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Heimtier-Branche setzt 2019 rund 5,2 Milliarden Euro um

Laut Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland (ZZF) und Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) haben Fachhandel und LEH im vergangenen Jahr 4,36 Milliarden Euro (+2,4 Prozent) mit Heimtierbedarf umgesetzt. Hinzu kommen 705 Millionen Euro Onlineumsatz und 125 Millionen Euro für Wildvogelfutter.

Bauhaus Tierabteilung Hund Katze Dresden
Heimtierabteilung bei Bauhaus in Dresden
Foto: BaumarktManager

Der Umsatz mit „Heimtier-Fertignahrung“ im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel übertraf laut der Verbände das Ergebnis aus dem Jahr 2018 mit nunmehr 3,31 Milliarden Euro um 2,5 Prozent. Das Segment „Bedarfsartikel und Zubehör“ legte um 2,0 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu.

Der Markt für Hundefutter wuchs 2019 im stationären Handel auf 1,51 Milliarden Euro (+4,2 Prozent), insbesondere der Bereich „Snacks“ (+5,6 Prozent auf 568 Millionen Euro). Auch die Bereiche „Trockenfutter“ (+3,9 Prozent auf 452 Millionen Euro) und „Feuchtfutter“ (+2,9 Prozent auf 487 Millionen Euro) übertrafen das Vorjahresergebnis. „Hundesnacks verzeichnen seit Jahren ein dynamisches Wachstum“, sagt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. „Dabei sind Snacks mit funktionalem Zusatznutzen ebenso beliebt wie Belohnungsartikel. Die gute Nachfrage in diesem Segment zeigt, wie wichtig vielen Hundehaltern eine enge Beziehung zu ihrem Tier ist.“ 

Markt für Katzenfutter weiterhin größtes Futtersegment

Der Markt für Katzenfutter legte 2019 im Vorjahresvergleich um 1,2 Prozent zu und bildet mit einem Gesamtumsatz von 1,57 Milliarden Euro wie auch in den Vorjahren das größte Futtersegment. Wachstumstreiber waren dabei die Segmente „Feuchtfutter“ (+1,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro) sowie „Snacks/Katzenmilch“ (+2,9 Prozent auf 245 Millionen Euro). Das Segment „Trockenfutter“ blieb mit 299 Millionen Euro gegenüber Vorjahr stabil. „Feuchtfutter trägt maßgeblich dazu bei, den Flüssigkeitsbedarf der Katze abzudecken und erfreut sich zunehmender Beliebtheit, was sich auch in den Umsatzzahlen widerspiegelt“, sagt IVH-Vorsitzender Georg Müller. „Zudem trägt der Trend zu Einzelportionen zum anhaltenden Wachstum bei.“

Drittstärkste Kraft bei den Futtermitteln war 2019 Kleintierfutter, das erstmals nach fünf Jahren wieder ein Umsatzplus in den klassischen Vertriebswegen verbuchen konnte (+2,4 Prozent auf 87 Millionen Euro). Auch der Umsatz am Markt für Zierfischfutter (+1,9 Prozent auf 53 Millionen Euro) stieg leicht an. Während es im Segment Wildvogelfutter Zuwächse gab (+25 Prozent auf 125 Millionen Euro), sanken die Umsätze im Bereich Ziervogelfutter um 1,5 Prozent auf 65 Millionen Euro).

Der Bereich „Bedarfsartikel und Zubehör“ entwickelt sich weiterhin positiv und erreichte 2019 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 2,0 Prozent (1,02 Milliarden Euro). Den größten Anteil dran hat Katzenstreu (+0,7 Prozent auf 284 Millionen Euro). Den größten Zuwachs in der Kategorie verzeichnete das Hundezubehör (+6,4 Prozent auf 215 Millionen Euro), vor Zubehör für Katzen (+2,0 Prozent auf 208 Millionen Euro) und Zierfisch-Zubehör (+1,6 Prozent auf 185 Millionen Euro).

LEH bleibt stärkster Absatzweg für Heimtier-Fertignahrung

Der Fachhandel (hierzu zählen unter anderem auch Baumärkte) steigerte laut IVH und ZZF seinen Umsatz für Bedarfsartikel und Zubehör auf 803 Millionen Euro und bleibt mit einem Umsatzanteil von 79 Prozent der wichtigste Absatzweg in diesem Segment. Als Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung behauptet sich weiterhin der LEH (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern) mit einem Umsatzanteil von 62 Prozent (2,06 Milliarden Euro).

Das Umsatzvolumen im Onlinehandel mit Heimtierprodukten schätzen die Verbände auf rund 705 Millionen Euro (+80 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr). Differenzierte, tierartenspezifische Daten zum Onlinemarkt seien „derzeit noch nicht verfügbar“, heißt es.

Im Jahr 2019 besaßen nach Verbandserhebungen 45 Prozent aller Haushalte in Deutschland Heimtiere, insgesamt 34 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel sowie Zierfische und Terrarientiere. Die Katze (14,7 Millionen Tier in 23 Prozent der Haushalte) ist weiterhin Deutschlands Heimtier Nummer eins. Dahinter folgen auf den Plätzen zwei und drei Hunde (10,1 Millionen in 20 Prozent der Haushalte) und Kleintiere (5,2 Millionen in 5 Prozent der Haushalte).

Auswirkungen der Corona-Krise ungewiss

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den deutschen Heimtiermarkt seien derzeit noch nicht einzuschätzen, so Georg Müller und Norbert Holthenrich. „Erst wenn die Corona-Krise überstanden ist, werden wir eine verlässliche Aussage zu den wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Ausnahmesituation machen können. Derzeit steht die Gesundheit unserer Mitarbeiter und ihrer Familien sowie aller Beschäftigten im Heimtiermarkt uneingeschränkt im Mittelpunkt.“

20.04.2020

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