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Ökologisierung trotz Preisdruck

Die Situation auf dem Schweizer Markt für Farben und Lacke für bauliche Zwecke ist angespannt, wie eine Marktstudie von „Branchenradar“ zeigt. Gleichzeitig setzen die Hersteller immer stärker auf umweltfreundliche Produkte.

Eurobaustoff Farbe Forum 2019
Foto: BaumarktManager

Der Umsatz der Hersteller mit Farben und Lacken für bauliche Zwecke (Streichqualitäten) am Schweizer Markt belief sich 2019 auf rund 270 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 0,8 Prozent. Ausschlaggebend dafür war der geringere Umsatz mit Bautenlacken (-1,2 Prozent) und Wandfarben (-1 Prozent). Lediglich im Segment Holzschutzmittel und Lasuren (+1,6 Prozent) gab es Zuwachs.

Grund für die Entwicklung war der Analyse zufolge vor allem die geringere Nachfrage bei gleichzeitig angespannter Preislage. Der Bedarf nach Bautenlacken sank um 0,6 Prozent und nach Wandfarben um 0,7 Prozent gegenüber 2018. In beiden Märkten wurde die Situation durch einen sinkenden Durchschnittspreis verschärft. Das Umsatzplus bei Holzschutzmitteln und Lasuren resultierte aus der moderat wachsenden Nachfrage seitens der Verbraucher bei gleichzeitig stabiler Preislage.

Hersteller setzen dennoch auf "öko"

Unabhängig von den Umsatzentwicklungen setzte sich bei Bautenlacken und Holzschutz im vergangenen Jahr der Trend zur Ökologisierung fort. Obgleich der Schweizer Markt bereits ein vergleichsweise hohes Niveau an umweltfreundlichen Farben und Lacken vorweisen kann, verloren in beiden Warengruppen lösungsmittelhaltige Produkte weiter an Bedeutung. Alles in allem sank der Umsatz mit lösungsmittelhaltigen Produkten um 4,3 Prozent gegenüber Vorjahr, während wässrige Lacke und andere umweltfreundliche Systeme um 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr zulegten. Die Erlöse mit Holzölen und Wachsen erhöhten sich im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent gegenüber Vorjahr.

Prognose für das Jahr 2020

Die Aussichten für den Schweizer Markt sind nach Einschätzung von Branchenradar durchwachsen. Zwar geht die Analyse für 2020 von zumindest stagnierenden Herstellererlösen aus (+0,1 Prozent). Im Folgejahr könnten die Erlöse jedoch wieder ins Minus drehen. Infolge eines rückläufigen Objektgeschäfts wird ein Umsatzrückgang von etwa 1,6 Prozent gegenüber Vorjahr prognostiziert.

10.01.2020