z. B. Rechnung/Überweisung, Finanzkäufe, Gutscheintransaktionen) gegenüber. Somit hat die Barzahlung innerhalb eines Jahres 640 Millionen Transaktionen eingebüßt.

Datenbasis
Das EHI-Panel umfasst 403 Unternehmen mit ca. 85.000 Betrieben aus 35 Branchen des Handels mit einem Bruttoumsatz (2019) in Höhe von 281,5 Milliarden Euro, davon relevanter stationärer Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (ohne Kfz, Mineralöl, Apotheken, E-Commerce und Versandhandel) in Höhe von 268,4 Milliarden Euro (ca. 60,3 Prozent des Einzelhandelsumsatzes i. e. S. in Höhe von 445 Mrd. Euro).

26.06.2020

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