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HDM geht erneut in die Insolvenz

Der Bodenbelagshersteller HDM muss nach 2016 nun erneut Insolvenz anmelden. Damals wie heute treiben steigender Wettbewerbs- und Preisdruck das Unternehmen in die Enge. Außerdem waren die Umsätze im Sommer katastrophal.

HDM Domotex
HDM-Stand auf der Domotex
Foto: MAU

Die wechselvolle Geschichte des Bodenbelagsherstellers HDM geht weiter: Bereits im Januar 2016 hatte das Moerser Unternehmen beim zuständigen Amtsgericht in Kleve Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das damals schwierige Marktumfeld, ein steigender Wettbewerbs- und Preisdruck sowie der Wegfall eines großen Baumarktkunden durch Insolvenz hatten es erforderlich gemacht, die HDM GmbH für die Zukunft neu aufzustellen. Im September des gleichen Jahres dann die gute Nachricht: Die Restrukturierung der HDM GmbH, Komplettanbieter für die gesamte Innenraumgestaltung, wurde innerhalb neun Monaten abgeschlossen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde aufgehoben. Die Geschäfte konnten unter Dirk Dammers, dem damaligen Geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens weiter geführt werden.

Dann die Nachricht im Mai 2017: Die Berliner Holding Kairos Industries AG hat am 25.04.2017 die Anteile der in Moers ansässigen HDM GmbH übernommen. Ziel des Investors war es, im Markt der Holzwerkstoffprodukte zu wachsen, wie es offiziell hieß. Die Gesellschafterfamilie Dammers, die übrigens Namensgeber der Holzwerke Dammers Moers (HDM) sind, schied fortan aus der Unternehmensleitung aus. HDM firmierte um in „HDM – Home, Design, Modern“.

Unter der neuen Gesellschafterin Kairos Industries AG muss die HDM GmbH nun wieder Insolvenz anmelden. Das Gericht hat Rechtsanwalt Horst Piepenburg aus Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Piepenburg sei mit seinem Team vor Ort, um die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu prüfen, heißt es von Seiten einer Presseagentur. In einer ersten Belegschaftsversammlung am Dienstag wurden die Mitarbeiter über den Insolvenzantrag und die vorgesehene Insolvenzgeldvorfinanzierung unterrichtet.

Aus dem Umfeld des Unternehmens war zu erfahren, dass sich die Umsätze  zu Beginn und vor allem zur Mitte des Jahres „katastrophal entwickelt haben“. Extrem höhere Rohstoffpreise und Logistikkosten hätten außerdem nicht an den Handel weitergegeben werden können. Das Unternehmen sei nicht überschuldet, hieß es inoffiziell, aber Zahlungsengpässe hätten gedroht.

Die HDM GmbH hat insgesamt 182 Mitarbeiter incl. Geschäftsführung. Davon 168 Mitarbeiter in Moers und 14 in Möckern. Der Geschäftsbetrieb läuft der Agenturmeldung zufolge unverändert fort.

11.10.2018