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Baumarkt-Gastronomie: Wie gut ist sie?

Immer mehr Baumärkte bieten dem Kunden Gastronomie an. Aber wie empfinden Sie die gastronomische Einrichtung? Ist es dort sauber und ordentlich? Ist eine ausreichende Auswahl an Speisen und Getränken vorhanden? Baumarktmanager hat getestet.

Gastronomische Angebote können für den Baumarkt Umsatztreiber sein, dennoch muss Qualität und Services passen.
Gastronomische Angebote können für den Baumarkt Umsatztreiber sein, dennoch muss Qualität und Services passen.
Foto: Step Up

Die Tester hatten die Aufgabe die jeweiligen Gastronomie-Bereiche der Baumärkte hinsichtlich Auffindbarkeit, Sauberkeit und Ordnung, Auftreten der Mitarbeiter, der Atmosphäre vor Ort, die Vielfalt der Speisen und Getränke, das Tagesangebot sowie die Qualität der Speisen und der Sitzmöglichkeiten zu bewerten. Zu folgendem Ergebnis sind sie für baumarktmanager gekommen:

Auffindbarkeit des Gastronomie-Bereichs

Die schnelle Auffindbarkeit der Gastronomie zählte zu den wichtigsten Faktoren, um hier Umsatzpotenziale zu nutzen. In dieser Kategorie konnten alle Baumärkte punkten. Von Toom, über Obi, Bauhaus, Hagebaumarkt, Hornbach bis hin zu Globus waren die Gastronomie-Bereiche nicht zu übersehen. Zur Unterstützung der Auffindbarkeit positionieren alle Baumärkte durchweg Gastronomie-Werbung an ihrer Außenfassade. Ebenfalls war der Gastronomie-Bereich beim Eintreten in die Filiale sofort ersichtlich. Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Baumärkte in diesem Kriterium optimal überzeugen konnten.

Ordnung und Sauberkeit

In dieser Kategorie wurde geprüft, ob der ganze Gastronomie-Bereich dem Kunden ordentlich und sauber präsentiert wurde und somit ein Wohlfühlempfinden bei dem Kunden erzeugt werden konnte. Bis auf Toom und Obi überzeugte in dieser Kategorie leider keiner. Bei Toom war der ganze Bereich sauber und ordentlich. Es gab nichts zu beanstanden. Bei Obi gab es nur leichte Flecken und ein paar Krümel auf dem Boden, welche nicht allzu gravierend für unseren Testkunden waren. Die Märkte Globus und Bauhaus hingegen wiesen deutliche Defizite in der Sauberkeit auf. Bei Bauhaus lagen Krümel auf den Tischen, ein Tablett war beschädigt und auch die vorhandenen Servietten sahen gebraucht aus. Somit konnte kein Wohlfühlempfinden beim Kunden entstehen. Gleiches Bild spiegelte sich bei Globus wider. Hier befand sich zudem noch gebrauchtes Geschirr auf den Tischen. Die Schlusslichter dieser Kategorie stellen Hagebaumarkt und Hornbach dar. Ordnung und Sauberkeit waren in den gastronomischen Bereichen bei beiden Märkten nicht gegeben. Der Faktor Hygiene wurde nicht erfüllt, denn die Böden sowie die Tische waren sehr dreckig. Darüber hinaus konnten bei Hornbach eine dicke Staubschicht auf den Regalen sowie Dreck hinter der Theke und im Getränkekühlschrank festgestellt werden. Ein Wohlfühlempfinden konnte hier in keiner Weise bei dem Tester entstehen.

Baumarktmanager hat nicht nur den Gastrobereich der Baumarktketten getestet, auch wurde der Kundenservice in Bereich Beratung, Reklamation und Mitarbeiter Know How untersucht. All dies und mehr finden Sie in unserem Dossier „Baumarkttest“

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Auftreten der Mitarbeiter

Das Auftreten der Mitarbeiter wurde zum einen nach Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, aber auch hinsichtlich der Aufmerksamkeit bewertet.

In puncto Auftreten der Mitarbeiter überzeugten vor allem Obi und Hagebaumarkt. Hier zeigten die Mitarbeiter gegenüber unserem Tester große Empathie und gingen somit auf seine Wünsche sehr gut ein. Dabei waren die Mitarbeiter sehr freundlich und hilfsbereit. Trotz eines hohen Gästeaufkommens zeigte Obi, dass dies mit einem Mitarbeiter zu bewältigen war und es kein Problem darstellte, während des ganzen Verkaufsprozesses freundlich und hilfsbereit zu bleiben. Auch der Mitarbeiter der Globus-Filiale konnte dieses Kriterium erfüllen. Der Mitarbeiter überzeugte mit seiner Freundlichkeit, ging auf unseren Testkunden ein und hielt Smalltalk. Allerdings konnte er in Bezug auf die Aufmerksamkeit nicht ganz punkten. Denn hinterlassenes und gebrauchtes Geschirr wurde seinerseits den gesamten Besuch über nicht abgeräumt. Die Mitarbeiter der Märkte Bauhaus, Hornbach und Toom konnten bei diesem Kriterium wenig überzeugen. Der Testkunde wurde in diesen Filialen eher als Störfaktor angesehen. In der Gastronomie der Märkte Toom und Bauhaus erfolgte eine Art Abfertigung, bei der leider keinerlei Freundlichkeiten wahrgenommen wurde. Noch etwas negativer fielen die Mitarbeiter bei Hornbach auf. Denn diese widmeten ihre Aufmerksamkeit vorrangig sich selbst, da sie sich über private Angelegenheiten unterhielten. Die Fokusverschiebung auf die Kollegen wurde seitens des Kunden als sehr unhöflich wahrgenommen. Empathie konnte der Tester hier nicht erkennen.

Atmosphäre

Obi überzeugte neben Toom in der Kategorie Sauberkeit.
Obi überzeugte neben Toom in der Kategorie Sauberkeit.
Foto: Step Up

Bezüglich der Atmosphäre konnten die meisten Gastronomie-Bereiche den Testkunden für sich gewinnen. Eine gewisse Geräuschkulisse durch andere sich unterhaltende Kunden ist selbstverständlich vorhanden und führt nicht zu einem Punktabzug. Störende Geräusche oder Gerüche waren bei Toom, Obi und Bauhaus nicht vorzufinden. Auch Hornbach war von diesen Faktoren nicht betroffen. Dennoch wurde die Atmosphäre durch die dreckigen Bereiche getrübt. Anders als bei diesen Baumärkten wurde die Gastronomie von Hagebaumarkt und Globus empfunden. Bei Hagebaumarkt gab es keine laute Geräuschkulisse, aber dennoch lag ein nicht zufriedenstellender Geruch nach Fett in der Luft. Sowohl der Geruch als auch die Ordnung und Sauberkeit führten daher zu einer negativen Bewertung der Atmosphäre. Globus konnte in keinem dieser Punkte überzeugen. Es war dort sehr laut, und auch hier lag ein Geruch nach Fett in der Luft. Gerade der Geruch nach Fett ist ein negatives Aushängeschild gastronomischer Einrichtungen. Denn der Kunde verbindet mit schlechtem Geruch, dass die Gastronomie unsauber ist und schlechtes Essen serviert wird.

Angebot/Vielfalt der Speisen und Getränke

Weniger ist manchmal mehr – aber hinsichtlich Speisen und Getränken ist ein ausgewogenes Angebot immer von Vorteil. Denn auch hier gilt, ein gutes Angebot ruft Umsatzpotenziale hervor. Globus, Hornbach, Hagebaumarkt und Toom konnten den Kunden zahlreiche Speisen und Getränke anbieten. Somit erfüllten sie voll und ganz die Vorstellungen unseres Testers. Von Frühstücksangeboten über eine Tagessuppe, Schnitzel, Pizza, Baguette bis hin zu verschiedenen Salaten konnten diese Märkte alles bieten. Potenzial lag hingegen bei den Märkten Obi und Bauhaus, die ein mittelmäßiges Angebot an Speisen und Getränke aufwiesen. Die Auswahl beschränkte sich lediglich auf zwei bis drei Gerichte.

Tagesangebot

Spitzenreiter in puncto Tagesangebot sind Toom, Hagebaumarkt und Globus. In diesen Filialen gab es eine Auswahl an Tagesangeboten von Frühstück bis Mittagessen, die sichtbar beworben wurde. Sie fiel dem Kunden direkt ins Auge und wurde somit verkaufsfördernd präsentiert. Bei Hornbach und Bauhaus gab es die Auswahl einzig bei den Frühstücksangeboten, da das Mittagessen und kleinere Snacks nicht beworben wurden. Hierzu waren ein paar Hinweise vorhanden, die dem Tester auffielen. Dennoch ist Potenzial vorhanden, diese Hinweise verkaufsfördernder zu präsentieren. Das größte Verbesserungspotenzial liegt hingegen bei Obi, wo man ebenfalls Frühstück und Snacks bereithielten, hierfür aber kaum geworben wurde.

Qualität der Speisen

Gute Qualität bleibt in Erinnerung! Doch kann die Qualität auch in der Gastronomie der Baumärkte überzeugen?

Toom geht als gutes Beispiel voran und zeigt, dass auch hier die Qualität gut sein kann. Alle Speisen konnten in der Optik sowie im Geschmack überzeugen und erhielten somit die Bestnote. Die Qualität der Speisen wurde auch bei Obi für gut empfunden. Einzig die Optik könnte durch kleine Extras, wie zum Beispiel Tomaten auf einem belegten Brötchen, verbessert werden. Auch beim Bauhaus-Markt wurde eine gute Qualität festgestellt. Abzüge in der Bewertung gab es leider dennoch, da die Optik des Essens nicht mehr ganz frisch aussah. Hagebaumarkt, Hornbach und Globus konnten hinsichtlich dieses Kriteriums leider nicht punkten. Sie gaben ihren Kunden entweder kaltes Essen oder ein Gericht, welches schon etwas abgestanden war.

Baumarktmanager berichtet nicht nur aus den Baumärkten, sondern auch über Baumärkte. Was es neues gibt, erfahren Sie jeden Monat in unserer neuen Ausgabe von baumarktmanager. Greifen Sie zu und testen Sie das Heft.


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Sitzmöglichkeiten

Trotz der Tischdekoration konnte Bauhaus bei den Sitzmöglichkeiten nur ein befriedigendes Ergebnis erzielen.
Trotz der Tischdekoration konnte Bauhaus bei den Sitzmöglichkeiten nur ein befriedigendes Ergebnis erzielen.
Foto: Step Up

Gastronomische Angebote können für den Baumarkt Umsatztreiber sein, dennoch muss Qualität und Services passen.Bezüglich der Sitzmöglichkeiten lieferte Toom das beste Ergebnis. Dem Kunden wurden ansprechende Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, die zeitgemäß und ohne Beschädigungen waren. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich draußen hinzusetzen. Bei Bauhaus konnten die Sitzmöglichkeiten nur ein befriedigendes Ergebnis erreichen. Sie wurden zwar durch Dekoration auf den Tischen ansprechend in Szene gesetzt, doch wiesen sie bei genauerem Betrachten einen nicht tadellosen Zustand auf. Auch Obi konnte das gute Ergebnis von Toom nicht erzielen. Die Sitzgelegenheiten in Obis Gastronomie-Bereich wirkten ungemütlich und für den Kunden nicht einladend. Hagebaumarkt, Hornbach und Globus bilden in dieser Kategorie die Schlusslichter. Grund dafür waren die Tische und Stühle beim Hagebaumarkt und Globus, die Beschädigungen aufwiesen und im Allgemeinen ungepflegt aussahen. Hornbach bot seinen Kunden draußen eine Sitzgelegenheit an, die aber leider sehr dreckig war, sodass sich der Kunde dort nicht hinsetzen wollte.

Fazit

Das Schlusslicht auf Platz sechs bildete Globus mit einem Wert von 3,80. Dies lag zum einen an der sehr lauten Atmosphäre, die von einem unangenehmen Geruch nach Fett begleitet wurde, zum anderen aber auch an der Qualität der Speisen sowie der Ordnung und Sauberkeit in der Gastronomie inklusive der Sitzmöglichkeiten des Bereichs. Etwas besser, aber dennoch nur im ausreichenden bis befriedigenden Bereich platzierte sich Hornbach mit einer Gesamtwertung von 3,63 auf dem fünften Platz, was hauptsächlich der Ordnung und Sauberkeit der Gastronomie inklusive der Sitzmöglichkeiten sowie dem Auftreten der Mitarbeiter geschuldet war. Etwas besser, aber dennoch im befriedigenden Bereich, schnitt Hagebaumarkt mit einer Note von 3,30 ab und belegt somit den vierten Platz. Auch hier liegt der Grund vorrangig in der Ordnung und Sauberkeit sowie in dem Zustand der Sitzmöglichkeiten. Hinzukommend sind die Abzüge bei der Atmosphäre und der Qualität der Speisen, die die Gesamtnote schmälerten. Den dritten Platz belegte Bauhaus, welches sowohl mit einer sofortigen Auffindbarkeit als auch einer angenehmen Atmosphäre punkten konnte. Aber auch Bauhaus wies Mängel in der Ordnung und Sauberkeit auf, welches ihm zum Nachteil wurde. Zudem konnte der Mitarbeiter die Gesamtnote ebenfalls nicht weiter verbessern, sodass Bauhaus sich ebenfalls im befriedigenden Bereich mit einer Note von 3,10 platziert.

Im Rennen um Platz eins zog Obi den Kürzeren. Der Mitarbeiter überzeugte zwar durchweg mit seinem freundlichen und hilfsbereiten Auftreten, dennoch ließ Obi Punkte vor allem im Bewerben des Tagesangebotes und in dem Zustand der Sitzmöglichkeiten liegen. Dies führte zu einer Gesamtnote von 2,58, womit sich Obi den zweiten Platz sicherte. Vorreiter mit deutlichem Abstand und somit auf Platz 1 war Toom mit einer Gesamtnote von 1,68. Bis auf das Auftreten der Mitarbeiter konnte Toom durchweg mit guten Noten aufwarten. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Gastronomie der meisten Baumärkte eine mäßige Qualität der Speisen besitzt. Zudem lassen die Atmosphäre sowie die Ordnung und Sauberkeit der Räumlichkeiten deutlich zu wünschen übrig.

Ein guter Service ist das A und O für funktionierende Kundenbindungsmaßnahmen. baumarktmanager hat deshalb entschieden, dass sich der Schwerpunkt der diesjährigen Kölner Gespräche genau mit dieser Thematik beschäftigt. Es werden bestehende Services analyisiert und zukünftige Kundenmaßnahmen aufgezeigt und sollen den Baumarkt auf das nächste Level bringen.

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26.08.2018