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Handel fordert CO2-Zertifikatehandel

Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung setzen sich neun große deutsche Handelsunternehmen gemeinsam mit dem (HDE) für die Einführung eines CO2-Zertifikatehandels ein. Zu den Unterstützern gehört auch die Baumarktkette Knauber.

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Aus der Baumarktbranche ist Knauber der Unterstützer der gemeinsamen Klimaerklärung mit dem HDE.
Foto: MAU

Der Zertifikatehandel müsse an die Stelle der bisherigen Finanzierung der Energiewende durch Steuern und Abgaben treten, so der Handelsverband Deutschland (HDE) in einer gemeinsamen Klimaerklärung. Es gehe darum, die Energiewende fair zu finanzieren. „Wir unterstützen den vollständigen Umstieg auf regenerative Energien, ohne den die Klimaschutzziele nicht zu erreichen sind. Die Kosten der Energiewende belasten Privathaushalte jedoch erheblich, ohne ausreichend auf die Klimaziele einzuzahlen“, heißt es weiter. Der HDE und die Handelsunternehmen, darunter die acht großen Lebensmittelkonzerne und die Bonner Baumarktkette Knauber, fordern deshalb mit dem Zertifikatehandel eine gerechtere Finanzierung der Energiewende, die gleichzeitig Anreize zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und damit für den Klimaschutz setzt. Das aktuelle Steuer- und Umlagesystem mit Stromsteuer und EEG-Umlage soll dafür entfallen.

„Die Handelsunternehmen haben ihre Klimabilanz in den letzten Jahren erheblich verbessert, die Branche leistet ihren Beitrag zum Klimaschutz“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Insbesondere die Filialisten haben ihre Energiekonzepte kontinuierlich optimiert und erhebliche Strom- und Energieeinsparungen erzielt. Einzelhändler nutzen zunehmend regenerative Energien für die eigene Stromversorgung sowie effiziente Beleuchtungs- und Klimatechnik und setzen Green- Building-Konzepte um. Eine eigene HDE-Klimaschutzoffensive trägt dazu bei, die Erfahrungen und das Wissen großer Unternehmen kleinen und mittleren zu vermitteln. Zudem ist der Handel bereit, erheblich zu einer Reduktion von Emissionen im Verkehrssektor beizutragen. So könnte allein der Lebensmittelhandel seine bundesweit 38.000 Parkplätze für den flächendeckenden Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. Dazu bedürfe es allerdings noch passender Förderprogramme der Bundesregierung.

20.09.2019