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Händler investieren Millionen in Ladenbau

Die Investitionsbereitschaft des Handels in das Erscheinungsbild und die technische Ausstattung seiner Geschäfte ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Über alle Handelsbranchen hinweg ist die Optimierung des Bestands der größte Kostenfaktor bei den Investitionen.

EHI Investitionen Ladenbau
Foto: EHI

Dies sind einige vorläufige Ergebnisse der EHI-Studie „Ladenmonitor 2020“. Die gesamte Studie wird zur Euroshop im Februar 2020 veröffentlicht. Die Kosten für die Einrichtung eines neuen Lebensmittelmarkts sind im Vergleich zu 2016 um 14,7 Prozent auf 733 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (VKF) gestiegen. „Ein unverändert hoher Anspruch an die Ladenoptik, gerade in den Frischebereichen, mehr gastronomische Angebote und kühlpflichtige Convenience-Sortimente bestimmen das Investitionsverhalten des Lebensmittelhandels. Damit wird auch weiterhin in moderne, energieeffiziente Kältetechnik investiert“, sagt EHI-Expertin Claudia Horbert. So gehört die Kühltechnik aktuell für 90 Prozent der befragten Lebensmittelhändler zu den Investitionsschwerpunkten. 2016 lag der Anteil noch bei 73 Prozent.

Im Fokus der Neueröffnungen in der Lebensmittelbranche stehen neben dem klassischen Supermarkt mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche zwischen 1.600 und 2.000 Quadratmeter zunehmend Klein- und Spezialformate als Nahversorger in den Städten. Im Fashion-Handel sind die Kosten für ein neues Geschäft im Vergleich zu 2016 um 12,6 Prozent gestiegen und liegen aktuell bei 500 Euro/Quadratmeter VKF. Obwohl das Handelssegment unter einem hohen Kostendruck steht, vielfach begleitet von einer deutlichen Portfoliobereinigung, bleibt das Bestreben der Unternehmen nach einer qualitativen Aufwertung der Verkaufsfläche unverändert bestehen.

Auf dem neuesten Stand

Im Mittelpunkt ihrer Investitionen steht für Handelsunternehmen aller Branchen weiterhin die Bestandsoptimierung der Filialen. Diese folgt allerdings nicht mehr zwangsläufig regelmäßigen Renovierungszyklen im Sinne von Komplettumbauten. So hat sich der Trend der vergangene Jahre zu einer Verlängerung der Fristen für Umbauten deutlich verstärkt. Vollumfassende Renovierungen im Food- und Nonfood-Handel werden jetzt erst nach über 9 bis 9,1 Jahren durchgeführt. An ihre Stelle treten Teilumbauten und kleinere Refresh-Lösungen mit hochflexiblen Einrichtungsmodulen und einer raschen Veränderung von Aktionsflächen, um die Läden technisch und optisch auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Ausstattung der Geschäfte mit LED-Technik ist im deutschen Handel mittlerweile weit fortgeschritten. So liegt der branchenweite Umrüstungsstand bei 61 Prozent im Food- und bei 41 Prozent im Nonfood-Handel. Folglich sind die Ausgaben für LED-Beleuchtung im Vergleich zu 2016 um knapp die Hälfte zurückgegangen. Die Umrüstung der Läden mit LED ist aber noch nicht flächendeckend abgeschlossen. So sieht noch rund ein Drittel der Befragten in der LED weiterhin einen Schwerpunkt seiner Investitionen.

20.09.2019