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EHI: Mietverhandlungen in Großstädten am schwierigsten

Die Mieten im Handel sind in der Corona-Krise Anlass für Diskussionen und Verhandlungen. Bereits vor dieser Zeit hatte sich laut EHI die Verhandlungsposition der Mieter verbessert, wie ein Vergleich der Mietkonditionen im Handel der vergangenen fünf Jahre zeigt.

Vertrag Miete Unterschrift
Vor der Unterschrift werden die Konditionen verhandelt.
Foto: Pixabay

„Dennoch gestalten sich Vertragsverhandlungen in den Toplagen der Big-7-Städte immer noch schwierig,“ sagt EHI-Studienleiterin Kristina Pors. „Am besten lassen sich Mietvertragskonditionen im ländlichen Raum und Stadtrandlagen durchsetzen.“

Die gängigste Mietart 2019 und 2015 ist der Analyse zufolge die indexierte Fixmiete, die sich hauptsächlich am dem Lebenshaltungskosten-Index orientiert. 85,7 Prozent vereinbaren 2019 diesen Mietzins (2015: 71,4 Prozent). Um Kosten zu reduzieren, würden Mieten dennoch fast immer nachverhandelt. Insbesondere Vertragsverlängerungen böten bei allen Befragten Anlass zu Neuverhandlungen, in denen dann häufig Mietreduktionen erzielt würden. Zwei Drittel der Befragten geben an, in 2019 mehr Sonderkündigungsrechte zu ihren Gunsten auszuhandeln, als es 2015 der Fall war. Dieses Recht greift zum Beispiel meist bei Leerständen im Objekt oder in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Der Verhandlungserfolg ist laut EHI maßgeblich von der Lage der Mietobjekte abhängig. 80,0 Prozent geben an, bei Mietobjekten im ländlichen Raum erfolgreicher zu verhandeln als in Städten und 72,0 Prozent beschreiben dies für Stadtrandlagen. Für die Top-Lagen der Big-7-Städte sieht sich nur ein gutes Drittel in günstiger Verhandlungsposition.

Kürzere Mietlaufzeiten

Sowohl bei Stand-alone-Standorten (35,7 Prozent) und Shopping-Center-Objekten (50,0 Prozent) als auch in den Innenstadtlagen (53,6 Prozent) dominieren 2019 Verträge mit einer minimalen Laufzeit von fünf Jahren. Bei Fachmarktzentren (39,3 Prozent) werden eher Laufzeiten von mindestens zehn Jahren vereinbart. 2015 waren für alle Lagen Verträge mit Mindestlaufzeiten von zehn Jahren üblich (50,0 Prozent).

Generell würden Mindestlaufzeiten vertraglich unterschiedlich vereinbart, abhängig davon, ob es sich um eine reine Neueröffnung, einen Umzug oder eine Renovierung handele, so das EHI. Der größte Unterschied werde zwischen einer Neueröffnung und einer Wiedereröffnung gesehen. Die maximalen Mietlaufzeiten betragen für alle Lagen überwiegend 15 bis 20 Jahre und mehr. Bei Innenstadtlagen und Shopping-Centern sei man dennoch vorsichtiger, es gebe auch kürzere Laufzeiten von bis zu zehn Jahren.

25.05.2020

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