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„Es müssen nicht immer Geranien sein“

Die Bloggerin Birgit Schattling offenbart im Gespräch mit der Fachzeitschrift Markt in Grün, welche Produkte Balkongärtner im Handelssortiment derzeit noch vermissen und wie die Beratung im Handel verbessert werden könnte.

Birgitt Schattling Bloggerin Blog
Birgitt Schattling ist passionierte Balkon-Gärtnerin.
Foto: Privat

Frau Schattling, seit drei Jahren begleiten Sie die Berliner Balkongärtner-Szene als Bloggerin. Wie ausgeprägt ist der Trend, auf dem Balkon zu pflanzen und zu säen aus Ihrer Sicht?

Ich kann natürlich nur aus meiner Wahrnehmung sprechen. Aber diese zeigt ganz klar einen wachsenden Trend. Jedenfalls für Berlin, wo ich mit meinem Blogg unterwegs bin. Das wundert aber auch nicht, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Menschen von irgendwoher in die Stadt ziehen und vielleicht die Natur oder einen Garten vermissen. Ein eigener Balkon, den man bepflanzen kann, ist da für viele ein richtiger Glücksgriff, den sie auch nutzen wollen.

Welche Ausstattung oder Produkte sind bei Balkongärtnern besonders gefragt?

Mein Schwerpunkt als Bio-Balkon-Bloggerin liegt natürlich auf

City Gardening

Pflanzen und nicht so sehr auf Balkon-Ausstattung wie Möbeln oder Grills. Für meinen Bereich kann ich sagen, dass das Angebot an großen Pflanzgefäßen mit Wassertank umfangreicher sein dürfte. Gerne dürfen diese auch Rollen haben, damit man sie leichter bewegen kann.

Das mag jetzt vielleicht verwundern, weil man bei Balkon immer an kleine Flächen denkt und glaubt, dass dort auch nur kleine Pflanzgefäße Platz finden. Aber gerade Balkonpflanzen sind oft stark der Sonne ausgesetzt und brauchen nun mal ausreichend Bewässerung. Auch um ein paar Tage Urlaub zu überrücken, sind Wasserreservoirs in den Kübeln hilfreich. Oder auch intelligente Bewässerungssysteme.

Nur darf man nicht vergessen, dass gerade in den Bestandsbauten nicht alle Balkone über einen Wasseranschluss verfügen. Dort müssen dann andere Lösungen her. Auch bei Nistkästen oder Wasserstellen für Vögel könnte es eine größere Auswahl geben. Und unbedingt bessere Insektenhotels. Angeboten werden hier im Handel zwar viele, aber oft funktionieren die nicht, weil das Material das falsche ist, die Löcher ungünstig gesetzt sind oder scharfe Kanten haben.

Pflanzen sind ein gutes Stichwort: Bestimmt gibt es doch Pflanzen, die sich für Balkone besonders eignen?

Die gibt es sicher. Und es müssen nicht immer die üblichen Geranien sein. Viele Balkongärtner, mit denen ich mich austausche, versuchen vielmehr eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Gewächse, die Bienen und Insekten als Nahrungsquelle dienen, werden sehr gerne angepflanzt, davon dürfte es noch mehr geben, aber auch Kräuter und Naschfrüchte. Gerade Familien mit Kindern mögen das. Wenn man ein wenig sucht, findet man auch die entsprechenden Sorten, die robust genug für den Balkon sind.

Leider wird hier oft noch zu wenig beraten. Man darf nämlich nicht vergessen, dass viele Menschen, die sich im Balkongärtnern versuchen, eventuell nicht viel darüber wissen und erst mal ermutigt werden müssen. Das fängt bei der richtigen Beratung beim Einkauf bereits an. Auch die Beschreibung der Pflanzen hinsichtlich Standort, Bienenfreundlichkeit oder ähnlichem dürfte besser sein und das nicht nur mit den lateinischen Namen sondern den gebräuchlichen.

Außerdem fehlen offensichtlich noch brauchbare Bio-Komposterden. Und ganz wichtig natürlich: Bereits die Pflanzen, die im Handel angeboten werden, sollten ungespritzt sein, damit das Gift nicht über die Pollen an die Insekten weitergeben wird.

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19.07.2019