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HHG und IVG: Erhöhte Kosten und verspätete Lieferungen durch Engpässe in der Seefracht

Die Warenströme aus Asien sind derzeit extrem gestört. Fehlende Container und Personalmangel beeinträchtigen die Seefracht. Luft- und Landwege bieten kaum eine Alternative. Eine große Herausforderung für importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln.

Schiff Container Hafen
Viele Container stauen sich derzeit in den Häfen.
Foto: Pexels/Julius Silver

Unternehmen der Garten- und Baumarktbranche, die Waren in Asien – insbesondere in China – einkaufen, kämpfen aktuell mit massiven Lieferengpässen, -verspätungen und mit dramatisch erhöhten Frachtraten. Darauf weisen der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und der Industrieverband Garten (IVG) hin.

Die notwendigen Leer-Container seien aktuell nicht mehr ausreichend verfügbar, heißt es in einem Pressestatement der Branchenverbände. Durch den Lockdown in vielen Ländern werde weniger Personal in den Häfen eingesetzt wird, Schiffe würden langsamer abgefertigt. In der Folge stauen sich Container in den Häfen und gehen nicht wieder leer zurück nach Asien. Die geplanten Abholungen und Verschiffungen der Waren verspäten sich. Laut HHG und IVG besteht kurzfristige keine Aussicht auf Besserung. Viele Lieferanten sähen bereits mehrere Wochen Delay in den geplanten Abholungen.

Eine unmittelbare Folge des Engpassfaktors „Equipment“ seien die Stornierungen von bereits geplanten Aufträgen und vertraglich zugesicherten Kontingenten seitens großer Seefrachtspediteure. „Wenn neue Frachtaufträge überhaupt noch angenommen werden, dann zu historisch hohen Frachtraten, die bis zu 300 Prozent und mehr über dem üblichen Frachtpreis liegen. Und dies, obwohl die Reedereien in den vergangenen Wochen neues Equipment hinzugekauft haben“, berichten die Verbände.

„Tiefrotes Verlustgeschäft“

Es sei zudem nicht auszuschließen, „dass der oligoligopole Anbietermarkt für Seefrachttransporte auf den bedeutenden Seerouten versuchen wird, diese außergewöhnliche Preissituation zumindest am Spotmarkt so lange wie möglich hoch zu halten, um bei den jetzt anstehenden Verhandlungen mit den großen Verladern und Seefrachtspediteuren dies als ,Rückenwind‘ zu nutzen“.

Die mittelständischen Importeure von Garten- und Baumarktartikeln seien im Seefrachtlogistikmarkt „vergleichsweise bedeutungslos“. Die Verspätungen in den Abgangshäfen und die Aufkündigung von vertraglichen Bedingungen durch Seefrachtspediteure, mit den damit einhergehenden explodierenden Kosten für neue Aufträge, stelle den Mittelstand nunmehr vor nicht vorhersehbare, aber dafür vollendete Tatsachen. Je nach Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel seien damit viele importierte Garten- und Baumarktprodukte auf Basis der bestehenden Preiskalkulation für die Lieferanten „ein tiefrotes Verlustgeschäft“.

16.12.2020