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Metoda: Bosch und Kärcher sind im Garten erste Wahl

Bei der Gartenarbeit greift der Konsument gerne auf elektrisch betriebene Produkte zurück. E-Commerce-Marktforscher metoda hat den Markt für elektrische Gartengeräte in den ersten Herbstwochen untersucht, um herauszufinden, wie sich das Geschäft zum Saisonhöhepunkt darstellt.

Metoda Gartengeräte
Nach Absatz sind Bosch und Kärcher gleichauf.
Foto: Metoda

Die Market-Genius-Analyse bestätigt einen ausgesprochen hohen Bedarf an Hilfsmitteln zur Laubbeseitigung. Auch Hochdruckreiniger stehen hoch im Kurs, um vor dem Winter draußen auf Vordermann zu bringen. Um an digitale Marktfakten aus dem DIY-E-Commerce zu gelangen, hat Market Genius zwischen 5. September und 5. Oktober die Verkaufsbewegungen der Amazon.de-Kategorie „elektrische Gartenwerkzeuge“ gemessen. Im untersuchten Zeitraum hat die Kundschaft bei Amazon und auf dem Marketplace E-Gartenwerkzeuge im Wert von insgesamt 5.372.353 Euro erworben. Dies bedeutet, dass Gartenbesitzer und Unternehmen wöchentlich E-Gartenwerkzeuge für im Schnitt mehr als 1,3 Millionen Euro bestellt haben.

Der Blick auf den Wettbewerb offenbart zudem, dass schwäbische Hersteller mit ihrer tief in der regionalen DNA verankerten Kehrwoche in diesem Markt offenbar einen natürlichen Vorteil genießen. Die Laubkrone für den Umsatzkrösus geht folgerichtig nach Stuttgart. Der im Schwäbischen tief verwurzelte Global Player Bosch punktet mit hohem Qualitätsversprechen und breitem Sortiment. Bei Einnahmen von rund 1,6 Millionen Euro erringen Bosch-Produkte einen Umsatz-Marktanteil von 29 Prozent und damit den ersten Platz im Gesamtmarkt. Knapp dahinter liegt Kärcher, ebenfalls ein Unternehmen mit schwäbischer Seele, bei 1,4 Millionen Euro Umsatz und einem Umsatzanteil von 26 Prozent. Interessanterweise kehrt sich die Reihenfolge um, wenn der Wettbewerb nach Verkaufszahlen sortiert wird. Weil die Kundschaft im untersuchten Zeitraum exakt 65 Kärcher-Produkte mehr bestellt hat, liegt der Hersteller aus Winnenden beim Absatz knapp vor Bosch. Bei alles in allem 55.472 im Rahmen dieser Untersuchung gemessenen Verkaufsbewegungen nehmen sich die Rivalen bei den Marktanteilen nicht viel. Beide können 27 Prozent der Nachfrage für sich verbuchen und machen mit ihren Geräten somit 54 Prozent des Gesamtmarkts aus.

Der sowohl nach Umsatz als auch nach Absatz Dritte im Bunde kommt indes aus Fernost. Der japanische Hersteller Makita erobert zehn Prozent Marktanteil nach Absatz (5.252 verkaufte Geräte) und machte damit 670.407 Euro Umsatz im untersuchten Zeitraum. Auffällig ist, dass die Führungsphalanx aus Bosch, Kärcher und Makita eine recht ähnliche Produkt- und Vermarktungsstrategie verfolgt. Alle drei gehen mit einem hohen Qualitätsversprechen in den Markt und zählen nicht zu den preisgünstigen Anbietern. Während die Kunden über alle Angebote hinweg im Schnitt 96,85 Euro für die Anschaffung eines E-Gartenwerkzeugs ausgegeben haben, liegt der erzielte Durchschnittspreis bei Werkzeugen von Bosch (105,05 Euro) und vor allem Makita (127,65 Euro) deutlich über dem Marktmittel. Es lässt sich also sagen, dass im Bereich E-Gartenwerkzeuge hohe Qualität mehr zählt als niedrige Preise. Diese Erkenntnis wird bestätigt durch die Nummer vier im Markt, Einhell aus Niederbayern. Die Marke bedient auch die preissensible Kundschaft und erreicht über ein breites Angebot einen Durchschnittserlös von 82,55 Euro pro verkauftem Werkzeug, liegt damit preislich also weit unterhalb der Marktführer. Mit dieser Preisstrategie kann Einhell jedoch keinen signifikanten Nachfragevorteil für sich verbuchen. Bei 4.906 verkauften Einhell-Geräten reiht sich die Marke knapp hinter den erfolgreichen Japanern von Makita ein, erzielt dabei aber fast 40 Prozent weniger Umsatz.

25.10.2016