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Kabelgebundene Werkzeuge gefragt

GfK-Zahlen zeigen: Hobby-Handwerker greifen seltener zu Akku-Elektrowerkzeugen als Profis. Und das mit leicht abnehmender Tendenz. Während die Hälfte der im Fachhandel verkauften Elektrogeräte über einen Akku verfügen, sind es in vorwiegend von Do-It-Yourself-Kunden aufgesuchten Handelskanälen rund 41 Prozent.

Herocco von Einhell: Ohne Kabel, aber mit genug Kraft für Granit und Beton.
Herocco von Einhell: Ohne Kabel, aber mit genug Kraft für Granit und Beton.
Foto: Herocco

Dabei war es am Anfang des Akku-Booms anders. Damals zögerten die Profis noch und es waren die Kunden von Baumärkten, Internetgeneralisten, Kauf- und Warenhäusern sowie dem Lebensmitteleinzelhandel, die bei der Akku-Technik zugriffen. Doch angesichts stärkerer Akkus und Geräten, zogen die Profi-Anwender später dann nach und tun das auch heute noch.

Profis zählen auf Akku

Die Anzahl der verkauften Akku-Elektrowerkzeuge ist laut GfK insgesamt nach 2015 erstmals rückläufig. Im Januar 2015 durchbrach der Umsatzanteil akkubetriebener Elektrowerkzeuge die 50 Prozent Marke. Auch die Stückzahl erreichte mit 2,9 Millionen verkauften Akku-Elektrowerkzeugen einen Höhepunkt. Im Jahr 2016 kam es jedoch, was die Stückzahlen betrifft, zur Trendumkehr. Ein Blick auf die einzelnen Handelskanäle zeigt, dass der Trend hin zu Akku-Elektrowerkzeugen im Fachhandel weiter anhält. Dort sind akkubetriebene Elektrowerkzeuge heute jedoch weiter auf dem Vormarsch.

Mehr Informationen zur richtigen Beratung bei der Werkstatteinrichtung für den Fachverkäufer, finden Sie in Baumarktwissen 01/17.

Zu baumarktwissen

Dennoch, sind die Akku-Geräte eine wichtige Stütze des Werkzeugsortiments im Baumarkt. Nicht nur wegen der trotz des leichten Rückgangs hohen Verkaufszahlen, sondern auch, weil ihr Durchschnittpreis um einiges höher liegt als bei den kabelgebundenen Geräten. Außerdem überzeugen immer wieder sinnvolle Innovationen.

Das zeigt auch ein Blick zum Beispiel zu Bosch Power Tools. Dort betrug der Umsatz 2017 mit 4,7 Milliarden Euro so hoch aus wie noch nie. Bei Einhell besteht die Akku-Plattform aus mittlerweile über 80 Geräten.Von Schwäche im Werkzeugmarkt kann also keine Rede sein.

Boom seit Jahren

Bei all dem Hype um Akku und Co., deren Vor- und Nachteile, darf nicht vergessen werden, dass auch die völlig manuellen

Klein, 500 g leicht und praktisch, der Akkuschrauber von Ryobi.
Klein, 500 g leicht und praktisch, der Akkuschrauber von Ryobi.
Foto: Ryobi

Werkzeuge sich in Sachen Wertschöpfung nicht verstecken brauchen. Insgesamt gehört das Segment „Werkzeuge“ immer zu den top Umsatzbringern im Baumarkt. Die Werkzeugindustrie boome anhaltend, konstatierte Rainer Langelüddecke, Geschäftsführer des in Remscheid ansässigen Fachverbands Werkzeugindustrie e. V. (FWI), im verganenen Jahr. Trotzdem habe er die Sorge, dass der lang anhaltende Boom eine Pause einlegt. Seit dem 1. Quartal 2013 befindet sich die Branche nach Erhebungen des FWI im Aufschwung und Boomphase. Ein solch lang anhaltender Höhenflug und die Umsatzentwicklung kann eigentlich aus Erfahrung nur abflachen, so schätzt Langelüddecke vorsichtig. Allerdings haben sich die Inlands- wie die Auslandsnachfrage in 2018 robust und stark entwickelt. Der private Konsum, aber auch die Vollauslastungen im Bausektor und im Handwerk dürften die Hauptträger des Wachstums sein.

Starker Auftritt

In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres verkauften die deutschen Baumärkte Werkzeuge/Maschinen und Werkstattausstattungen für über 963 Millionen Euro. Damit kam das Sortiment auf den 5. Rang knapp hinter den Anstrichmittel und den Topsellern Baustoffe, Sanitär und Gartenausstattung mit jeweils über eine Milliarde Euro Umsatz. Die insgesamt dauerhaft starke Position im Umsatz spiegelt sich auch in der Präsenz im Baumarkt wider. Werkzeuge sind nicht nur Teil des Sortiments, sondern eines der dominierden.

Lediglich im Detail und bei den gesetzten Schwerpunkten unterscheiden sich die Märkte. Die einen stellen die Ausstellung nach Anwendungen zusammen. Also Bohrmaschinen zu Bohrmaschinen, Kreissägen zu Kreissägen und das dann Hersteller übergreifend. Andere sortieren nach Herstellern und wieder andere darüber hinaus auch noch nach Akku- und kabelgebundene Werkzeuge. Eine Sonderstellung nehmen einige Hersteller ein, die mit einer eigenen ladenbaulichen Präsentationsfläche ihre Produkte zu pushen versuchen.

Werkzeuge ohne Motor werden naturgemäß zwar räumlich nahe bei, aber nie innerhalb der Elektrowerkzeuge, sondern immer in einem eigenen Bereich präsentiert. Und auch hier werden bewährte Artikel immer wieder optimiert oder fast „neu erfunden“. Ein Beispiel ist hier der Wiha-Speeder.

Neben der Webseite bietet BaumarktManager einen tieferen Einblick in die Entwicklungen der Branche in seinem Fachmagazin. Das Heft umfasst neue Store-Konzepte, die Digitalisierung auf der Fläche, innovative Produkte und Sortimente und Tipps zur Verbesserung der eigenen Unternehmungsführung. Abonnieren können Sie das Heft über unseren E-Shop oder Sie testen einfach das Fachmagazin im Mini-Format.

30.04.2019

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