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Komplexität in der Lieferkette wächst

Gestern fand der Logistik-Kongress von Synlog, der Kooperation der beiden Industrieverbände IVG und HHG, statt. Knapp 150 Teilnehmer kamen in die Rohrmeisterei nach Schwerte und hörten spannende Vorträge zu aktuellen Logistik-Trends.

MAU Synlog totale 2019
Spannende Vorträge zu aktuellen Logistik-Trends beim Synlog-Tag in Schwerte
Foto: BaumarktManager/MAU

Nach der Begrüßung durch Synlog-Geschäftsführer Markus Schering hielten Anna Hackstein, Geschäftsführerin des Industrieverbandes Garten (IVG), und Norbert Lindemann, stellvertretender Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten (HHG), einen gemeinsamen Vortrag zur DIY-Logistik am Puls der Zeit. Anna Hackstein stellte fest, dass das Interesse am Heimwerken nach wie vor stabil sei und der Gartenmarkt wachse. Das wiederum habe zur Folge, dass der Gütertransport in der Branche ebenfalls ansteige. Norbert Lindemann erklärte, dass 70 Prozent der Güter in Deutschland über die Straße transportiert werden. Versandhandel und Dropshipment erforderten mehr Aufwand und erhöhten die Komplexität der Lieferkette.

Im Anschluss erläuterte Alexander Alberts, Geschäftsführer der Gustav Alberts Herscheid GmbH (GAH) die Bedeutung und Herausforderungen des Onlinehandels für DIY-Lieferanten. „E-Commerce ist kein Hobby, sondern die Zukunft“, so Alberts. Schon heute wickelt GAH 20 Prozent seiner gesamten Aufträge im E-Commerce ab, rund ein Fünftel davon per Click & Collect, den Rest per Dropshipment. Das bringe ganz neue Anforderungen an das gesamte Geschäftsmodell mit sich, angefangen vom elektronischen Datenaustausch über Retourenabwicklung bis hin zum Kostenmanagement. „Die Kosten müssen dem Kunden berechnet werden. Die Kunden wollen immer mehr und bessere Services, aber das muss auch bezahlt werden“, so Alberts.

Prof. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), konfrontierte die Teilnehmer mit aktuellen Fakten aus der Logistikbranche. Die Warenströme aus Fernost werden sich bis zum Jahr 2030 in etwa verzehnfachen. Bei dem steigenden Transportaufkommen sei die Straße immer noch der Hauptverkehrsträger. Fahrermangel und eine nicht mitwachsende Verkehrsinfrastruktur machten die Verkehre immer weniger planbar. Die Branche und die Politik müssten dafür sorgen, dass der Beruf des Kraftfahrers ein besseres Image bekomme und dass Raststätten und Parkplätze in ausreichender und qualitativ angemessener Form vorhanden seien.

Am Beispiel eines Leuchtmittels, das den Weg aus der Produktion in Shanghai in eine Baumarkt-Filiale nach Paris absolviert, machte Ralf Meistes, Chef der Dachser DIY Logistics die Anforderungen an die Supply Chain deutlich. Sein Unternehmen schafft es, durch die Nutzung der Rail Services, die Transitzeit vom Terminal Shanghai ins Terminal Duisburg auf etwa 16 bis 20 Tage zu beschränken. Für die Belieferung in stark umweltreglementierten Innenstädten setzt Dachser inzwischen emissionsfreie Elektromobile ein. Meistes wird den Chefposten bei Dachser in diesem Jahr räumen. Markus Schering dankte ihm für die 20-jährige Unterstützung der Synlog-Initiative.

Einen ausführlichen Bericht zum Synlog-Tag in Schwerte lesen Sie in der August-Ausgabe des BaumarktManager.

04.07.2019