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Mit Influencer die Marke stärken

Wirbst du noch oder bloggst du schon? Diese Frage dürften sich DIY-Anbieter immer häufiger stellen. Denn auch Handelswerbung wird digitaler. Besonders überzeugend sind die Marketing-Botschaften, wenn sie von sogenannten Influencern übermittelt werden.

Social Media und Blogs sind die Plattform auf denen sich Influencer aufhalten
Social Media und Blogs sind die Plattform auf denen sich Influencer aufhalten
Foto: Pixabay

Ihr Name ist Dani, und ihre Online-Seite nennt sich „gingered things“. Regelmäßig berichtet die junge Frau dort aus ihrer „kleinen Welt“. Das, was sie zeigt, könnte ihr den Ruf einer Bastelbloggerin eintragen. Eine von vielen, die sich heute auf Plattformen wie Youtube, Facebook, Pinterest oder Instagram tummeln. Doch eigentlich ist Dani viel mehr. Denn bei genauem Hinsehen entpuppt sie sich als eifrige Werbebotschafterin des Werkzeugversands Westfalia. So wie etwa in einem Beitrag, in dem sie ihren Followern per Fotostrecke step by step den Bau eines Vogelfutterhäuschens erklärt. Überschrieben ist dieser mit dem emotionalen Satz „Ein Futterhäuschen dank Westfalia“. Die Dankbarkeit dürfte auf Gegenseitigkeit beruhen. Denn tatsächlich sind die Werkzeuge in dem typischen Westfalia-Blau auf mehreren Abbildungen markant in Szene gesetzt, und das ist kein Zufall. Dani ist eine von mindestens drei Bloggern, mit denen Westfalia aktuell kooperiert, um die Awareness für das eigene Unternehmen als Versandhaus für Werkzeug und DIY-Bedarf zu steigern. Auch auf lavendelblog.de ist man zum Beispiel voll des Lobes für seinen Kooperationspartner.

„Wir schätzen das Potenzial für Influencer-Marketing im DIY-Bereich als sehr groß ein.“ Sebastian Niemann, blogfoster
„Wir schätzen das Potenzial für Influencer-Marketing im DIY-Bereich als sehr groß ein.“ Sebastian Niemann, blogfoster
Foto: blogfoster

Für Sebastian Niemann hat diese Art der Werbung Methode und ist vor allem eines, nämlich zeitgemäß. Als Vertriebschef und Industry Specialist bei der Berliner Agentur Blogfoster besteht sein tägliches Business darin, Unternehmen, die nach mehr Aufmerksamkeit streben, mit geeigneten Bloggern zusammenzubringen, die als sogenannte Influencer ins Empfehlungsmarketing für eine Marke, ein Produkt oder auch einen Händler einsteigen. Mit hunderten entworfener und durchgeführter Kampagnen ist Niemann einer der erfahrensten Experten der noch jungen Szene. Doch nicht nur das. Blogfoster hat auch ein Tool entwickelt, um das Blogmarketing zu skalieren und die Kampagnenerfolge zu evaluieren.

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Demnach ist Influencer-Marketing laut Niemann auch im Bereich „Home & Garden“ eine interessante Option für die wirksame Kundenansprache. „Das Nutzerverhalten hinsichtlich der angebotenen Werbekanäle verändert sich. Noch dominiert im DIY-Bereich die TV-Werbung, aber das könnte sich ändern. Auch Print verliert. Als Alternative gehört Influencer-Marketing heute daher unbedingt in den Marketing-Mix, wenn man eine breite Zielgruppe ansprechen oder neue Kunden hinzugewinnen möchte“, sagt Niemann. „Wir schätzen das Potenzial im DIY-Bereich als sehr groß ein und denken, dass sich hier neben einigen First Movern noch viele Unternehmen gewinnbringend durch Influencer-Marketing platzieren können.“ Dem schließen sich auch andere aus der DIY-Branche an. Neben Westfalia kooperiert so zum Beipsiel die auf Frauenwerkzeug spezialisierte Plattform missfixx mit gingered things, ebenso Toom und Vorwerk. Der österreichische Farbenanbieter Adler erfreut sich zur Steigerung seiner Markenbekanntheit der Unterstützung von Szene-Blogs wie Unalife, Wendys Wohnzimmer oder Sinnenrausch.

Blogger genießen großes Vertrauen bei Followern

Warum es gerade solche kleinen und für den flüchtigen Betrachter austauschbaren Plattformen sind, die der Markenbekanntheit dienen sollen, mag klassischen Marketingverantwortlichen nicht sofort einleuchten. Die Sorge, dass dort investierte Budgets einfach verpuffen, ist weit verbreitet. Tatsächlich profitieren solche Kooperationen laut Niemann aber gerade von der Authentizität der Blogger, die bei ihren Followern ein großes Vertrauen genießen. Und genau darauf komme es an.

„Influencer-Marketing ist umso erfolgreicher, je gegenseitiger der Austausch des Influencers, sprich Bloggers, mit seinen Followern ist. Im Vordergrund steht der Dialog und nicht das bloße Präsentieren von Produktinfos“, so Niemann. Genau dies sei der Vorteil eines solchen Empfehlungsmarketings, aber auch die damit verbundene Herausforderung. Denn um glaubhaft rüberzukommen, muss sich der Blogger mit seinem Thema ernsthaft auseinandersetzen und echten Content und Mehrwert liefern. Das bedingt zum einen das nötige Fachwissen, aber auch eine gewisse Sensibilität und die Bereitschaft, für den fortlaufenden Dialog mit seinen Followern zur Verfügung stehen.

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Denn insbesondere Blogs auf Kanälen wie Facebook, Youtube, Twitter, Pinterest und Instagram seien in ihrer Außenwahrnehmung zu einem guten Stück von der Zahl ihrer Follower abhängig. Diese gelte es also bei der Stange zu halten. Halbherzigkeit entlarve die Netzgemeinde dagegen schnell. „Ein Blog, der über Wochen keine neuen Postings bietet, oder Facebook-Kommentare, auf die keine Antworten folgen, sind im Online-Marketing fast schon ein Todesstoß“, so Niemann. Auch für die Werbetreibenden seien daher Kontinuität und ein langer Atem wichtig, denn mitunter benötige es einige Jahre, bis ein Blog oder Pinterest-Profil tatsächlich etabliert seien und über eine signifikante Leserschaft verfügten.

Gezielte Kundenansprache für Unternehmen wichtig

Auch sollte klar sein, welche Ziele man mit der empfehlungsbasierten Form der Kundenansprache erreichen will, rät Niemann, etwa als Hersteller die Markenbekanntheit steigern oder als Händler ganzjährig im Gespräch bleiben, Saisonhöhepunkte und Aktionen bewerben, bestehende Kunden binden oder neue ansprechen? Denn auch Online-Werbung funktioniert nicht nach dem Schrotkugel-Prinzip. Nicht jeder Kanal eignet sich demnach gleich gut für denselben Inhalt. Auch die Nutzergruppen unterscheiden sich. So adressiert man mit Postings auf Pinterest vor allem Frauen um die 35, die einem eigenen Haushalt vorstehen und mithin eine interessante Zielgruppe etwa für Garten-und Einrichtungsbedarf sind. Inhaltlich eignen sich bildbasierte Channels zum Beispiel für Bau-, Pflanz- und Gestaltungsanregungen oder saisonale Empfehlungen. Bloggs, die Raum für längere Beiträge bieten, werden, was überraschen mag, laut Niemann auch recht gerne von der älteren Zielgruppe gelesen. Junge Leute wiederrum erreicht man am besten über mobile Plattformen. Insbesondere beim Data-Driven-Marketing, das davon lebt, Daten über das Einkaufsverhalten des Kunden zu sammeln, um ihn gezielt adressieren zu können, kommt der Interaktion zwischen Kunde und Händler eine entscheidende Rolle zu. Diese passiert nicht selten über das Smartphone. Denn mit ihm suchen viele Kunden online nach Produkten, tätigen Bestellungen oder nutzen Bonus- und Couponprogramme, nutzen aber auch Instagram und andere.

Einstieg in Social-Media-Marketing nicht schwer

Eine gute Nachricht ist laut Niemann jedoch, dass der Einstieg ins Social-Media- Marketing für Unternehmen je nach Anspruch auch nicht allzu schwer ist und im Vergleich zu klassischen Werbemitteln deutlich spontaner und oft auch günstiger. Für den Start tut es dem Experten zufolge mitunter schon die meist ohnehin vorhandene eigene Homepage. Große Handelsfilialisten mit entsprechender Manpower könnten auch das Empfehlungsmarketing in eigener Regie betreiben, wenn sie ein authentisches Testimonial vorweisen könnten. Für kleinere Betriebe könnte auch die Kooperation mit örtlichen Bloggern eine Option sein. Die, so Niemann, dürften dann auch wissen, wie die Menschen in der Region ticken. Und auch das sei kein Fehler.

Baumarktmanager lieferte neben neuen Werbeformen auch Infos über verschiedene Sortimente, Entwicklungen in der Baumarktbranche und weitere Themen die für die DIY-Branche von Wichtigkeit sind.
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22.10.2018