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Hagebaumarkt nimmt Böller aus Sortiment

Ein Hagebaumarkt im rheinischen Langenfeld hat unmittelbar vor dem Jahreswechsel angekündigt, sämtliche Feuerwerkskörper aus dem Verkauf zu nehmen. Der Händler reagiert damit auf die Kritik von Tierbesitzern.

Prospekt Silvestersortiment
137 Millionen Euro werden in Deutschland jährlich mit Silvesterfeuerwerk umgesetzt.
Foto: MAU

Wie der Verband der pyrotechnischen Industrie mitteilt, liegen die Silvesterumsätze an Raketen, Verbundfeuerwerk und diversen Knallern hierzulande in den letzten drei Jahren bei konstant 137 Millionen Euro. Eine Summe, die nach Ansicht vieler Menschen auch sinnvoller angelegt werden könnte. Anfang der 1980-er Jahre wurde beispielsweise die Aktion „Brot statt Böller“ ins Leben gerufen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) rechnet vor, dass das in Deutschland zum Zünden gebrachte Feuerwerk 5.000 Tonnen Feinstaub erzeugt – wofür übrigens der gesamte deutsche Autoverkehr knapp zwei Monate benötigt.

Wie außerdem einige Tierärzte alarmieren, ist Silvester für die Tiere kein besonders schöner Feiertag. Die lauten Feuerwerksexplosionen, aufblitzenden Lichter und der beißende Geruch setzten ihnen schwer zu. Denn die sensiblen Sinnesorgane der Vierbeiner reagierten extrem auf das Silvesterfeuerwerk, sodass die Tiere in regelrechte Panik versetzt werden. Ein Hagebaumarkt in Langenfeld hat auf die mahnenden Worte reagiert und zum Jahrwechsel erstmals keine Silvesterraketen verkauft. Gegenüber der WAZ erklärte Marktleiter Günter Dönges: „Auslöser waren die massiven Beschwerden von Katzen- und Hundebesitzern nach unseren Feuerwerk-Vorführungen in den letzten Jahren“, Daher habe man sich aus Liebe zu den Tieren zu diesem Schritt entschlossen. Auch die aktuelle Feinstaub Diskussion habe eine Rolle gespielt, so Dönges weiter. Der Markt hatte seine Entscheidung, keine Feuerwerkskörper zu verkaufen, über soziale Netzwerke (Facebook) verbreitet und in der Folge eine Menge positiver Reaktionen erhalten.

02.01.2019