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Intensiver Wettbewerb in der Slowakei

Die Slowakei weißt eine sehr hohe Standortdichte, bei einem sehr intensiven Wettbewerb in der Baumarktbranche auf. Dennoch ist keiner der Baumärktketten aus der Slowakei. Drei der vier Betreiber stammen aus Deutschland.

Das Wahrzeichen der Hauptstadt ist gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Slowakei: die Burg von Bratislava. Das Bauwerk aus dem neunten Jahrhundert befindet sich im südlichen Teil der Kleinen Karpaten, auf einem Felsen 85 Meter über dem linken Ufer der Donau.
Das Wahrzeichen der Hauptstadt ist gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Slowakei: die Burg von Bratislava. Das Bauwerk aus dem neunten Jahrhundert befindet sich im südlichen Teil der Kleinen Karpaten, auf einem Felsen 85 Meter über dem linken Ufer der Donau.
Foto: Pixabay

Die Slowakei weißt eine sehr hohe Standortdichte, bei einem sehr intensiven Wettbewerb in der Baumarktbranche auf. Dennoch ist keiner der Baumärktketten aus der Slowakei. Drei der vier Betreiber stammen aus Deutschland.

Im vergangenen Jahr entwickelte sich die Baumarktbranche in der Slowakei positiv. Die Nettoumsätze stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 1,251 Milliarden Euro, wie das Marktforschungsunternehmen Euromonitor International für seinen Report „Home and Garden Specialist Retailers in Slovakia 2020“ ermittelt hat. Der Branchenumsatz umfasst sowohl die Erlöse der Baumärkte als auch von Einrichtungshäusern und Haushaltswarengeschäften. Angetrieben wurde das Wachstum in der Slowakei durch sinkende Arbeitslosigkeit, eine Steigerung der Realeinkommen sowie niedrige Zinsen, die zu einer Beschleunigung der Bau- und Renovierungstätigkeit der privaten Haushalte führten. Eine Prognose über die weitere Entwicklung der Baumarktbranche kann Euromonitor aufgrund der gegebenen Umstände derzeit nicht abgeben. Es habe sich aber bereits 2019 eine Verlangsamung des boomenden Immobilienmarktes abgezeichnet, der das Wachstum angekurbelt hat.

Das Baumarktgeschäft in der Slowakei wird von vier Betreibern (Merkury Market, Obi, Hornbach und Bauhaus) dominiert. Die Nummer eins bei den Baumärkte ist der polnische Baumarktbetreiber Merkury Market, der 2019 seinen Marktanteil nach Erhebungen von Euromonitor bei 15,4 Prozent und damit auf Vorjahresniveau gehalten hat. Direkt dahinter folgt Obi mit einem Anteil von 10,8 Prozent (Vorjahr: 10,6 Prozent). Hornbach liegt mit 7,7 Prozent (Vorjahr: 7,5 Prozent) knapp hinter Ikea (8,0 Prozent) auf Platz vier. Bauhaus belegt mit 1,4 Prozent den 14. Platz.

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Das Do-it-Yourself ist in der Slowakei sehr beliebt, wobei kleinere Arbeiten oder Renovierungen oft von den Verbrauchern selbst oder mithilfe der Familie oder Freunden durchgeführt werden. Im Hinblick auf die Größe der Bevölkerung gibt es im Land eine hohe Anzahl an Fachhändlern für Haus- und Gartenprodukte. Der Markt sei gesättigt, so die Analysten von Euromonitor, und sehr wettbewerbsintensiv, vor allem in den größeren Städten, wo Großflächenbetreiber wie Hornbach und Ikea aktiv sind, während Baumarktketten mit kleineren Outlets zur Maximierung ihrer Erträge eher landesweit vertreten sind. Trotz des stabilen Umsatzwachstums der meisten Player waren die Baumarktketten bei der Eröffnung neuer Geschäfte zurückhaltend. Allerdings beginnt der Trend hin zum Omnichannel die Landschaft zu verändern. Die Einzelhändler haben gegen Ende des vergangenen Jahres E-Commerce-Plattformen eingeführt und werden sich laut Euromonitor künftig noch stärker auf diesen Bereich konzentrieren, um weiteres Wachstum generieren zu können.

Merkury Market bietet Tiefpreisgarantie

Der Marktführer bei den Baumärkten, Merkury Market, stieg 2004 in den slowakischen DIY-Markt ein. Nach der letzten Neueröffnung im zentralslowakischen Lucenec im März 2018 betreibt das Unternehmen 21 Baumärkte. Sie bieten ein rund 55.000 Artikel umfassendes Sortiment, bestehend aus Bau- und Gartenmarktartikeln sowie Einrichtungsgegenständen. Der Claim lautet „Baue und renoviere billiger“. Die Baumarktkette gibt eine Tiefpreisgarantie. Sieht der Kunde den gleichen Artikel in der Region zu einem niedrigeren Preis, gleicht der Betreiber die Preisdifferenz aus. Neben dem Verkauf von Produkten bieten die Baumärkte auch die Montage von Türen, Fenstern sowie das Verlegen schwimmender Böden an. Zu den weiteren Dienstleistungen der Baumärkte gehört das Nähen von Vorhängen und anderen textilen Fensterdekorationen. Das 1991 gegründete Unternehmen betreibt im Heimatland Polen aktuell 18 Standorte. Darüber hinaus ist es mit 21 Filialen in Ungarn und mit 18 von Baumax übernommenen Standorten unter Beibehaltung der ursprünglichen Firmierung in der Tschechischen Republik vertreten.

Der Markteinstieg von Obi erfolgte 2015 durch die Übernahme von 13 der 14 Standorte der in finanzielle Turbulenzen geratenen ehemaligen österreichischen Baumax-Gruppe. Anfang 2016 hat das Unternehmen die Baumärkte mit einer gewichteten Gesamtverkaufsfläche von 116.600 Quadratmetern nach einer Übergangsphase von einigen Monaten wiedereröffnet. Die Wermelskirchener wollen weiter expandieren und planen für dieses Jahr zwei Neueröffnungen. Im August soll ein Standort in Dunajska Streda mit einer Fläche von 5.400 Quadratmetern an den Start gehen, und für Oktober ist die Eröffnung eines 4.800 Quadratmeter großen Obi in Spisska Nova Ves vorgesehen.

Hornbach stieg 2004 in den slowakischen DIY-Markt ein und eröffnete seine erste Großfläche in der Hauptstadt Bratislava. Es folgten weitere Neueröffnungen in Bratislava und Kosice. Im September 2019 ging der vierte Baumarkt im Nordosten des Landes in Presov mit einer gewichteten Verkaufsfläche von über 12.000 Quadratmetern an den Start. Geboten wird unter anderem ein Drive-in für Baustoffe, ein Bad- und Küchencenter mit 3D-Planung, ein Bilderrahmenshop und das moderne Farben-Kompetenz-Zentrum. Insgesamt hat das Bornheimer Unternehmen über 22 Millionen Euro in Grundstück, Bau und Einrichtung investiert. Aktuell umfasst Hornbachs Sortiment in der Slowakei gut 120.000 Artikel.

Baumarktketten in der Slowakei
Anzahl der Märkte 2019 Verkaufsfläche 2019 Unternehmen/Vertriebslinie
Merkkury Market (PL) 21 123.529
Obi 13 116.600
Hornbach 4 58.250
Bauhaus 1 24.000
Quelle: Unternehmenszahlen, eigene Berechnungen

Hornbach plant im Herbst Neueröffnung in Nitra

Hornbach in der Slowakei
Der erste Baumarkt von Hornbach befindet sich in der Hauptstadt Bratislava.
Foto: Hornbach

Ein Onlineshop wird seit 2016 betrieben. Kunden können sich die Waren nach Hause, auf die Baustelle oder in einen der vier Märkte liefern lassen. Die Möglichkeit, stationär verfügbare Artikel online zu reservieren und zum Wunschtermin im Baumarkt abzuholen, bietet Hornbach bereits seit 2015 in der Slowakei an. Ein WLAN-Hotspot mit kostenloser Einwahl, zahlreiche Online-Terminals auf der Verkaufsfläche und – ganz neu – eine Self-Scan-App zum eigenständigen Erfassen des Warenkorbs und zum Bezahlen per QR-Code an der Kasse stehen beispielhaft für die Digitalisierung des Geschäftsmodells, die Hornbach unter dem Gesichtspunkt des größtmöglichen Kundennutzens konsequent vorantreibt. Die Expansion soll in diesem Herbst fortgesetzt werden. Geplant ist die Neueröffnung einer Filiale in Nitra mit einer Gesamtverkaufsfläche von 12.000 Quadratmetern, einschließlich 3.000 Quadratmeter Gartencenter.

Bauhaus betreibt seit 2015 ein Fachcentrum in Bratislava mit einer Verkaufsfläche von 24.000 Quadratmetern. Ein Onlineshop wird im Gegensatz zu sämtlichen Baumarktmitbewebern nicht geführt.

Die österreichische 3e-Gruppe ist seit dem Jahr 2000 im slowakischen Markt aktiv. Der auf Hartwaren spezialisierten Fachhandelskooperation sind aktuell 23 Mitgliedsbetriebe angeschlossen und damit sechs mehr als vor zwei Jahren. Weitere Player im Markt sind die Baustoffhandelskooperationen Soas (85 Standorte), Stavmat (35) und MPL (13, elf davon mit Fachmärkten). Hinzu kommt der Baustoffhandelsfilialist Prespor mit zwei Niederlassungen. Der tschechische Spezialist für Gartentechnik Mountfield hat sein Vertriebsnetz in der Slowakei in den vergangenen beiden Jahren um zwei auf 20 Outlets vergrößert. 2019 belegte das Unternehmen mit einem Marktanteil von 3,0 Prozent den siebten Platz im Euromonitor-Ranking.

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15.07.2020