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Obi-Chef Sergio Giroldi kündigt Curbside Retailing an

In der Pandemie brummt das Onlinegeschäft bei Obi. Der Marktführer will Click & Collect ausbauen und das Abholen von Online-Bestellungen auch außerhalb der Filialen ermöglichen. Das kündigte CEO Sergio Giroldi im Gespräch mit EDRA-Chef John W. Herbert an.

Obi Sergio Giroldi
Sergio Giroldi
Foto: Obi

„Meet the CEO“ heißt das neue Format des Global DIY-Network, in dessen Rahmen EDRA/ghin-Chef John W. Herbert Top-Manager aus der internationalen Baumarktszene interviewt. Als erster Gast stand gestern Obi-CEO Sergio Giroldi Rede und Antwort.

Großes Thema war erwartungsgemäß die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das Geschäft von Obi. Laut Giroldi ist der deutsche Baumarkt-Marktführer bisher gut durch die Krise gekommen. Über Absatzrückgänge könne man nicht klagen. Im Gegenteil geht Giroldi davon aus, dass die meisten Unternehmen der Branche während des Frühjahrs Verkäufe deutlich über dem Niveau von 2019 und in vielen Fällen auch deutlich über Plan realisieren konnten. Auch Obi konnte demnach analog der Branche zulegen.

Ernste Lieferprobleme habe es während der Corona-Krise bei Obi bisher nicht gegeben. Dennoch sei es an Zeit, die Lieferketten zu überdenken. „Wir sollten darüber nachdenken, wo und wie wir unsere Ware beschaffen“, sagte Giroldi. Geschuldet sei dies auch dem Verbraucherdenken, bei dem Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spiele. „Wir müssen einen Weg finden, lokaler einzukaufen und uns Step by Step in diese Richtung bewegen.“

„Create by Obi“ performt „exzellent“

Giroldi ist überzeugt, dass der stationäre DIY-Handel in Zukunft wieder stärker an Bedeutung gewinnt. „Natürlich müssen wir unser Geschäftsmodell entwickeln und es durch mehr Technologie stützen, dies jedoch nicht in dem Sinn von E-Commerce, sondern um die Qualität unserer Produkte und Services im Sinne des Kunden zu verbessern und in permanentem Kontakt mit diesen zu bleiben.“ So hätten die Online-Umsätze bei Obi während der Pandemie zugelegt. Giroldi sieht die E-Commerce-Plattform jedoch eher als Unterstützung für das stationäre Geschäft. Er geht mittelfristig von maximal 35 Prozent Onlineanteil im DIY-Handel aus. Selbst Amazon habe er daher nie als einen wesentlichen Wettbewerber gesehen.

Der Obi-Chef kündigte zudem an, in die Standorte zu investieren und diese weiter auszubauen. Insbesondere das Click&Collect-Angebot soll angesichts des Erfolgs in der Krise weiter wachsen. „Es gibt nichts, was für den Kunden bequemer und günstiger ist“, so Giroldi. Zudem beschäftigen sich die Wermelskirchener mit Curbside-Retailing-Lösungen. Demnach ist geplant, das Abholen von Online-Bestellungen auch außerhalb der Filialen zu ermöglichen, zum Beispiel in speziellen Abholstationen. Ebenfalls ausgebaut werden soll das Format „Create by Obi“, das laut Giroldi „exzellent performt“. Möglich seien Shop-in-Shop-Lösungen, wie zum Beispiel aktuell schon im Obi-Markt in Köln-Marsdorf zu sehen.

Giroldi hat Corona

Wie John Herbert eingangs des Interviews berichtete, hat sich Sergio Giroldi mit dem Corona-Virus infiziert und saß daher für das Gespräch am heimischen Arbeitsplatz. Das Team von BaumarktManager wünscht gute Genesung.

22.10.2020

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