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Kettler steht zum Verkauf

Nachdem die Heinz Kettler GmbH & Co. KG im Juni 2015 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angestrengt hat, droht nun neues Ungemach. Das Unternehmen soll verkauft werden. Eine Schwarzgeldaffäre kommt da zum ungünstigen Zeitpunkt.

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Die Kettler Hauptverwaltung in Ense-Parsit – Sauerland
Foto: Kettler

Die Heinz Kettler GmbH & Co. KG gilt als einer der größten Hersteller für Sport- und Freizeitartikel im europäischen Markt. Vor drei Jahren geriet das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage: Am 1. Juni 2015 hatte sich die Geschäftsführung daher entschieden, für die Gesellschaft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach §270a InsO durchzuführen. Dieser Schritt war notwendig geworden, um die unabgestimmte Übernahme durch einen Finanzinvestor zu vermeiden und das Unternehmen neu auszurichten. Noch im selben Jahr meldete Kettler von der spoga+gafa: „Wir sind voll lieferfähig!“

Im August  dieses Jahres wurde Olaf Bierhoff vom Aufsichtsrat der Kettler GmbH zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer und CFO ernannt. Der Sanierungsprozess schien auf einem guten Weg.

Wie das Wirtschaftsmagazin Bilanz nun in seiner neuen Ausgabe berichtet, bietet der Firmenhändler Clearwater International Kettler für rund 100 Millionen Euro zum Verkauf an. Eine Schwarzgeldaffäre belaste den Verkaufsprozess, heißt es dem Bericht zufolge. Die Bochumer Steuerfahndung soll Belege dafür haben, dass der 2005 verstorbene Firmengründer Heinz Kettler Millionenbeträge am deutschen Finanzamt vorbei in die Schweiz geschleust hat. Insgesamt geht es da um 35 bis 50 Millionen Euro.

Wie es bei Kettler weitergeht, bleibt also spannend.

27.09.2017