Baustelle Köln Quelle: Redakton
Wohnungsbau in Köln Quelle: Redakton

Branche

12. April 2021 | Teilen auf:

Baustoffe werden knapp und teuer

Die Corona-Pandemie sorgt auf deutschen Baustellen für Probleme. Die Preise für Material seien teils dramatisch gestiegen, wie das Deutsche Baugewerbe mitteilt. Auch der Holzhandel berichtet von einer zunehmend angespannten Situation auf den Beschaffungsmärkten.

Seit dem vierten Quartal 2020 gebe es bei verschiedenen Materialien eine „sehr dynamische“ Preisentwicklung, sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa. „Teilweise gibt es heute schon Lieferschwierigkeiten." Holz sei seit September um 15 bis 20 Prozent teurer geworden, Mineralölerzeugnisse um 15 Prozent und Betonstahl sogar um 30 Prozent. Der Bundesverband Farbe berichtet sogar von Preiserhöhungen um rund 50 Prozent – bei Wärmedämmung, teilweise auch bei Trockenbauprofilen.

Als Ursache der Probleme sieht der ZDB die in der ersten Phase der Pandemie heruntergefahrene Produktion. Als die Konjunktur in China wieder angesprungen sei, sei die Nachfrage schneller als die Kapazität gewachsen. Auch der Wintereinbruch in den Vereinigten Staaten habe sich negativ ausgewirkt.

Versorgung mit Holz wird knapp

Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) beobachtet mit Sorge die schwierige Situation auf den Beschaffungsmärkten. Die Versorgung der Baustellen werde allmählich knapp. Wenn sich die Situation weiter verschärfe, sei ein Baustopp an Baustellen nicht mehr auszuschließen. „Die vielen aktuellen Berichte unserer Mitgliedsunternehmen deuten auf eine prekäre Entwicklung hin, was die Versorgung mit Holz und Holzprodukten angeht“, sagt GD-Holz-Vorsitzender Philip Zumsteg.

Das Baugewerbe sieht eine mögliche Gegenmaßnahme in der lokalen Produktion von Baustoffen. „Es kann nicht sein, dass wir von importierten Baustoffen abhängig sind, wenn wir über große Mengen mineralischer Baustoffe im eigenen Land verfügen“, sagt ZDB-Mann Pakleppa. Er fordert, auch in Deutschland wieder mehr Kies, Sand und Gips abzubauen. Bei Baustoffen, die stark regional produziert würden, gebe es keine großen Schwankungen.