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Lust auf Heimwerken lässt nach

Die niederländische USP Marketing Consultancy hat in einer europäischen Verbraucherstudie festgestellt, dass der Anteil derer, die Heimwerkerarbeiten selbst erledigen (DIY) gegenüber jenen, die solche Arbeiten vom Fachmann erledigen lassen (DIFM), schrumpft. Jedoch nicht so rapide wie erwartet.

USP Marketing 2018 DIY vs DIFM
Polen und Italiener sind beim Heimwerken ganz emsig, Holländer und Briten weniger.
Foto: USP

„DIY versus DIFM“ also Do-It-Yourself gegen Do-It-For-Me ist das Thema der Verbraucherstudie, die das niederländische Beratungsunternehmen USP Marketing Consultancy durch Befragungen in elf europäischen Ländern angefertigt hat. Ergebnis: Verbraucher der älteren Generation verfügen grundsätzlich über mehr Fähigkeiten und Erfahrungen, Heimwerkerjobs zu erledigen, sind aufgrund ihres Alters aber häufig eingeschränkt. Außerdem habe sie die nötigen finanziellen Mittel, um einen Fachmann zu bezahlen. Genau die finanziellen Mittel fehlen den Verbrauchern der jüngeren Generation häufig, genauso wie die Fähigkeiten selbst zu streichen bohren oder dübeln weniger stark ausgeprägt sind. Aus beiden „Lagern“ ist also ein stärker werdender Trend zu beobachten, einen Fachmann für die Heimwerkertätigkeiten zu engagieren (DIFM). Mehr DIFM bedeutet, dass mehr Fachkräfte involviert sind, was Probleme für Baumärkte schafft. Aus diesem Grund versuchen Baumärkte, Fachleute als Kunden zu gewinnen oder den Verbrauchern Installationsdienstleistungen anzubieten.

Betrachtet man die Anteile von DIY gegenüber DIFM auf europäischer Ebene, so ist ein Rückgang des Anteils von DIY von 68% im Jahr 2014 auf 66% im Jahr 2018 zu verzeichnen. Infolgedessen steigt der DIFM-Anteil im Jahr 2018 mit 34%, verglichen mit 32% im Jahr 2014. Ein Trend ist also zu erkennen, die Verlagerung von DIY zu DIFM scheint aber nicht so schnell zu verlaufen, wie es manche erwartet hätten. Eine Erklärung könnte sein, dass der Anstieg des DIFM durch den zunehmenden Arbeitskräftemangel auf den europäischen Märkten behindert wird.

Der Blick auf die einzelnen Länder macht deutlich, dass die Verbraucher in den Niederlanden und Großbritannien die geringste Affinität zu Heimwerkerjobs haben. Die Werte der Zustimmung liegen teilweise bei unter 30 Prozent (Niederlande, konstruktiver Bereich). Hingegen haben die Verbraucher in Polen und Italien einen ausgeprägten Drang DIY-Arbeiten zu erledigen. Die Werte der Zustimmung gehen hier über 60 Prozent hinaus im dekorativen Bereich sogar bis 70 Prozent (Polen). In Deutschland liegt der Wert der Zustimmung für Heimwerkertätigkeiten bei 53 Prozent im dekorativen Bereich und immerhin noch bei 43 Prozent im konstruktiven Segment.

10.05.2019