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Innovationen für Stadtgärtner

Während der Wind derzeit draußen die letzten Blätter von den Bäumen pustet, laufen in Baumärkten und Gartencentern längst die Vorbereitungen auf die kommende Gartensaison. Ein wichtiger Trend in den nächsten Jahren wird City Gardening bleiben.

Gardena-Stand auf der spoga+gafa 2019: Die Ulmer haben City Gardening als wichtigen Trend identifiziert und erweitern ihre gleichnamige Produktrange beständig.
Gardena-Stand auf der spoga+gafa 2019: Die Ulmer haben City Gardening als wichtigen Trend identifiziert und erweitern ihre gleichnamige Produktrange beständig.

Gärtnern auf engstem Raum – das ist City Gardening. Auf Balkonen und Terrassen stehen Bewohnern in der Regel nur wenige Quadratmeter zur Verfügung, um Blütenträume wahr werden zu lassen. Einer der ersten Hersteller, der dieses Thema für sich entdeckte, war Gardena.

Inzwischen verfügen die Ulmer über eine umfangreiche Range an Produkten, die Stadtgärtnern das Leben leichter machen. Neuheiten für die Saison 2020 sind bereits angekündigt. Angesichts der langen Hitze- und Trockenperioden in den beiden zurückliegenden Sommern ist es wenig verwunderlich, dass Gardena einen Schwerpunkt auf die Bewässerung legt.

Wasser marsch

Gardena hat die Hahnverbinder für Indoor-Wasserhähne optimiert. Er passt nun per Adapter an viele moderne Wasserhähne im Haus und ist mittels Schieber leicht anzubringen. Eine gute Sache, denn in Deutschland haben die wenigsten Balkone und Terrassen einen Wasseranschluss, vor allem nicht die älteren Gebäude.

Wer gerade keine Zeit hat, sich um seine Balkonpflanzen zu kümmern, wird sich möglicherweise über eine weitere Gardena-Innovation freuen. Die neue Bewässerungslösung „AquaBloom“ ist Pumpe, Kontrolleinheit und Solarpanel/Batterie in einem – und übernimmt automatisch die Pflanzenbewässerung mit 14 vordefinierten Programmen.

Dank Tropfbewässerung sorgt sie für gesündere Pflanzen und lässt sich werkzeugfrei aufbauen. Ein Tag Sonnenschein reicht aus, um per Solarpanel die Batterien des Geräts aufzuladen. Wasserhahn oder Steckdose auf dem Balkon sind nicht nötig.

Die Landflucht nimmt nicht ab

Es sind Lösungen wie diese, die Stadtgärtner brauchen. In Zukunft eher mehr, als weniger. Denn immer mehr Menschen bevorzugen urbane Ballungszentren als Lebensmittelpunkt. Etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung werden nach einer Prognose der Vereinten Nationen im Jahr 2050 in Städten leben. Urbanisierung ist ein globaler Megatrend, der längst auch Deutschland erfasst hat. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen direkt in die Städte, andere, die weniger verdienen, müssen sich möglicherweise mit Mietwohnungen oder Eigentum in Speckgürteln und Randlagen zufrieden geben.

In den Städten, gerade in den besseren Lagen, werden Balkone und (Dach-)Terrassen selbstverständlich luxuriös ausgestattet. Das fängt an bei großformatigem Feinsteinzeug, das vom Wohnzimmer über die Terrassenschwelle hinaus ins Freie verlegt wird und damit ein Stück weit die Grenze zwischen In- und Outdoor verschiebt, und hört auf beim High-End-Grillgerät für mehrere Tausend Euro.

Händler und Hersteller sollten die Bedürfnisse von Stadtgärtnern kennen

Doch auch wem nicht so viel Geld zur Verfügung steht, ist bestrebt, alles aus seiner Wohnung rauszuholen. Mit dem Wohntrend Homing wird das Zuhause zum sozialen Lebensmittelpunkt, wo man sich mit Freunden trifft und feiert – drinnen wie draußen.

Mini-Gewächshaus für kleine Flächen
Mini-Gewächshaus für kleine Flächen
Foto: Romberg

Gleichzeitig erlebt die Selbstversorgung eine Art Renaissance: Auf Balkonen und Terrassen wird gepflanzt und gezüchtet, was die Kübel hergeben. Hier zeigt sich: Bei allem Engagement sind die Möglichkeiten des Gärtners auf Balkonen und Terrassen begrenzt. Egal ob es ums Grillen und Chillen geht oder ums Pflanzen und Kultivieren.

Je stärker die Bevölkerung in den Städten wächst, desto mehr werden diese Menschen auch in die Ausstattung von Balkonen und Terrassen investieren. 2018 lagen die Ausgaben von Stadtgärtnern in Deutschland bereits bei rund 2,3 Milliarden Euro.

Das entspricht in etwa 15 Prozent des deutschen B2C-Gartenmarkts, wie die Studie „City Gardening – Gärtnern ohne Garten“ von BaumarktManager und Markt in Grün zeigt. Potenzial ist noch mehr als genug vorhanden. Dazu ist es für Handel und Hersteller wichtig zu wissen, welche Typen von City-Gärtnern es gibt und welche Anforderungen diese an Produkte, Informationen und Einkaufsstätten stellen.

Eine aussagekräftige Leseprobe zur Studie "City Gardening" können Sie hier kostenlos downloaden oder Sie bestellen direkt die ganze Studie.

Eine Trendschau rund um das Thema City Gardening war die spoga+gafa 2019. Die Allgegenwärtigkeit zeigte sich im Produktangebot der Aussteller und dem Interesse der internationalen Fachbesucher an dem global relevanten Trendthema. Multifunktionale Möbel, hochwertige Stoffe, Accessoires für den Wohlfühleffekt im Outdoorwohnzimmer, smarte Bewässerungslösungen oder auch Grills für den Fahrradkorb machten das Thema auf dem Gelände sichtbar.

Messedirektor Stefan Lohrberg: „Der Trend City Gardening ist in der Gesellschaft verankert, der Bedarf an Produkten ist da. Gemeinsam mit unseren Ausstellern wollen wir diesen Bedarf bedienen und die Grüne Branche so weiter nach vorne bringen. Kein anderer Trend bewegt die Branche aktuell so sehr, wie das Thema City Gardening. Die Unternehmen reagieren darauf mit einer teilweisen Neuausrichtung ihres Produktsortiments oder bedienen den Markt mit Neuentwicklungen.“

Welche Pflanzen sich besonders gut für Balkone eignen, weiß die Bloggerin Birgit Schattling. „Es müssen nicht immer die üblichen Geranien sein“, sagt sie. „Viele Balkongärtner, mit denen ich mich austausche, versuchen vielmehr eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Gewächse, die Bienen und Insekten als Nahrungsquelle dienen, werden sehr gerne angepflanzt, aber auch Kräuter und Naschfrüchte. Gerade Familien mit Kindern mögen das. Wenn man ein wenig sucht, findet man auch die entsprechenden Sorten, die robust genug für den Balkon sind.“

Spezielle Lösungen für Anzucht auf engstem Raum

Am Anfang jeder Kultivierung steht oft die Anzucht. Romberg präsentierte dafür auf der diesjährigen spoga+gafa nach der erfolgreichen Markteinführung des „BoQube“-Gewächshaus- und Pflanzkastensystems in 2018 weitere moderne Zimmergewächshäuser für Pflanzenliebhaber. Mit „BoQube S“ und „BoQube M“ ergänzen gleich zwei designorientierte Zimmergewächshäuser „Made in Germany“ die neue „Style“-Kategorie für trendbewusste Gärtner.

Die beiden Produkte sind durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gekennzeichnet – als Indoor-Gewächshäuser mit Haube für ein optimales Mikroklima oder als praktische Aussaatschalen. Besonders attraktiv für den Handel: Die Schalen und Hauben sind separat erhältlich und platzsparend im Karton gestapelt – perfekt für eine flächenoptimierte Präsentation.

„U-greeny“, das Stapel-Hochbeet für kleine Flächen: Die einzelnen Boxen fassen rund 20 Liter Erde, womit verschiedenste Gemüsesorten, Salate, Kräuter, Beeren und Blumen gezogen werden können.
„U-greeny“, das Stapel-Hochbeet für kleine Flächen: Die einzelnen Boxen fassen rund 20 Liter Erde, womit verschiedenste Gemüsesorten, Salate, Kräuter, Beeren und Blumen gezogen werden können.
Foto: Plast IQ

Auch neu: das „U-greeny“-Stapel-Hochbeet für kleine Flächen. Ob auf Balkon, Terrasse, am Dachgarten oder einfach an der Hausmauer: Die einzelnen Pflanzboxen können je nach Wunsch auf verschiedene Arten übereinander gestapelt werden. Ein patentiertes Wasserablaufsystem sorgt dafür, dass keine Staunässe entsteht.

Seit Jahresmitte 2019 wird „U-greeny eco“ bereits zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial aus wiederverwerteten Altstoffen und Naturmaterialien hergestellt. Das Produkt wurde in Österreich mit Gartenexperten entwickelt und wird dort auch produziert. Der Generalvertrieb für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich läuft über die Firma Windhager.

Gartenarbeit ist beliebt – auch bei Menschen, die in der Stadt wohnen und zum Gärtnern auf Balkonen und Terrassen nicht viel Platz haben. Zum Trendthema City Gardening veröffentlichen die Fachmagazine BaumarktManager und Markt in Grün gemeinsam mit dem Exklusivpartner Koelnmesse eine repräsentative Marktforschungsstudie. Eine Leseprobe können Sie schon jetzt downloaden.

Der neueste Coup von Greenlife heißt „Max & Moritz“. Wer nun an Wilhelm Busch denkt, liegt allerdings falsch. Zur spoga + gafa 2019 stellte das Unternehmen erstmals ein neues, autarkes Hochbeet-System vor. Mit Bravour hatte „Max & Moritz“ zuvor die anspruchsvolle Langzeit-Garteneignungsprüfung der „HochbeetExperten“ bestanden, die dieses neuartige System entwickelt und auf Herz und Nieren geprüft haben.

Bestehend aus dem Pflanzbehälter „Max“ und dem Wasserspeicher „Moritz“, bewässert das trendige Outdoormöbel mithilfe einer automatischen Solarpumpe Gemüse und Kräuter zuverlässig und auf Wunsch auch völlig autark. Greenlife-Geschäftsführer Friedhelm Neumann: „Wir freuen uns, zum Pflanzsaisonstart im Herbst dieses pfiffige und wohldurchdachte Modell der „Hoch­beetExperten“ anbieten zu können, und hoffen, dass es gesundheitsbewusste Städter- und Selbstversorgerherzen höher schlagen lässt.“

Auch Compo mischt mit der eigens entwickelten Marke „Undergreen“ fleißig beim Thema City Gardening mit. Die drei Sortimente umfassen jeweils die Grundausstattung zur Pflanzenpflege: von der Erde im handlichen 2,5-Liter-Beutel über flüssige und feste Dünger bis hin zum Blattpflegespray.

Neben kleinen Verpackungsgrößen setzt Compo auch auf ein besonderes Layout der Verpackungen: Das farbenfrohe Design und die praktischen Flüssigdüngerbehälter in Apothekerflaschenoptik müssen nicht versteckt werden, sondern kommen auch auf der Fensterbank gut zur Geltung. Der Vertrieb der Marke „Undergreen“ soll jetzt ausgeweitet werden.

Grillindustrie ist heiß auf City Gardening

Die Grillindustrie befeuert den Trend City Gardening mit Innovationen. „So wie viele andere Lieferanten in diesem Markt spezielles Zubehör für das Gärtnern auf engstem Raum entwickelt haben, so bieten auch die Hersteller von Grillgeräten und -zubehör maßgeschneiderte Problemlösungen für ein perfektes Grillvergnügen in der City“, sagt Norbert L. Jedrau, Geschäftsführer Barbecue Industry Association Grill (BIAG). „Beispiele sind besonders kompakte Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills. Praktisch sind tragbare Modelle, die nicht nur auf dem Balkon, sondern auch im Park oder Kleingarten flexibel zur Hand sind.“

Die findigen Franzosen von Campingaz beispielsweise haben mit dem „Attitude“ eine neue Generation der Tischgrills entwickelt. Für Köche, die trotz begrenztem Wohnraum der Philosophie „Grill statt Küche“ anhängen. Beim „Attitude“ treffen innovative High-Tech-Features wie die sogenannten Culinary Modulars oder „Blue Flame“-Brenner mit „Even Temp“ auf beste Qualität und unverwechselbaren Grillgeschmack.

BIAG-Boss Jedrau hat noch einen Tipp für den Handel: „Er könnte das ganze City-Gardening-Spektrum in einer Themen-Promotion am Point of Sale aufgreifen. Es bietet eine ideale Plattform für die viel beschworene Erlebnis-Präsentation auf der Fläche. Ein inszenierter Balkon mit Lebend-Grün, platzsparend in Pflanzschalen und Töpfen arrangiert, dazwischen eine Sitzecke mit gedecktem Tisch und aufgebautem Grill samt Zubehör – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

12.12.2019