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„Die Messe wäre ein absolutes ­Highlight geworden“

Zum Leidwesen der Koelnmesse, der beteiligten Aussteller und Dienstleister – auch aus der DIY-Branche – musste die diesjährige Eisenwarenmesse aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus auf Februar 2021 verschoben werden. BaumarktManager hat mit Matthias Becker, Direktor Eisenwarenmesse, über die damit verbundenen Herausforderungen gesprochen.

BaumarktManager: Herr Becker, wenige Tage vor dem geplanten Start hat die Koelnmesse die diesjährige Eisenwarenmesse auf den neuen Termin im Februar 2021 verschoben. Welche Gefühle sind damit bei Ihnen verbunden?

Matthias Becker, Direktor Eisenwarenmesse
Matthias Becker. Direktor Eisenwarenmesse
Foto: Koelnmesse

Matthias Becker: Ich war natürlich im ersten Moment enttäuscht, dass die IEM 2020 doch nicht stattfinden konnte. Das gesamte Team hat zwei Jahre diese Messe vorbereitet. Unter normalen Umständen wäre die Veranstaltung ein absolutes Highlight geworden – das hatten wir auf der Pressekonferenz ja sehr deutlich gemacht. Aber die Verschiebung war in Anbetracht der Situation zum Wohle aller Messeteilnehmer die richtige Entscheidung.

BaumarktManager: „Tröstet“ es Sie ein wenig, dass auch andere Großveranstaltungen verschoben werden mussten und dass eigentlich niemand für die missliche Gesamtsituation verantwortlich ist?

Matthias Becker: Dass niemand für die Gesamtsituation verantwortlich ist, ist eine Erkenntnis, die etwas Zeit braucht, um dies zu verinnerlichen. Der Blick nach links und rechts hilft ein wenig, aber es tut mir leid für jeden Kollegen und Teilnehmer einer verschobenen oder abgesagten Messe. Messe ist ja kein Selbstzweck – wenn sie nicht stattfindet, verlieren alle, die daran mitgewirkt haben.

BaumarktManager:  Welche Reaktionen haben Sie von Ausstellern aus der DIY-Branche erhalten?

Matthias Becker: Die Entscheidung fand unter den Ausstellern breite Zustimmung – auch aus der DIY-Branche.

BaumarktManager:  Haben sich die Reaktionen aus In- und Ausland voneinander unterschieden?

Matthias Becker: Bis zum 25. Februar hatten rund 5 Prozent der fast 3.000 bestätigten Aussteller ihre Reisen zur Messe abgesagt. Die Absagen verteilten sich bis zu diesem Zeitpunkt auf die teilnehmenden Länder. Die Reaktionen im Vorfeld und nach Verkündung der Verschiebung waren die gleichen.

BaumarktManager:  Es gibt Stimmen von Ausstellern, die der Messe vorwerfen, zu spät gehandelt zu haben. Wie gehen Sie damit um?

Matthias Becker: Diese Stimmen können wir einerseits nachvollziehen. Auf der anderen Seite waren die vielen Anfragen in Zusammenhang mit der weltweiten Diskussion um das Auftreten des Corona-Virus für die Koelnmesse wie für die gesamte Branche eine große und völlig neue Herausforderung. Es gab ja auch Aussteller, die die Situation genau gegenteilig eingeschätzt haben und zum Zeitpunkt der Absage im Aufbau ihrer Stände waren. Auch hier – wenn auch vollkommen anders – große Enttäuschung. Die Koelnmesse stand in ständigem Austausch mit den verantwortlichen Behörden, um den Schutz aller Messeteilnehmer zu gewährleisten. Die begonnene Ausbreitung des Corona-Virus in Europa mit Stand vom 25. Februar stellte ein neues, unvorhergesehenes Ereignis dar, das eine Neubewertung der Situation durch die Messeverantwortlichen erforderlich machte. Aufgrund der übergeordneten Zwangssituation hatte die Koelnmesse keine andere Möglichkeit, als die Internationale Eisenwarenmesse zu verschieben.

BaumarktManager:  Welche Herausforderungen gehen mit der Verschiebung für Sie einher?

Matthias Becker: Gerade der Kommunikationsbedarf an die verschiedenen Messeteilnehmer wie Aussteller, Besucher und Dienstleister, der erhöhte finanzielle Aufwand – zum Beispiel fallen die Vorlaufkosten für Werbung erneut an – sowie der allgemein hohe Planungsaufwand aktuell sind die wesentlichen Herausforderungen für das Messeteam.

BaumarktManager:  Die Asia-Pacific Sourcing wird 2021 in die Eisenwarenmesse integriert. Was bedeutet dies für Ablauf und Hallenbelegung der Veranstaltung insgesamt?

Die Aussteller der Asia-Pacific Sourcing sind im Bereich Sourcing ja auch auf der IEM vertreten. Hier gibt es einen jährlichen Bedarf für Aussteller und Besucher. Insofern also ein geplanter Bestandteil und verändert die Aufplanung und Segmentierung nicht. Besucherseitig muss im Vorfeld gut kommuniziert werden, wo die Aussteller auf der IEM zu finden sind.

BaumarktManager:  Durch die Verschiebung der Eisenwarenmesse von 2020 auf 2021 steht 2022 bereits die nächste Eisenwarenmesse an, der zweijährige Turnus wird also durchbrochen. Wie gehen Sie mit dieser Thematik und den möglichweise daraus erwachsenden Problem um?

Derzeit sind wir mit internen Vorbereitungen für IEM 2021 beschäftigt. Mögliche Auswirkungen durch die Unterbrechung des zweijährigen Turnus können wir aktuell nicht einschätzen. Die ganze Situation ist eine große Herausforderung für Aussteller und Organisatoren, aber wir freuen uns, dass die Messe auf 2021 verschoben werden konnte und nicht komplett aussetzt.

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15.04.2020

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