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Der Kampf der Arbeitgeber um die Talente

Arbeitgeberattraktivität wird zu einem immer größeren Begriff am hart umkämpften Arbeitsmarkt im Einzelhandel. Was Arbeitsgeber deshalb berücksichtigen sollten, erklärt Daniel Krummel, der sich mit dem Thema während seiner Bacheloarbeit auseinandergesetzt hat.

Arbeitnehmer suchen sich den Job aus
Für Arbeitgeber im Einzelhandel wird es immer schwerer qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.
Foto: pixabay

Für Arbeitgeber im Einzelhandel ist es schwer, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Denn grundsätzlich ist es so, dass der Einzelhandel im Allgemeinen nicht als die attraktivste Branche gilt. Dieser Eindruck ist, so scheint es, besonders unter Akademikern verbreitet. Schichtarbeit, verkaufsoffene Sonntage, starke körperliche Belastung, lange Öffnungszeiten – all diese Faktoren werden meist mit der Tätigkeit in der Handelsbranche assoziiert. Weiterhin nimmt man die Arbeitsprozesse des Einzelhandels als nur wenig intellektuell anspruchsvoll wahr, welche demnach auch entsprechend gering vergütet werden. Außerdem wird angenommen, dass autoritäre Führungsstile in ein angespanntes Betriebsklima und unsichere Arbeitsplätze münden. Das Image der Handelsbranche erscheint demnach als wenig glanzvoll.

Doch gerade der Ruf einer Branche trägt in den Reihen der Generation Y wesentlich zur Wahl zukünftiger Arbeitgeber bei. So benennen 63 Prozent der Probanden der dem Artikel zugrunde gelegten Forschungsarbeit das Branchenimage als wesentlichen Einflussfaktor auf ihre Wahl des Arbeitgebers. Ergo ist es unerlässlich, das Image mittels Employer Branding aufzubessern, um nachhaltige Rekrutierungsarbeit zu ermöglichen. Jedoch beziehen 37 Prozent das Branchenimage nur peripher oder gar nicht in ihre Selektion der Arbeitgeber mit ein, wodurch sich automatisch Potenziale für Einzelhändler ergeben. Somit könnte ein besonders starkes und vielfältiges Leistungsangebot einfach aus der generell negativ behafteten Masse der Konkurrenz herausstechen und besonders anziehend auf Millenials wirken. Aufgrund der anhaltenden Skandale innerhalb der Automobilindustrie oder Finanzbranche, die beide als sehr beliebte Branchen in den Reihen von Akademikern gelten, könnten sich auch das branchenübergreifende Image und die Präferenzstrukturen zukünftig durch Employer Branding zugunsten der Handelsbranche verschieben.

Anforderungen an den Arbeitgeber

Die Erfüllung der sogenannten Existenz- und Beziehungsbedürfnisse (materielle und berufliche Sicherheit sowie Anerkennung und Soziales) durch den Arbeitgeber werden als gegeben vorausgesetzt. Diesen sollte demnach auch ein hohes Maß an Beachtung geschenkt werden. Innerhalb der Existenzbedürfnisse wünschen sich 81 Prozent der Umfrageteilnehmer ein freies Wochenende und sehen dies als starkes Kriterium an den Arbeitgeber an. 74 Prozent setzen eine ausgewogene Work-Life-­Balance und eine überdurchschnittliche Bezahlung durch den Arbeitgeber voraus. Bei den Beziehungsbedürfnissen stechen ein gutes Betriebsklima (zu 87 Prozent) und die Transparenz des Unternehmens (zu 86 Prozent) besonders heraus.

Die Tabelle verdeutlicht, inwieweit die Baumarktkette Bauhaus den Bedürfnissen der Millenials gerecht wird. Entsprechend signalisiert rot eine Nichterfüllung und schwarz die Erfüllung des jeweiligen Bedürfnisses. Die Arbeitgeberkriterien werden demnach seitens Bauhaus zum Großteil erfüllt. Ein gutes Employer Branding ist wichtig, denn letztlich lässt sich der Großteil der verbreiteten Vorbehalte gegenüber dem Handel auf der Grundlage der Forschungsergebnisse nicht bestätigen.

Der Artikel stammt aus der Ausgabe 07/2019 von BaumarktManager.

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10.07.2019