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Böller-Zoff zwischen Pyroverband und Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Politik zu einem Verbot von Silvester-Feuerwerk aufgefordert. In Corona-Zeiten sei Feinstaubvermeidung „wichtiger denn je“. Der Verband der pyrotechnischen Industrie wittert eine Instrumentalisierung der Pandemie.

Feuerwerk Böller Silvester
Foto: Pexels/Nenad Rakicevic

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, „dem Beispiel der Niederlande zu folgen und den Verkauf und Gebrauch von Silvester-Feuerwerk komplett zu verbieten“, um in der Pandemie Kliniken und medizinisches Personal zum Jahreswechsel nicht zusätzlich zu belasten. Die Organisation hat beim Bundesinnen- und Bundesumweltministerium beantragt, noch im November ein allgemeines Verbot für Verkauf und Nutzung von Feuerwerk auszusprechen.

„Besonders dieses Jahr muss auch jede zusätzliche Luftbelastung durch Böller und Raketen vermieden werden“, sagt DUH-Chef Jürgen Resch. „Saubere Luft muss ein absolut primäres Ziel sein, denn immer deutlicher sehen wir den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastungen und schweren Krankheitsverläufen von Covid-19.“ Die Mehrheit der Bevölkerung sei laut Umfragen „für ein Ende der privaten Böllerei. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Gelegenheit, das endlich einheitlich und umfassend umzusetzen?“

Wissenschaftliche Diskussion

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) erkennt einen „Instrumentalisierungsversuch“: Die Umweltschützer versuchten, die Pandemie „als Hebel für die erneute Forderung von Feuerwerksverboten zu nutzen“. Vorstandsvorsitzender Thomas Schreiber: „Es war absehbar, dass die DUH den Versuch wagt, die Angst der Menschen in diesen schweren Zeiten auszunutzen und mit diesen Halbwahrheiten weitere Ängste zu schüren. Wenn es auf normalem Wege nicht klappt, die eigene Agenda durchzusetzen, ist Angst für manche eben ein bewährtes Mittel, in der Hoffnung doch noch seine Ziele zu erreichen.“

Wechselwirkung zwischen Luftqualität und Covid-19 werden laut VPI derzeit wissenschaftlich diskutiert. „Klare Zusammenhänge in Richtung Ansteckungswahrscheinlichkeit durch Feinstaub sind nicht existent“, so der Verband.

Handel im Visier

Die Umwelthilfe nimmt derzeit auch verstärkt Händler ins Visier: Eine „Ampel“ zeigt Unternehmen, die Pyrotechnik verkaufen sowie in einzelnen Filialen darauf verzichten oder sogar ganz. Hier zeigt sich: Die von der DUH als „ignorant“ gebrandmarkten Händler sind deutlich in der Überzahl. Der VPI kritisiert das Vorgehen: „Die Befragung der DUH zielt rein darauf ab, den Handel unter Druck zu setzen“, sagt Schreiber. „Jeder, der Feuerwerk verkauft, bekommt eine Rote Karte. Dieses Mittel ist ja kein neues und zeigt einfach, dass die DUH nach ihren subjektiven Kriterien Bewertungen vornimmt, sofern sie nicht ihren Forderungen und Vorstellungen entsprechen. Das hat nichts mit einer objektiven Bewertung des Handels zu tun.“

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) „beobachtet die Entwicklung sehr genau und ist regelmäßig mit Politik und NGOs zu diesem Thema im engen Austausch“, teilte die Branchenvertretung auf Anfrage von BaumarktManager mit.

BHB: unterschiedliche Vertriebsstrategien

Fakt sei, dass der Verkauf von Feuerwerk in Deutschland aktuell nicht verboten ist. Feuerwerk sei „in weiten Bevölkerungsschichten und Regionen im Rahmen der Tradition zum Jahreswechsel nach wie vor nachgefragt“. Die Branchenhändler hätten dazu unterschiedliche Vertriebsstrategien.

17.11.2020

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