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Das Potenzial bei Farben

Der Bedarf fürs das Verschönern der eigenen vier Wände durch einen neuen Anstrich ist vorhanden. Was fehlt, sind ausführende Hände. Attraktive Gestaltungsideen, die leicht umsetzbar sind, können den Markt beleben.

Absatzentwicklung Deutschland Bautenfarben inkl. Putze und Spachtel.
Absatzentwicklung Deutschland Bautenfarben inkl. Putze und Spachtel.
Foto: Chem Research

Wirklich glücklich werden die meisten Farben- und Lackproduzenten nicht sein mit der momentanen Absatzentwicklung: „Auch aufgrund mangelnder Kapazitäten im Maler und Lackiererhandwerk hat sich die schwache Nachfrage bei Bautenfarben und -lacken weiter fortgesetzt,“ so das Fazit der Hersteller. Vor allem bei Renovierungsarbeiten würden Projekte seitens des Handwerks verschoben oder teilweise gar nicht durchgeführt. Wertmäßig hat die „Farbe am Bau“ im Vorjahr noch um 2,1 Prozent zulegen können. Der Mengenabsatz liegt jedoch gleichzeitig um 1,4 Prozent im Minus, wie der Verband der deutschen Lack-und Druckfarbenindustrie mitteilt. Im Do-It-Yourself-Markt mache sich bemerkbar, dass der Hang zum Handwerkern nachgelassen hat und vielen Privatpersonen auch wegen der hohen Beschäftigungsquote ohnehin weniger Zeit zur Verfügung steht. Etwas günstiger hat sich das Geschäft mit Kunstharzputzen entwickelt, da in letzter Zeit die Neubautätigkeit wieder leicht zugenommen hat.

Ungenutzte Chancen bei Renovierung?

Bei den Bau- und Wohnfarben zeigt sich demnach eine recht ungewöhnliche Marktsituation: Der Renovierungsbedarf ist angesichts des Alters und Erhaltungszustands von Millionen privater Wohnungen objektiv hoch. Gleichzeitig müssten die Wohnwünsche wesentlicher Zielgruppen die Farbensortimente beflügeln. Egal, ob die Trends nun Homing, Cocooning oder skandinavisch-gemütlich als „Hygge“ gelabelt werden. Vor allem hat die Mehrzahl der Verbraucher dank hoher Beschäftigung und manchen Gehaltszuwächsen auch das Geld für Verschönerungen in der Tasche. Und dennoch können oder wollen Viele nicht zur Tat schreiten. Sowohl privaten Eigenleistern als auch den Handwerksbetrieben fehlt schlicht die zeitliche Kapazität zur Umsetzung. Hier schlägt auch der Mangel an Nachwuchskräften beim Handwerk zunehmend durch. Weiterhin macht sich bemerkbar, dass schon rund 50 Prozent des gesamten privaten Renovierungsvolumens von der Altersgruppe 50 plus ausgeht. Die Zahlen des GfK-Renovierungsbarometers zeigen aber, dass die DIY-Quote bei den Älteren deutlich abgenommen hat: Über 60Jährige vergeben mittlerweile (Erhebungsstand Sommer 2017) 53 Prozent ihrer Renovierungsaufträge an Profis, während diese Quote zehn Jahre zuvor noch bei 49 Prozent lag. Die Folge insgesamt: Potenzieller Renovierungsbedarf wird nicht in konkrete Nachfrage umgesetzt, Renovierungsprojekte werden auf Eis gelegt. Speziell den Baumärkten geht möglicherweise ein enormes Umsatzpotenzial verloren.

Neue Anreize für Renovierungen schaffen

Ihre knapp bemessene Freizeit ist den Deutschen kostbar. Um sie dennoch zu Verschönerungen in den eigenen vier Wänden zu motivieren, bedarf es zusätzlicher Anreize. Wenn Kunden einen lebendigen Eindruck bekommen von den Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Zuhause, sind sie weit eher für ein eigenes Projekt zu begeistern. Der beste visuelle Eindruck einer Wandfarbe zum Beispiel entfaltet sich erst auf einer genügend großen Fläche, und dafür bieten Heimwerkermärkte auch genügend lichte Höhe. Mehr Mut zur Vertikalen, könnte das Motto lauten. So lässt sich auch auf begrenzter Standfläche eine hohe Aufmerksamkeit für neue Trendfarben oder Strukturputze erreichen.

Die Gestaltung mit Farbe gehört zu den dankbarsten Heimwerker-Themen: Mit überschaubarem Aufwand und ohne große Vorkenntnisse lassen sich deutlich sichtbare Ergebnisse erzielen. Die eigenen vier Wände werden optisch aufgewertet, und wer seine Wohnräume nach eigenem Geschmack ausgestaltet hat, wird sich darin auch subjektiv deutlich wohler fühlen. Dekoratives Renovieren und Gestalten als kreativer Ausdruck statt lästiger Pflichtübung – diese Anreize könnte der Handel noch anschaulicher kommunizieren.

Wie die richtigen Anreize geschaffen werden, finden Sie in unserem POS-Schulungsmagazin „Baumarktwissen 02/18“. Es enthält alle wichtigen Informationen zum Sortiment Farben und mit dem beigelegten Fragekatalog können Sie ihr Wissen testen.

Zu Baumarktwissen

31.03.2019

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