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Fehlende Marktplatzmodelle im DIY-Handel

Für keine andere Branche machen Marktplatzmodelle mehr Sinn als für das DIY-Segment. Doch die Platzhirsche im Stationärgeschäft schlafen noch, zeigt die Studie „Die Marktplatzwelt 2020“ von ecom consulting und gominga. Wenn die Händler nicht aufpassen, rollen – wieder einmal – Online-Pure-Player oder gar die Lieferanten selbst den Markt auf.

Die Online-Marktplatzwelt hat die Baumarktbranche bisher noch kaum durchdrungen.
Die Online-Marktplatzwelt hat die Baumarktbranche bisher noch kaum durchdrungen.
Foto: Pixabay

Wir leben im Zeitalter der Plattformen. Doch wer von „Plattform“ spricht, meint damit oftmals „Marktplatz“ – und mit „Marktplatz“ meist Amazon. Diese Perspektive auf den Markt kehrt allerdings eine große Zahl interessanter Anbieter und Chancen unter den Tisch. Um Entscheidungsträgern in Industrie und Handel eine Landkarte an die Hand zu geben, die das Marktplatzgeschehen im DACH-Raum und weltweit adäquat und strukturiert beschreibt, haben ecom consulting und gominga eServices erstmals die Studie „Die Marktplatzwelt 2020 – hochdynamisch, vielschichtig & disruptiv“ veröffentlicht. Und die hält auch einige spannende Erkenntnisse für die DIY-Branche bereit.

So fällt als erstes auf, dass die Baumarkt-Handelsbranche die Marktplatzwelt noch kaum durchdrungen hat. Es gibt noch keinen Player, der sich – ähnlich wie Zalando für Mode oder Home24 für Möbel – in der DIY-Branche eine führende Marktpositionierung erarbeitet hat. Doch erste Ambitionen werden sichtbar: So will Otto stärker auf das Baumarkt-Segment fokussieren und hat aufgrund des sich ergebenden Interessenskonflikts sein Joint Venture Baumarkt Direkt mit Hagebau aufgekündigt.

Auch der französische Player Manomano hat große Ziele für Deutschland – und mit 300 Millionen Risikokapital das dafür notwendige finanzielle Rückgrat. Daneben testet Leroy Merlin im Ausland den Ausbau zum Marktplatz. Und mit Bex tut sich gerade in Deutschland ein neuer B2B-Lieferservice für Sofortbedarf in Bau und Handwerk auf. Der größte Player im Marktplatzgeschäft dürfte gegenwärtig Amazon sein – ohne allerdings aktiv etwas für die Kategorie zu tun.

Die deutschen Baumarktketten hingegen verschlafen den Trend, obwohl die ausländische Konkurrenz bereits in existierende Marktplatz-Händler-Kombinationen investieren.

Was die Marktplatz-Händler-Kombinationen sind und wo es bei den deutschen Marktplayern hakt, erfahren Sie in der Ausgabe 07/08.2020 von BaumarktManager. Wenn Sie noch kein Abo haben, können Sie den einzelnen Artikel auch über unseren RM-Handelsmedien-Select Shop erwerben.

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30.07.2020