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Handel will Verpackungsmüll weiter reduzieren

Im Bundesumweltministerium hat der zweite Runde Tisch zur Reduzierung von Verpackungen im Handel stattgefunden. Politik und Unternehmen sind darüber einig, dass die Anzahl der recyclingfähigen Verpackungen wachsen soll. Der HDE kritisiert nach wie vor das geplante Plastiktüten-Verbot.

Plastikmüll
Plastikmüll soll reduziert werden.
Foto: Pixabay

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßt „die Ansätze zur Vermeidung überflüssiger Verpackungen im Einzelhandel“. Beim zweiten Runden Tisch zu diesem Thema stellten jetzt im Ministerium verschiedene Handelsunternehmen ihre Initiativen zur Abfallvermeidung vor. Dazu zählen unter anderem Mehrwegnetze, Mehrwegbehälter in der Logistikkette und der Verzicht von Verpackungen bei Obst und Gemüse. Deutlich vergrößert werden soll zu dem die Anzahl recyclingfähiger Verpackungen. Die Unternehmen sagten weitere Schritte bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu, verlautet aus dem Ministerium.

Schulze: „Viele Unternehmen haben erkannt, dass der Verzicht auf überflüssige Verpackungen zum Wettbewerbsvorteil geworden ist. Im Handel und bei einigen Markenherstellern hat tatsächlich ein Umdenken begonnen. Hier gibt es mittlerweile eine Reihe an Innovationen und Initiativen, um insbesondere Einwegverpackungen aus Kunststoffen zu vermeiden, sowohl bei Produkten als auch beim Transport. Das gilt es jetzt weiter fortzusetzen.“

Transparenz für Verbraucher

Dabei müsse es für die Öffentlichkeit möglich sein, „auf einfache Weise nachzuvollziehen, wo und wie Verpackungen eingespart werden und ob die jeweiligen Unternehmensziele zur Abfallvermeidung auch eingehalten werden. Verbraucher und Verbraucherinnen müssen erkennen können, ob ihr Supermarkt um die Ecke auf nachhaltige Verpackungen setzt.“

Damit die Fortschritte bei der Abfallvermeidung für die allgemeine Öffentlichkeit überprüf- und vergleichbar werden, soll für zusätzliche Transparenz gesorgt werden. Das Ministerium hat dazu mehrere Kriterien vorgeschlagen. Dazu zählen unter anderem Fortschritte bei Mehrwegverpackungen, -frischeboxen und -behälter im Regal und in den Logistikketten sowie die Anzahl recyclingfähiger Verpackungen und der Anteil unverpackter Ware. Hierzu werde eine Vereinbarung mit dem Handel angestrebt.

Handel verstärkt Bemühungen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt „ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, den Ressourcenschutz zu stärken und Verpackungen zu verringern.“ Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: „Die Unternehmen haben ihre Anstrengungen, Verpackungen und Kunststoffe zu reduzieren, in diesem Jahr deutlich verstärkt.“ Insbesondere bei ihren Eigenmarken gingen die Händler mit gutem Beispiel voran. So hätten die Unternehmen das Verpackungsmaterial deutlich reduziert und sich das Ziel von vollständig recyclingfähigen Verpackungen gesetzt. Außerdem nehme der Einsatz von recyceltem Material in den Verpackungen stetig zu.

Der Spitzenverband spricht sich nach wie vor gegen ein Verbot von Plastiktüten aus. Genth: „Das jetzt geplante Verbot von Plastiktüten ist nicht das richtige Signal, weder an den Handel noch an die Verbraucher, ohne deren Mitwirken die Reduzierung von Plastiktüten nicht funktioniert hätte.“

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17.10.2019