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Der Verkauf ändert sich, die Logistik bleibt

Gastbeitrag - Das Erfolgserlebnis, mit den eigenen Händen etwas geschaffen zu haben, beflügelt. Eines haben aber fast alle DIY-Projekte gemeinsam: Sie starten mit der Suche nach den richtigen Materialien und Werkzeugen – im Baumarkt nebenan oder im Internet.

Dachser zählt zu den führenden Logistikdienstleistern Europas. 2017 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro.
Dachser zählt zu den führenden Logistikdienstleistern Europas. 2017 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro.
Foto: Dachser Logistik

Zwar hat ein stationärer Bau- und Gartenmarkt heute bis zu 100.000 Produkte im Sortiment und damit um ein Vielfaches mehr als noch vor 10 oder 20 Jahren, trotzdem kommen die Märkte lange nicht an Pure Player im Onlinehandel mit geschätzten 1 Million Produkte heran. Denn während der Baumarkt die Produkte physisch vor Ort präsentiert, braucht ein Onlinehändler keine Verkaufsflächen. Ist der Baumarkt also bald Geschichte? Nein, wenn er sich der Herausforderung stellt und neue Wege findet, Kunden anzusprechen. Zum Beispiel über kleinere Showrooms in den Innenstädten oder die Ergänzung um einen eigenen Onlineshop, über den Ware nicht nur direkt von zu Hause aus bestellt werden kann, sondern der auch anzeigt, in welchem Markt die Ware verfügbar und zur Abholung bereitsteht.

Qualität und Preis eines Produkts entscheiden nicht mehr allein über die Kundenzufriedenheit. Logistische Faktoren wie Warenverfügbarkeit, flexible Nachbestellung oder Belieferung sind ebenso Teil eines positiven Einkaufserlebnisses. Eine Möglichkeit, Kunden einen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig das Produktangebot zu vergrößern, ohne eine bauliche Erweiterung des Baumarktes, ist das sogenannte Dropshipment. Dabei kommt die Ware vom Baumarkt zum Endkunden, ohne jemals physisch im Baumarkt vorhanden gewesen zu sein. Der Konsument bestellt beim Händler eine Ware, zum Beispiel anhand eines Musters. Diese Bestellung wird gleichzeitig für den Hersteller und den Logistiker im System sichtbar. Der Logistikdienstleister holt anschließend die Ware beim Hersteller ab und bringt sie auf direktem Weg zum Konsumenten. Damit das, was sich in der Theorie einfach anhört, in der Praxis reibungslos funktionieren kann, ist eine intelligente IT-Architektur zwingend notwendig. Denn nicht nur der Konsument will zu jeder Zeit wissen, wo sich seine Ware befindet, auch Hersteller, Logistiker und Händler müssen eng verknüpft werden und ihre Prozesse aufeinander abstimmen.

Durchgängig getaktete Supply-Chain-Lösung

Datenqualität und Vernetzung werden immer mehr zum Erfolgsfaktor für die Bau- und Gartenmarktbranche, insbesondere im Hinblick auf die Logistik. Etablierte Logistikdienstleister wie Dachser investieren daher bereits seit Langem in eine eigene, tief-integrierte IT-Landschaft. Letztlich bedeutet intelligente Logistik für die DIY-Branche eine Kombination aus standardisierten Kernleistungen im Stückgutnetzwerk – Transport, Warehousing, Value-Added-Services und integrierte IT-Lösungen – sowie bedarfsgerechten Leistungsbausteinen. Diese „DIY-­Logistics-Pipeline“ als durchgängig getaktete Supply-Chain-Lösung ist für Dachser der Schlüssel zum Erfolg der bereits seit 20 Jahren bestehenden Branchenlösung Dachser DIY-Logistics.

Ralf MeistesRalf Meistes, Jahrgang 1954, startete seine Karriere 1974 als Speditionskaufmann bei Dachser und ist dem Familienunternehmen während seiner gesamten Berufskarriere treu geblieben. Nach verschiedenen Stationen in den Fachabteilungen und der Weiterbildung zum Verkehrsfachwirt übernahm er 1989 die Vertriebsleitung bei Dachser in Neuss. Als knapp zehn Jahre später Dachser DIY-Logistics als Branchenlösung gegründet wurde, wechselte Meistes nach Köln.

Angefangen hat Dachser DIY-Logistics 1998 mit einem jährlichen Volumen von rund 300.000 Sendungen in Deutschland. Inzwischen ist es auf rund 4,6 Millionen Sendungen im Jahr gestiegen, und zwar nicht mehr nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und weltweit. Gemeinsam mit der Bau- und Gartenmarktbranche ist Dachser kontinuierlich gewachsen. Am Anfang der Erfolgsgeschichte standen insbesondere Kooperationen mit Herstellerverbänden und der Lieferantenkooperation SynLOG, bei der Dachser seit der ersten Stunde zunächst als ein Partner und seit 2017 schließlich als Exklusivpartner für den Stückguttransport agiert.

Die Nähe zu allen Seiten – Herstellern, Lieferanten sowie Händlern – bringt für Dachser den entscheidenden Vorteil, jederzeit genau zu wissen, „wo der Schuh drückt“. So entstand beispielsweise 1999 der Ausbau des Dachser DIY-Logistics Service um das Merchandising. Baumärkte konnten zwar über ihr Warenwirtschaftssystem erkennen, dass ein Artikel bereits nachbestellt und geliefert wurde, allerdings kam er oft nicht rechtzeitig ins Regal. Dachser etablierte den Merchandising Service und sicherte die Platzierung der gelieferten Waren sofort nach Anlieferung am Point of Sale.

Kosten- und Synergieeffekte durch ­gezielte Bündelung

Bereits zum Jahrtausendwechsel fasste Dachser DIY-Logistics als Branchenlösung in immer mehr Ländern Europas Fuß und öffnete so auch den Lieferanten neue Märkte. Dieser Ausbau wird bis heute konsequent vorangetrieben. Gleichzeitig werden die Prozesse weiter standardisiert – nicht nur im Bereich DIY-Logistics, sondern im gesamten Unternehmen. Von den fortlaufenden Weiterentwicklungen und dem immer engmaschiger werdenden weltweiten Dachser-Netzwerk profitieren schließlich die Kunden in Form von Synergie- und Kosteneffekten. Heute kann das Dachser-Netzwerk auf die Expertise von 396 Standorten in 44 Ländern zurückgreifen. Als Marktführer im deutschen und europäischen Stückgutmarkt betreibt Dachser ein dichtes Landverkehrsnetz. In der Seefracht wird das Netzwerk ebenfalls immer dichter, zuletzt über die Aufschaltung 26 neuer LCL-Verbindungen (Less than Container Load). Zeitlich sind die LCL-Services eine interessante Option: Aufgrund der gezielten Bündelung der Waren und festen Containerläufen zwischen den Häfen profitieren Kunden von einer besseren Planbarkeit, Schnelligkeit und Transparenz der Sendungen.

Insbesondere wenn man bedenkt, dass mittlerweile gut 50 Prozent der Waren in den Baumärkten aus Asien kommen, sind diese Zeit- und Kosteneffekte nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig bietet Dachser DIY-Logistics Qualitätskontrollen an. Dachser kann dabei auf ein Netzwerk aus 20 eigenen Standorten in China zurückgreifen. Bevor die Ware verschifft wird, zählen, messen und wiegen die Mitarbeiter vor Ort die Lieferung.

Die Bau- und Gartenmarktbranche hat sich seit Bestehen der Branchenlösung Dachser DIY-Logistics verändert und erfährt aufgrund der Digitalisierung erneut einen Wandel. Der Anteil am Onlinehandel wächst jährlich zweistellig, der frühere Point of Sale im Markt weicht unterschiedlichen Distributionskanälen, während der Kostendruck weiter steigt. Als verlässlicher Partner der Branche wird Dachser auch künftig mit und für seine Kunden an neuen Lösungswegen und der Optimierung der Logistik als bedeutender Teil der Wertschöpfungskette arbeiten. Denn am Ende ist es ganz gleich, über welchen Kanal der Kunde zum Baumarkt kommt – Logistik und der physische Transport der Ware von A nach B werden immer bleiben.

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12.02.2019