zurück

Graf erhält Energy Globe National Award Germany

Die Graf Gruppe wurde mit dem renommierten Umweltpreis für Nachhaltigkeit der Energy Globe Foundation ausgezeichnet. Prämiert wurde das Kompetenzzentrum des Kunststoffprodukte-Herstellers in Herbolzheim, wo jährlich 100.000 t CO2-Emissionen eingespart werden.

Otto Graf Kompetenzzentrum Herbolzheim
Das Otto Graf Kompetenzzentrum Herbolzheim.
Foto: Otto Graf

Diese Einsparung entspricht der Emission von 60.000 PkW, heißt es aus Herbolzheim. „Wir freuen uns außerordentlich über diese begehrte Auszeichnung. Sie ist für uns eine eindrucksvolle Bestätigung für die richtungsweisende Investition in die Rohstoffversorgung unseres Unternehmens“, so Otto P. Graf, Inhaber und Geschäftsführer der Graf Gruppe, zur Auszeichnung. Vergeben wurde diese von der in Österreich gegründeten Energy Globe Foundation. Diese zeichnet in sechs Kategorien nationale und internationale Projekte aus, die einen positiven Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen leisten. Zudem werden seit 2016 in der Kategorie „Sustainable Plastics“ Projekte gewürdigt. Seit Verleihung der Auszeichnungen wurden bislang etwa 16.000 Projekte aus 182 Ländern eingereicht.

Wegweisende Kunststoffsortierung

In dem zur Graf Gruppe gehörenden Kompetenzzentrum für Rohstoffe in Herbolzheim wird in einem bislang weltweit einmaligen Prozess farbiges wiederverwertbares Kunststoffmaterial mit einem hohen Anteil von schwarzem Kunststoff sortiert. Allein in Deutschland landeten laut einer Statistik des Umweltbundesamtes 2017 über 6,1 Mio. t Kunststoffe im Müll, mehr als die Hälfte (53 Prozent) davon wurden als nicht trennbar eingestuft und verbrannt. Durch die Anlage von Graf können jährlich etwa 100.000 t CO-Emissionen eingespart werden. „Die Auszeichnung macht unseren Wissensvorsprung im Bereich der Rohstoffe sichtbar. Die Anlage verknüpft erstmalig mehrere Prozessschritte mit neuen Anlagentechnologien zu einer gesamtheitlichen Prozesskette“, betont Jörg Drägert, Rohstoffmanager und Projektleiter im Unternehmen.

Bereits 70 Prozent Rezyklatquote

Das gewonnene Rezyklat entspricht der Qualität von neuen Kunststoffen. Dieser Rohstoff wird zur Herstellung der Graf-Produkte an den Standorten Teningen und Dachstein (Elsass), ab 2021 auch in einem weiteren Werk in Neuried, verwendet. Gegenwärtig wird bei der Herstellung im Haus bereits 70 Prozent Rezyklat verarbeitet. „Die Menge entspricht etwa 1,7 Milliarden Joghurtbechern“, führt Otto P. Graf aus. Mittelfristig soll der Anteil auf etwa 85 Prozent gesteigert werden.

Größte Investition in Firmengeschichte

Der Bau des Kompetenzzentrums ist die größte Einzelinvestition in der über 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Mit der eigenen Aufbereitung von Rohstoffen sichert sich der europäische Marktführer für die Regenwasserbewirtschaftung eine konstant hohe Qualität und ermöglicht der Graf Gruppe die nachhaltige Herstellung der Umweltprodukte. „Das Kompetenzzentrum Rohstoffe ist ein wesentlicher Baustein unserer Strategie zur ressourcenschonenden Produktion von Umweltprodukten. Der Standort in Herbolzheim ist Nachhaltigkeit pur: Wir schaffen in der Nähe zu unseren bestehenden Produktionsstandorten Arbeitsplätze, minimieren dadurch die Emissionen beim Transport, produzieren aus recycelten Kunststoffen Umweltprodukte und setzen mit diesen Produkten Regenwasser als Prozesswasser und Kühlmittel bei der Aufbereitung unserer Rohstoffe ein“, sagte Otto P. Graf bei der Einweihung. Mit seinen innovativen Ideen überzeugte er auch das Bundesumweltministerium, das das Projekt im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms fördert, welches den Einsatz neuartiger Technologien sowie die Errichtung von Produktionsanlagen mit Vorbildcharakter zum Ziel hat.

Umsätze auf Erfolgskurs

Graf hat sich bereits frühzeitig konsequent auf Produkte zur Wasserbewirtschaftung spezialisiert und ist in vielen Marktsegmenten mittlerweile Marktführer. Die hohe Innovationskraft und vor allem die konsequente Erschließung internationaler Märkte sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Unternehmens. Graf-Produkte werden weltweit in über 70 Länder exportiert. Logistikoptimierte Produkte reduzieren dabei auch beim Transport den CO2 Ausstoß. Trotz der zunehmenden Internationalisierung sind zwei Drittel der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Der Umsatz und die Anzahl der Mitarbeiter haben sich in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt. Im Geschäftsjahr 2019 hat das Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 120 Mio. Euro erwirtschaftet. Auch in diesem Jahr ist das Unternehmen trotz der Corona-Pandemie weiter auf Erfolgskurs.

25.11.2020