zurück

Kreativbedarf verdient Aufwertung

Hobby und Spiel markieren langfristige zuverlässige Nachfragetrends. Doch der Baumarkthandel lässt sich dieses Potenzial oft einfach entgehen. Wird die Abkehr von "Soft-Diy" hier nicht übertrieben?

Basteln1_545.JPG
Einige Baumarktbetreiber wie beispielsweise Knauber, oder hier bei diesem Beispiel BayWa, stellen sich besonders stark auf die Bedürfnisse ihrer jüngsten Kunden ein.

Legt man die Daten der jährlichen BHB/GfK-Reports zu Grunde, dann ist es den Kreativsortimenten in den vergangenen Handelsmonaten nicht besonders gut ergangen. Mehr noch: Nach einem Zuwachs von gut zehn Prozent in 2010 weisen die Branchendaten für das Jahr 2012 den Bereich Freizeit, Basteln, Werken nunmehr als großen Verlierer unter den Sortimenten aus. Ein Umsatzminus von 7,1 Prozent bedeutet hier eine regelrechte Trendumkehr unter negativem Vorzeichen.

Notleidendes Sortiment?

Natürlich zählen die Hobbyartikel für die meisten Branchenunternehmen eher zu den Randsortimenten. Der Beitrag zum Gesamtertrag hält sich in Grenzen, die Bewirtschaftung der Sortimente ist mit Aufwand verbunden. Dennoch bleibt die Frage, ob hier in der Nische nicht viel zu oft Potenzial ungenutzt bleibt oder ohne Not aufgegeben wird.

Für diese Vermutung spricht, dass es dem deutschen Spielwarenhandel insgesamt gut geht. Er kann regelmäßig Zuwächse verzeichnen. Selbst in Krisenjahren verhilft spätestens das Weihnachtsgeschäft der Branche zu schwarzen Zahlen. Freilich profitieren nicht alle Vertriebsformen gleichermaßen. Während sich der klassische Fachhandel insgesamt behaupten kann, boomen die Online-Spielwarenhändler. Fachfremde Händler, neben Kaffeeröstern oder Möbelhäusern eben auch die Baumärkte, hatten zuletzt aber Umsatzanteile verloren. Dies geht aus aktuellen Marktdaten des Bundesverbands Spielwaren und Eurotoys hervor.

Wie lässt sich also das notleidende Spiel- und Bastelangebot beleben? Am Beginn eines Erfolg versprechenden Turnarounds steht meist eine umfassende, ehrliche Bestandsaufnahme des Istzustands. Externe Einschätzungen ohne "Scheuklappen" sind besonders hilfreich, um Schwächen in der Sortimentsgestaltung aufzudecken. Warum also nicht Geschäftspartner, Lieferanten, Regaldienstleister offensiv nach ihrer Einschätzung befragen und nicht zu vergessen, die Kunden selbst: Was vermissen sie im Angebot, worauf können sie verzichten?

Ein Stammplatz fürs Hobby

Von außen betrachtet, finden Spiel und Hobby saisonal wie räumlich nur sporadisch und begrenzt statt: Rodelschlitten im Winter, Sandmuschel und entsprechendes Kleinspielzeug in der warmen Jahreszeit. Überraschungen kann der Kunde hier nicht erwarten. Etwas mehr Abwechslung ist insgesamt bei Spielgeräten für den Außenbereich zu finden. Hier ergänzen viele Händler ihr Angebot an Garten- und Terrassenausstattung mit Hüpfburgen, Trampolins oder Schaukeln. Diese Kombination ist durchaus sinnvoll - und erweiterbar. Denn häufig wird das Thema "Draußen spielen und aktiv sein" nur knapp im Saisonkatalog oder im Onlineshop abgehandelt und kommt in der Markt-Präsentation zu kurz.

Den ganzen Beitrag, unter anderem mit einigen Produkten aus dem Sortiment sowie einer Marktleiterumfrage, finden Sie in der März-Ausgabe des baumarktmanager.

23.11.2017