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Die richtige Beratung bei Trockenbau und Fliesen

Für ihre Bau- und Renovierungsarbeiten benötigen Kunden oft Hilfe bei den richtigen Produkten für den Trockenbau und bei Fliesen. Gute Baumarktberater sorgen dafür, dass der Kunde die richtigen Baustoffe und Komponenten für das jeweilige Projekt kombiniert.

Ein Kunde, der selbst Hand anlegen möchte, aber wenig Erfahrung hat, steht angesichts der Angebotsfülle vor großen Problemen bei der Produktwahl. Ein Baumarktberater kann hier wertvolle Hilfestellung leisten. Er kann dem Kunden die passenden Produkte und Systeme empfehlen, auf notwendiges Zubehör hinweisen und das richtige Werkzeug mit auf den Weg geben. Nichts ist ärgerlicher, als wenn der Kunde mitten in den Arbeiten feststellt, dass noch ein wichtiger Bestandteil fehlt. Wird der Kunde kompetent beraten und vollständig ausgestattet, weiß er das zu schätzen.

Das richtige Trockenbausystem

Basis einer Trockenbauwand ist das Holz- oder Metallständersystem aus vertikal und horizontal montierten Profilen.
Basis einer Trockenbauwand ist das Holz- oder Metallständersystem aus vertikal und horizontal montierten Profilen.
Foto: Hornbach

Viele Hersteller bieten für unterschiedliche DIY-Arbeiten komplette Systeme an, z. B. für die Erstellung von (Trenn-)Wänden in Trockenbauweise. Das erleichtert die Zusammenstellung der benötigten Materialien. Trotzdem ist ein versierter Baumarktberater als Lotse unerlässlich: Welchem Zweck soll der neue Raum dienen? Wie wichtig ist Schallschutz? Wie viel Raum steht zur Verfügung? Wie sieht es mit der Gebäudestatik aus? Diese und andere Fragen sollte ein engagierter Baumarktberater mit seinem Kunden im Vorfeld klären. Außerdem sollte erfragt werden, über wie viel DIY-Erfahrung der Kunde verfügt. Wer bislang nur eine Wand gestrichen hat, sollte sich vielleicht nicht gleich auf Trockenbausysteme stürzen.

Das richtige Trockenbausystem bestehen stets aus mehreren Elementen. Da ist zunächst das Ständerwerk. Die Profile hierfür gibt es in verschiedenen Stärken, meist zwischen 50 und 100 mm. Sie bestehen aus Holz oder Aluminium. Aufgrund des geringeren Gewichtes lassen sich Metallprofile leichter verarbeiten. Sinnvoll ist es, den Kunden darauf hinzuweisen, dass es für die Horizontale und Vertikale verschiedene Profilarten gibt. Nicht vergessen werden sollte der Hinweis, dass die Ständerkonstruktion rundum mit Dichtbändern zu bekleben ist, um eine gute Schallentkopplung zu gewährleisten.

Nicht nur bei Trockenbau und Fließen suchen die Kunden die richtige Beratung, auch Themen wie Fenster, Türen und Treppen sind viel gefragt. Das Magazin baumarktwissen zum Bereich Bauen, liefert das richtige Know-How für die perfekte Beratung. Überzeugen Sie sich selbst.

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Spielt Schallschutz keine übergeordnete Rolle, so reicht eine einfache Beplankung der Ständerkonstruktion. In der Regel kommen dabei Gipskarton- oder Gipsfaserplatten der Dicke 12,5 mm zum Einsatz. Für erhöhten Schallschutz empfehlen sich zwei Doppellagen. Die Zwischenräume zwischen den Beplankungen können zusätzlich mit Dämmplatten (z. B. Mineralwolle, Hartschaum oder Holzfaser) ausgefüllt werden. Das erhöht nicht nur den Schallschutz, sondern gewährleistet auch eine bessere thermische Trennung der Räume.

Ein Berater sollte den Kunden auch darauf hinweisen, dass nach der Montage die Plattenfugen verspachtelt werden müssen. Dazu wird nicht nur Spachtelmasse benötigt, sondern eventuell auch ein Bewehrungsstreifen, um größere Abstände sicher zu überbrücken. Anschließend können die Oberflächen grundiert und gestrichen oder verputzt werden.

Zieht ein Kunde eine massiv gemauerte Wand der Trockenbauwand vor, so kann der Baumarktberater ebenfalls zum Erfolg des Projekts beitragen, indem er dem Laien erklärt, welche Komponenten benötigt werden, welche Steine empfehlenswert sind, welcher Mörtel der richtige ist etc. Legt der Kunde Wert auf hohen Schallschutz, wird der Berater ihm eine Wand aus Kalksandstein empfehlen. Stehen hingegen die thermische Trennung und leichte Verarbeitung im Vordergrund, ist Porenbeton eine gute Wahl.

Fliesen legen

Der Fliesenkleber wird mit einer Kelle auf der Unterseite der Fliese verteilt.
Der Fliesenkleber wird mit einer Kelle auf der Unterseite der Fliese verteilt.
Foto: Lugato

Neben Tapezier- und Malerarbeiten ist das Verlegen von Fliesen eine der populärsten Tätigkeiten von Heimwerkern. Diese haben jedoch oft eine falsche Vorstellung davon, wie viele Arbeitsschritte, Produkte und Werkzeuge zur Erstellung eines Fliesenbodens benötigt werden (siehe Kasten nächste Seite). Ein guter Berater sollte den Kunden im Baumarkt deshalb darüber detailliert aufklären.

Schon bei der Wahl der Fliesen kann vieles falsch gemacht werden. Etwa wenn nur auf die Optik geachtet und die falsche Abriebklasse gewählt wird und der Boden hinterher den Belastungen nach kurzer Zeit nicht mehr gewachsen ist. Um die Strapazierfähigkeit von Fliesen zu kennzeichnen, gibt es fünf Abriebklassen. Experten raten dazu, in Räumen mit geringerer Belastung, z. B. im Bad, mindestens Fliesen der Abriebklasse 3 zu nehmen. Für Wohn- und Esszimmer oder die Küche sowie im Flur sind die Abriebklassen 3 oder 4 zu empfehlen. Für den Außenbereich müssen frostsichere Fliesen gewählt werden.

Vor dem eigentlichen Verlegen warten umfangreiche Vorarbeiten auf den Heimwerker. Unebenheiten des Bodens müssen ausgeglichen werden. Hierfür bietet sich eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse an, die bei richtiger Zubereitung ohne Zutun des Heimwerkers eine ebene Oberfläche bildet. Nach der vorgeschriebenen Austrocknungszeit sollte der Untergrund zudem grundiert werden (je nach Material mit Tiefen- oder Haftgrund oder in Feuchträumen mit einer Abdichtung). Bei der Ermittlung des Fliesenbedarfs wird ein guter Berater dem Verbraucher raten, sicherheitshalber etwas mehr Fliesen einzukaufen, um im Falle von Verschnitt und Bruch gewappnet zu sein und eine Reserve für spätere Zeiten zu haben.

Diese Tipps sind für den Verbraucher ebenso wichtig wie die Verwendung des richtigen Fliesenklebers und Fugenmörtels. Auch sollte der Berater dem Kunden erklären, dass er nach der Verlegung den Fliesenboden sorgfältig reinigen und Wandfugen mit einer Silikonfuge abdichten muss. Auch auf die Verwendung von Fliesenschienen für saubere Abschlusskanten kann der Berater den Kunden hinweisen.

Auch Estricharbeiten sind aufwendiger, als sie vielen Do-it-yourselfern zunächst scheinen mögen. Der Beratungsbedarf bezieht sich auf die unterschiedlichen Estrich- und Verlegearten. Der Baumarktberater sollte dem Kunden den Unterschied zwischen Trocken- und Nass- oder Fließestrich erklären. Je nach Bausubstanz kann der Berater dem Kunden zu einem schwimmend verlegten Estrich raten. Dabei werden die Estrichelemente auf einer Schicht von Trittschall- und Wärmedämmplatten aufgebracht. Umliegende Dämmstreifen trennen den Estrich von den Wänden und sichern so die Schallentkopplung.

Bevorzugt der Verbraucher einen Nassestrich, sollte der Berater ihm einen Schnellestrich empfehlen, damit der Heimwerker seine Arbeit nach 24 Stunden fortsetzen kann. Der Kunde sollte aus dem Beratungsgespräch den Eindruck gewinnen, dass für die einzelnen Arbeitsschritte bei der Erstellung eines Nass- oder Fließestrichs – Dämmschicht verlegen (ebenfalls mit Randstreifen), PE-Folie anbringen, Estrich anmischen, aufbringen, verteilen, abziehen und glätten – eine gewisse Erfahrung wünschenswert ist.

Vier mal im Jahr erscheint baumarktwissen und schult Fachverkäufer in den verschiedensten Thematiken. Die Schwerpunkte erstreckent sich von Bauen, Wohnen, Garten bis Technik. Wenn Sie sich auch weiterbilden möchten, dann checken Sie das neueste baumarktwissen aus.

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22.07.2018