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Online-Handel verzeichnet deutliches Plus

Der Online-Handel hat im 3. Quartal 2019 einen Anstieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 12,3 Prozent zu verzeichnen. Beim Warengruppen-Cluster „Freizeit“, in dem auch Heimwerkerartikel enthalten sind, beträgt das Plus acht Prozent.

Christoph Wenk Fischer  bevh
Christoph Wenk-Fischer: „Der E-Commerce bleibt ein wesentlicher Faktor und Motor der Binnenkonjunktur.“
Foto: bevh

Die aktuellen Zahlen für das 3. Quartal 2019 der großen Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) zeigen weiterhin ein starkes Wachstum des Interaktiven Handels. Als starker Wachstumstreiber des Handels insgesamt legt der Online-Handel für das 3. Quartal 2019 mit einem Plus um 12,3 Prozent noch stärker als im entsprechenden Vorjahresquartal zu. Kumuliert erhöhte sich der E-Commerce-Umsatz seit Jahresbeginn im Vergleich mit den ersten neun Monaten 2018 um 11,6 Prozent.

Optimismus vor Weihnachtsgeschäft

Von Juli bis September 2019 verzeichnete die Branche im Online-Handel knapp 17,1 Milliarden Euro inkl. Umsatzsteuer (3. Q. 2018: 15,2 Mrd. Euro). Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften im 3. Quartal 2019 die deutschen Verbraucher Waren für etwa 17,5 Milliarden Euro inkl. Umsatzsteuer (3. Q. 2018: 16,12 Mrd. Euro). Demnach hat der Onlinehandel inzwischen einen Anteil von fast 98 Prozent am Gesamtumsatz des Interaktiven Handels. Die digitalen Dienstleistungen wie elektronische Tickets, Downloads, Hotelbuchungen etc. erreichten mit 5,1 Milliarden Euro inkl. Umsatzsteuer erstmals in einem 3. Quartal einen Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro.

„Noch vor dem wichtigsten Geschäftsquartal liegt die Branche gut einen Prozentpunkt über unserer Wachstumsprognose. E-Commerce bleibt ein wesentlicher Faktor und Motor der Binnenkonjunktur, die derzeit unsere Volkswirtschaft stützt“, so bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. Ein Wermutstropfen und wohl Ausprägung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, ist jedoch der leichte Rückgang der Umsätze im Vergleich zwischen den letzten beiden Quartalen allein dieses Jahres, der deutlichste Rückgang zwischen 3. und 2. Quartal in den letzten fünf Jahren. „Wir starten aber optimistisch in das Weihnachtsgeschäft und bleiben bei unserer Jahresprognose von insgesamt 10,5 Prozent E-Commerce-Wachstum“, so Wenk-Fischer.

Baumarktsortimente

Für die Baumarktsparte besonders interessant sind die Zahlen im Warengruppen-Cluster „Freizeit“, bestehend aus DIY-Artikeln, Blumen, Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör, Hobby- und Freizeitartikel. Der gesamte Online-Umsatz dieses Warengruppen-Clusters stieg im 3. Quartal 2019 auf 2,02 Milliarden Euro inkl. Umsatzsteuer (3. Q. 2018: 1.88 Mrd. Euro), das bedeutet ein Wachstum um knapp acht Prozent. Besonders deutlich legte im 3. Quartal 2019, also noch vor dem Weihnachtsgeschäft, der Umsatz mit Spielwaren zu. Er stieg um gut 13,8 Prozent auf 225 Millionen Euro inkl. Umsatzsteuer.

Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters „Einrichtung“, bestehend aus Möbeln, Lampen, Deko, Haus- und Heimtextilien sowie Haushaltswaren und –geräte stieg im 3. Quartal 2019 um 12,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro inkl. Umsatzsteuer. Die Deutschen investierten vor allem in Haushaltswaren und -geräte: Hier stieg der Umsatz online im 3. Quartal 2019 um 18,8 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.

Marktplätze sind die Platzhirsche

Bei den Versendertypen im Interaktiven Handel sind es besonders die Internet Pure Player, die das stärkste Wachstum zu verzeichnen haben. Mit einem Wachstumssprung um 20 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (3. Q. 2018: 2,223 Mrd. Euro) gelingt es den reinen Onlinehändlern im dritten Quartal am besten, vom Marktwachstum zu profitieren. Online-Marktplätze und Multichannel-Anbieter kommen jeweils auf 11,2 bzw. 11,1 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, liegen anders als die Internet Pure Player im Volumen jedoch unter dem 2. Quartal 2019. In absoluten Zahlen sind die Marktplätze erneut die Platzhirsche mit einem Gesamtumsatz von etwa acht Milliarden Euro (3. Q. 2018: 7,394 Mrd. Euro). Die Multichannel-Anbieter kamen kumuliert auf Online-Umsätze von 5,9 Milliarden Euro (3. Q. 2018: 5,281 Mrd. Euro).

Der E-Commerce-Umsatz wird nach Einschätzung des bevh 2019 die 70 Milliarden-Euro-Marke überspringen und knapp unter 72 Milliarden Euro brutto (+10,5 Prozent) erreichen. Für den Gesamtmarkt des Interaktiven Handels rechnet der bevh mit einem Wachstum von 8,6 Prozent auf rund 73,95 Milliarden Euro brutto.

08.10.2019