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Ifo Institut: auf Tief folgt Hoch

Die Corona-Krise hat im zweiten Quartal zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung geführt. Sie habe sich aber im Coronatal gefangen und klettere wieder aufwärts, ohne bislang die alte Höhe erreicht zu haben, so das bisherige Resümee des ifo-Instituts.

Ohne Warenträger läuft wenig in Industrie und Handel.
Die Konjunktur zieht langsam wieder an.
Foto: EPAL European Pallet Association

„Durch die allmähliche Lockerung stiegen im Mai im Einzelhandel die Umsätze kräftig, da viele Käufe nachgeholt wurden. Aber auch in den anderen Wirtschaftszweigen zogen Produktion und Umsätze allmählich wieder an“, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) an der Universität München. Zudem hat sich das vom Institut ermittelte Geschäftsklima in vielen Unternehmen verbessert. „Demnach dürfte es in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu einer spürbaren Erholung kommen.“

Diese Einschätzung beruhe allerdings auf Annahmen über den weiteren Verlauf der Epidemie und die politischen Reaktionen darauf, so das Forschungsinstitut. Beide Entwicklungen seien mit hoher Unsicherheit behaftet. So werde insbesondere unterstellt, dass die Lockerungen fortgesetzt werden, ohne dass es dabei zu einem erneuten flächendeckend Anstieg der Infektionen kommt.

Die Erholung am Arbeitsmarkt verlaufe bislang schleppend. So habe zwar die Arbeitslosigkeit im Juni ihren Höhepunkt erreicht. Allerdings fiel der saisonbereinigte Rückgang im Juli nur schwach aus. Auch die Anzahl der Unternehmen, die Kurzarbeit fahren, gehe nach Schätzungen des ifo Instituts sehr langsam zurück. Vor allem im Gastgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe seien noch überdurchschnittlich viele Unternehmen betroffen. Während die Industrie vor allem unter einer schwachen Auftragslage leide, würden die Umsätze in der Gastronomie weiter durch Corona-Auflagen beschränkt.

31.07.2020