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Immer weniger Kraftfahrer in der Logistik

Anfang Juni fand der Logistik-Kongress von Synlog, der Kooperation der beiden Industrieverbände IVG und HHG, statt. Ein Hauptthema war ein aktuelles Probleme der Branche, der Fahrermangel.

Lkw Autobahn Baustelle
Junge Leute finden die Arbeit als LKW-Fahrer nicht mehr attraktiv.
Foto: Pixabay

Nach der Begrüßung durch Synlog-Geschäftsführer Markus Schering hielten Anna Hackstein, Geschäftsführerin des Industrieverbandes Garten (IVG), und Norbert Lindemann, stellvertretender Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten (HHG), einen gemeinsamen Vortrag zur DIY-Logistik am Puls der Zeit. Anna Hackstein stellte fest, dass das Interesse am Heimwerken nach wie vor stabil sei und der Gartenmarkt wachse. Das wiederum habe zur Folge, dass der Gütertransport in der Branche ebenfalls ansteige. Norbert Lindemann erklärte, dass 70 Prozent der Güter in Deutschland über die Straße transportiert werden. Versandhandel und Dropshipment erforderten mehr Aufwand und erhöhten die Komplexität der Lieferkette.

E-Commerce ist kein Hobby

Schon heute wickelt GAH 20 Prozent seiner gesamten Aufträge im E-Commerce ab, rund ein Fünftel davon per Click & Collect, den Rest per Dropshipment. Das bringe ganz neue Anforderungen an das gesamte Geschäftsmodell mit sich, angefangen vom elektronischen Datenaustausch bis hin zur Retourenabwicklung. In der Logistik müssten B2C-Transport-Kapazitäten für kleinere Auftragsgrößen bis hin zu kleinsten Anbruchmengen geschaffen werden. Letztlich gelte es, Effizienz in die eigenen Prozesse zu bringen.

Prof. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), konfrontierte die Teilnehmer mit aktuellen Fakten aus der Logistikbranche. Die Warenströme aus Fernost werden sich bis zum Jahr 2030 in etwa verzehnfachen. Bei dem steigenden Transportaufkommen sei die Straße immer noch der Hauptverkehrsträger. Fahrermangel und eine nicht mitwachsende Verkehrsinfrastruktur machten die Verkehre immer weniger planbar. „Wir bekommen in jedem Jahr 16.000 neue Fahrer, auf der anderen Seite gehen jedoch etwa 30.000 Fahrer in den Ruhestand“, so Engelhardt. Dadurch entstehe, wachsendes Logistikaufkommen eingerechnet, ein Mangel von mehr als 15.000 Fahrern jährlich. Die Fernfahrer-Romantik des vergangenen Jahrhunderts existiere nicht mehr. Junge Leute achteten heute mehr auf ihre Work-Life-Balance, und daher habe „keiner mehr Lust auf den Job. Die Branche und die Politik müssen dafür sorgen, dass der Beruf des Kraftfahrers ein besseres Image bekommt und dass Raststätten und Parkplätze in ausreichender und qualitativ angemessener Form vorhanden sind“, so der Verbandssprecher.

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27.08.2019