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EU-Pflanzengesundheitsverordnung: Nachbesserung gefordert

Nach Einschätzung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) hat die Ende 2019 überarbeitete europäische Pflanzengesundheitsverordnung nicht die erhofften Effekte gebracht, dafür aber mehr Aufwand und Kosten für die Betriebe. Auch Landgard sieht Änderungsbedarf.

Gartencenter und Gartenmärkte zählen zu den ersten Ansprechpartnern wenn es ums nachhaltige Gärtnern geht.
Blühende Pflanzen
Foto: Pixabay

Wie der ZVG mitteilt, stelle die von der Kommission angestrebte Harmonisierung keine wirkliche Erleichterung dar. Weder das harmonisierte Format des Pflanzenpasses noch die Anforderungen an das Anbringen hätten einen positiven Effekt auf die Pflanzengesundheit gebracht, dafür allerdings einer Vielzahl von Betrieben zusätzlichen Aufwand und Kosten beschert.

„Die Neuerungen die Nachverfolgbarkeit zum Schutz vor neuen Schadorgansimen nicht verbessert“, heißt es in einem Pressestatement. „Insbesondere die Ausweitung der Regelungen bis zum Endverbraucher bringt nicht mehr Sicherheit, sondern eine deutliche Aufblähung des Systems. Zudem sind nach den neuen Regelungen jetzt alle Pflanzen zum Anpflanzen von der neuen Regelung betroffen. Gerade im Zierpflanzenbau sind damit nun mehrere Tausend Arten von der Passpflicht betroffen.“

Auch die Erzeugergenossenschaft Landgard ist unzufrieden. „Nach fast anderthalb Jahren mit der erweiterten Pflanzenpass-Pflicht fällt unsere Bilanz eindeutig negativ aus. Durch die Vorgaben des Pflanzenschutzgesetzes sind die Kosten für den Etikettendruck, die Anpassung von Warenwirtschaftssystemen und für Kontrollfunktionen in der gesamten Handelskette angestiegen“, sagt Vorstand Dirk Bader. „Die tatsächliche Sicherheit vor der Verschleppung von Schaderregern hat sich hingegen kaum merklich verändert. Daher setzt sich Landgard dafür ein, die erweiterte Pflanzenpass-Pflicht erneut zu überarbeiten und die Betriebe dadurch von dem damit verbundenen erheblichen finanziellen und administrativen Mehraufwand zu entlasten.“

Landgard hofft, dass die EU im Rahmen des Evaluierungsprozesses Verfahrensrleichterungen für die Betriebe beschließt, „ohne das Schutzniveau in Fragen der Pflanzengesundheit zu reduzieren“. Der ZVG begrüßt das Verfahren zur Evaluierung und fordert „eine deutliche Verschlankung der Regelungen im Sinne der Unternehmen ein, ohne die Pflanzengesundheit dadurch in Frage zu stellen.“

07.05.2021