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LED weiter auf dem Vormarsch

Leuchtmittel sind für den Baumarkt typische Nachkaufprodukte und damit Frequenzbringer. Sparen, Lichtqualität und Langlebigkeit stehen im Fokus der Kunden. Dabei wollen sie gut beraten sein.

Der Artikel ist aus baumarktwissen 04/17 aus dem Bereich Technik.
Die Glühbirne ist tot – es lebe die Glühbirne, allerdings in moderner LED-Technik. Auch sonst bestimmt diese den Leuchtmmitteltrend.
Die Glühbirne ist tot – es lebe die Glühbirne, allerdings in moderner LED-Technik. Auch sonst bestimmt diese den Leuchtmmitteltrend.
Foto: Ledvance/Osram

Die LED-Technik hat den Markt für Leuchtmittel revolutioniert. Nach einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Onepoll im Auftrag des Onlineportals Reichelt Electronic zum Einsatz von LEDs in deutschen Haushalten nutzen 94% der Deutschen zumindest teilweise LED-Leuchtmittel in ihrem Zuhause. 20% der Befragten gaben sogar an, bereits ganz auf LED umgestellt zu haben. Knapp die Hälfte setzt zumindest überwiegend LED-Beleuchtung ein und 28% der Haushalte haben wenigstens ein paar Leuchtmittel auf diese Technik umgerüstet. Eingesetzt werden die LEDs dabei im gesamten Haus und Außenbereich, vor allem im Wohnzimmer und in der Küche. Ein Hauptargument für den Kauf sind der Studie zufolge der Sparfaktor sowie die Langlebigkeit von LEDs. Diese Produktvorteile sind lange bekannt. Bislang scheute mancher Verbraucher jedoch die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Doch allmählich werden LEDs immer erschwinglicher und auch optisch bieten selbst simple LED-Leuchten mehr Farbtöne als das von vielen Verbrauchern verpönte kaltweiße Licht. Damit zählen sie auch im Baumarkregal zu einem Schlüsselsortiment in der Kategorie Beleuchtung.

Dauerbrenner LED

Zurückzuführen ist die wachsende Nachfrage nach LEDs vor allem auf ihre gute Lichtausbeute und Energieeffizienz. Demnach verbrauchen sie bis zu 90% weniger Strom als herkömmliche Glühlampen. Begründet ist das im Aufbau der Leuchtdioden (Light Emmitting Diode = LED), der ihnen ermöglicht, deutlich mehr Energie in Licht statt in Wärme umzuwandeln. Eine 60-W-Glühbirne, die täglich drei Stunden brennt, verbraucht rund 60 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr, eine LED mit vergleichbarer Leuchtkraft bei gleicher Brenndauer nur etwa 11 kWh. Das macht sie zur Sparleuchte schlechthin. Hinzu kommen weitere günstige Produkteigenschaften. So sind LEDs direkt nach dem Anschalten vollständig hell, während man bei stromsparenden Alternativen wie Energiesparlampen eine Verzögerung in Kauf nehmen muss, haben eine brillante Lichtqualität und Farbwiedergabe, erzeugen kaum Wärme und UV- oder Infrarotstrahlung und sind stoß- und vibrationsfest. Auch die Lebensdauer überzeugt: Im Mittel leuchten LEDs 20.000 Stunden, das entspricht rund 20 Jahren. Und wegen ihres großen Farbspektrums eignen sie sich für viele Einsätze, von der Dauerbeleuchtung bis zum Orientierungslicht, und lassen sich perfekt in Smart-Light-Konzepte integrieren.

Mehr Informationen zu Lampen, Leuchten, Elektroinstallationen und Smart Home finden Sie in unserem baumarktwissen, das Magazin für die PoS-Schulung für Fachverkäufer.

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Allgebrauchsglühlampen

Die klassische Glühbirne ist längst ein Auslaufmodell. Der Grund dafür ist ihre schlechte Energieeffizienz: Bei einer sogenannten Allgebrauchsglühlampe (AGL) wird ein Wolframdrahtwedel durch den Lampenstrom auf ca. 2.500 °C erhitzt und infolge der hohen Wendeltemperatur sichtbare Strahlung in Form von Licht abgegeben. Der Lampeninnenraum enthält ein Vakuum oder ist mit Gas gefüllt, um ein Verbrennen des Wolframfadens durch Luftsauerstoff zu verhindern. Doch nur ein geringer Teil der Energie wird bei der klassischen Variante tatsächlich in Licht umgewandelt. Bereits 2009 hat die Europäische Gemeinschaft Produktion und Handel von Glühbirnen daher eingeschränkt.

Eine Alternative, die mit der EU-Verordnung im Sinne eines erweiterten Glühbirnenverbots teilweise ebenfalls unattraktiv wird, sind Halogenlampen. Auch sie zählen zu den Allgebrauchslampen und beinhalten als Gasfüllung u. a. Halogene. Diese chemischen Stoffe sind sehr reaktionsfreudig, reduzieren den Wärmeverlust, steigern damit die Lichtausbeute und begünstigen eine lange Lebensdauer der Lampe. Damit stellten sie zunächst einen guten Ersatz für die Glühbirne dar, der sie auch optisch nahekommen. Mittelfristig werden bis auf wenige Ausnahmen jedoch nur noch Halogenlampen erlaubt sein, die mindestens die Energieeffizienzstufe B erreichen.

Ebenfalls zu den Halogenlampen zählen die sogenannten Reflektorlampen. Diese Leuchtmittel beinhalten einen integrierten Reflektor und erzeugen gerichtetes Licht. Eine Spezialform ist die Kaltlichtspiegellampe. Sie erzeugt besonders wenig Wärme im abgestrahlten Licht, denn Halogenreflektorlampen mit Kaltlichtbeschichtung leiten die Wärme überwiegend nach hinten ab. Diesen Umstand macht man sich in umgekehrter Form bei Sicherheitsreflektorlampen zunutze. Sie geben bis zu 80% der Strahlungswärme nach vorn ab, wodurch sich die Temperatur von Einbauleuchten in Hohldecken deutlich gering halten lässt. Keinen Lampentyp an sich bezeichnen Hoch- und Niedervoltlampen. Von einer Hochvoltlampe spricht man vielmehr, wenn Lampen für eine Spannung von 230 V ausgelegt sind. Niedervoltlampen kommen mit 12 V aus. Um die Lampenspannung an die Netzspannung anzupassen, ist ein Transformator notwendig, z. B. in der Halogen-Niedervolttechnik.

Energiesparleuchten

Ein Lichtblick vor dem Hintergrund des Glühlampenverbots waren zunächst die sogenannten Energiesparleuchten, die als Alternative zu den AGS auf den Markt kamen. Gemäß EU-Richtlinie dürfen alle Kompaktleuchtstofflampen als Energiesparleuchten bezeichnet werden, die besondere Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Lampe, Sockel und sämtlichen zum Zünden und zum stabilen Betrieb der Lampe notwendigen Zusatzeinrichtungen nicht ohne dauerhafte Beschädigung zerlegt werden können. Man spricht hier auch von stoßfesten Glühbirnen. Energiesparlampen verfügen jedoch über ein integriertes elektronisches Vorschaltgerät (EVG), weswegen sie verzögert zünden und sich daher nicht für jeden Einsatz anbieten. Die Startzeit kann zwischen 30 und 120 Sekunden variieren. Auffällig ist ihre Form. Zum Teil weichen diese Leuchten mit ihren gedrehten Kolben deutlich von der klassischen Birnen- oder Kerzenform ab.

Nicht nur im Bereich Lampen und Leuchten suchen Kunden eine gute Beratung. Auch die Sortimente Elektroinstallationen und Smart Home brauchen die richtige Unterstützung. baumarktwissen, das Magazin für die PoS-Schulung für Fachverkäufer, liefert die richtige Schulung.

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Entladungslampen

Eingebürgert hat sich der Begriff Neonröhre, gemeint sind hiermit jedoch sogenannte Gasentladungslampen. Sie enthalten zwei Elektroden mit einer dazwischen liegenden Gasfüllung. Wird Spannung angelegt, leuchten die Lampen. Dabei wird ultraviolettes Licht durch an der Innenseite des Glaskolbens aufgebrachte Leuchtstoffe in sichtbares Licht umgewandelt. Die Lichtfarbe und Farbwiedergabe der Leuchtstofflampe ist abhängig von der Mischung bzw. Qualität dieser Beschichtung. Im häuslichen Bereich kommen sogenannte Niederdruckentladungslampen zum Einsatz. Diese gibt es, abhängig vom Durchmesser des Glaskolbens, in verschiedenen Bauformen und Abmessungen. Ihre Lebensdauer liegt bei 12.000 bis 20.000 Stunden. Darüber hinaus sind sie dimmbar. Hierzu sind jedoch spezielle Elektroniken erforderlich. Insgesamt eignen sich Leuchtstofflampen für Räume, die viel Licht benötigen, die indirekte Beleuchtung und ein häufiges An- und Ausschalten.

13.08.2018