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HDE-Prognose: Handel 2018 mit Umsatzplus

Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostiziert für den deutschen Einzelhandel ein Umsatzplus von zwei Prozent für 2018. Der Mittelstand profitiert nicht von guter Konjunktur, Wachstumstreiber ist der Online-Handel.

Stefan Genth Hauptgeschäftsführer HDE
Stefan Genth: „Zwischen kleinen und großen Handelsunternehmen geht die Schere auseinander.“
Foto: HDE

Insgesamt wird der Umsatz im Einzelhandel 2018 nach Prognose des HDE um zwei Prozent auf 523 Milliarden Euro steigen. Die HDE-Konjunkturumfrage unter 1.000 Unternehmen aller Standorte, Größen und Branchen zeigt, dass mehr als zwei Drittel der größeren Unternehmen (mehr als 100 Beschäftigte) mit einem Umsatzplus in 2018 rechnen. Händler mit weniger als fünf Beschäftigten dagegen kalkulieren mehrheitlich sogar mit einem Umsatzminus. „Zwischen kleinen und großen Handelsunternehmen geht die Schere auseinander“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Wachstumstreiber der Branche bleibt dagegen der Online-Handel, der um rund zehn Prozent auf 53,4 Milliarden Euro zulegen wird. Davon profitieren auch die Multichannel-Unternehmen, die auf die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel setzen. Hier erwarten 57 Prozent in 2018 bessere Geschäfte als noch im Vorjahr. Genth: „Der mittelständische Einzelhandel ist in dieser Zeit des Strukturwandels in der Branche mehr denn je auf die passenden politischen Rahmenbedingungen angewiesen. Die Bundesregierung muss deshalb die Kaufkraft der Verbraucher stärken und neue Belastungen für die Unternehmen vermeiden.“ Insbesondere müssten kleinere und mittlere Einkommen mutiger als bisher im Koalitionsvertrag vorgesehen entlastet werden. Entscheidend für den mittelständischen Handel ist auch, dass der Standort Innenstadt attraktiv und erreichbar für Kunden und Logistik bleibt. Fahrverbote sind kontraproduktiv.

Auf den Einsatz neuer Technologien im Handel reagieren die Kunden mehrheitlich aufgeschlossen. Das zeigt eine Verbraucherbefragung im Rahmen des aktuellen HDE-Konsummonitors. So kann sich mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, ihre Einkäufe im Geschäft selbst zu scannen und befürwortet die Nutzung von „Bestpreis-Apps“, also Apps, die einem zeigen, wo man günstig einkaufen kann. Hohe Akzeptanz verzeichnen zudem Hinweise auf Sonderangebote in der Nähe über Smartphones. Genth: „Damit der Handel das Potential der Digitalisierung für sich nutzen kann, muss die Bundesregierung neben dem Breitbandausbau Themen wie die Bekämpfung des Abmahnmissbrauchs und die Schaffung eines fairen Wettbewerbs mit ausländischen Plattformhändlern angehen.“

18.04.2018