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Ende des Lockdowns bedeutet nicht ­Ende der Krise

Die Corona-Krise hat einen Trend verstärkt und am Ende des Lockdowns, scheint dieser Trend sich nicht zu verlangsamen. Auch Baumärkte müssen sich besser anpassen.

Ein Kommentar von Boris Hedde, IFH Köln
Das Konsumverhalten der Deutschen in Zeiten von Corona verstärkt nur den Trend zu Online, der auch vor der Krise schon vorhanden war.
Das Konsumverhalten der Deutschen in Zeiten von Corona verstärkt nur den Trend zu Online, der auch vor der Krise schon vorhanden war.
Foto: Photo Mix auf Pixabay

Kundenverhalten ändert sich regelmäßig. Dies geschieht durch neue Entwicklungen oder vor allem auch durch gesellschaftliche Änderungen. Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen, die seit Monaten gelten, verstärken einen Trend, den es bereits seit einigen Jahren gibt: die Konditionierung der Kund*innen auf den Onlinekanal. Auch Baumärkte sind von diesem Trend betroffen.

Der Corona Consumer Check des IFH Köln untersucht in kurzen zeitlichen Abständen das Konsumentenverhalten der Deutschen in Zeiten der Corona-Krise. Die letzte Erhebung analysiert die Stimmung in Sachen Konsumverhalten nach den Lockerungen des bundesweiten Lockdowns. Ergebnis: Obwohl der Einkauf im stationären Geschäft nun wieder möglich ist, werden Geschäfte bedeutend weniger aufgesucht. Dies trifft vor allem den innerstädtischen Einzelhandel. Aber auch Baumärkte können diesen Trend nicht erst seit der Krise beobachten.

Viele Konsument*innen bevorzugen es, ihre Bestellungen bequem von zu Hause online zu tätigen. Mittlerweile ist das auch bei vielen Produkten aus dem DIY-Bereich üblich. Die Ware wird bis vor die Haustür geliefert, und es kann sofort mit dem Werkeln begonnen werden.

Doch nicht nur Bequemlichkeit spielt aktuell eine große Rolle. Der Corona Consumer Check zeigt auch, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung die Öffnungen der Geschäfte als verfrüht einstuft. Die Gefahr einer zweiten Pandemie-Welle wird befürchtet, und viele trauen der Stabilität der Entwicklung nur bedingt und bleiben deshalb weiter in den eigenen vier Wänden.

Aktuell heißt es: Der Onlinehandel sammelt Pluspunkte – auch gegenüber den Baumärkten. Für den stationären Handel hat das Ende des Lockdowns noch nicht das Ende der Krise in Sicht gebracht. Es gilt jetzt, die Vorteile, die der stationäre Handel bietet, auszunutzen und auszubauen. Dazu zählt vor allem die fachliche Beratung vor Ort, die stationär nachgefragt ist. Diesen Vorteil jetzt zu nutzen, ist die Devise – auch um neue Kunden und Sortimente einzuführen. Kunden kaufen gemäß dem Corona Consumer Check zielgenau ein. Das heißt, es gibt weniger Besuche von Einkaufsstätten, aber gemäß Handelsangaben höhere Warenbons. Dieser Umstand zwingt noch mehr, kundenzentriert zu handeln und stationäre Vorteile auszuspielen.

Der Autor

Foto von Boris Hedde

Boris Hedde ist Geschäftsführer des IFH Köln. Als Brancheninsider liefert das IFH Information, Research und Consulting zu handelsrelevanten Fragestellungen im digitalen Zeitalter.

www.ifhkoeln.de

20.07.2020