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Online-Verkäufe von Baumarktprodukten steigen

Der Anteil der Heimwerkerprodukte, die in Europa online verkauft werden, wächst rapide. Die deutschen Verbraucher sind inzwischen Spitze im Ranking. Es gibt starke Unterschiede in den Warengruppen.

Reinier Zuydgeest
Reinier Zuydgeest: „In den letzten Jahren haben wir den so genannten Amazon-Effekt bemerkt.“
Foto: MAU

Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass Deutschland und Großbritannien den höchsten Anteil an Heimwerkerprodukten haben, die online verkauft werden. Wie die in Rotterdam ansässige USP Marketing Consultancy in ihrem European Home Improvement Monitor herausgefunden hat, ist der wichtigste Grund dafür die Präsenz von Amazon in diesen Ländern und deren Auswirkung auf das veränderte Kaufverhalten.

„Seit wir im Jahr 2013 das erste Mal das Kaufverhalten der Verbraucher für Heimwerkerprodukte gemessen haben, stellen wir in Europa Jahr für Jahr ein stetiges Wachstum bei den über den E-Commerce gehandelten Heimwerker-Produkten fest“, erklärt Reinier Zuydgeest, Leiter der Studie. Die Messung erfolgt, indem Verbraucher gefragt werden, was sie im letzten Jahr gekauft haben und wo sie es gekauft haben.

Die Spitzenreiterposition nimmt inzwischen Deutschland ein, das auf einen Anteil der über E-Commerce gekauften Heimwerkerprodukte von 11,6 Prozent kommt. Auf Platz zwei folgt Großbritannien mit einem Anteil von 10,6 Prozent. „In den letzten Jahren haben wir den so genannten Amazon-Effekt bemerkt, nämlich die fortwährende Kundenverschiebung hin zum Online-Shopping“, so Zuydgeest. Verbraucher hätten sich einfach daran gewöhnt, ihre Produkte im Internet zu bestellen. Da Amazon schon lange in Deutschland und Großbritannien präsent ist, wundert es nicht, dass Verbraucher in diesen Ländern die meisten Heimwerkerprodukte online kaufen.

Konservative Franzosen

Der französische Verbraucher ist laut Studie etwas konservativer. Trotz der Ausweitung des Onlinekanals in Frankreich bleibt die Mehrheit der französischen Konsumenten ihren traditionellen Einkaufsgewohnheiten treu und kauft ihre DIY-Produkte im Baumarkt. Dieses Verhalten sei auch auf die gute stationäre Performance von Leroy Merlin zurückzuführen. Leroy Merlin habe einen starken Fokus auf Service und Erreichbarkeit, und der französische Verbraucher wisse das zu schätzen und besuche gerne Ladengeschäfte. Allerdings erwarten die Marktforscher, dass in Zukunft mehr Produkte von den Franzosen online gekauft würden. Einerseits stärke erweitert Leroy Merlin seinen Online-Kanal und andererseits melde der Online-Anbieter ManoMano in den letzten Jahren ein erhebliches Wachstum.

Der Anteil der online verkauften Produkte für Heimwerker ist je nach Land sehr unterschiedlich, da das Einkaufsverhalten der Käufer unterschiedlich ist. Im Schnitt liegt er in Europa bei 5,7 Prozent. Unterschiede gibt es allerdings auch in den Produktkategorien. Kategorien wie Farben und Klebstoffe liegen derzeit bei einem Online-Anteil von etwa 4 Prozent, während bereits jedes fünfte verkaufte Elektrowerkzeug in Europa nicht mehr über die stationäre Ladentheke geht, sondern von einem Online-Händler versandt wird.

Die USP Marketing Consultancy geht davon aus, dass die europäischen Verbraucher Produkte für Heimwerker immer häufiger online kaufen werden. Allerdings werde es weiterhin Unterschiede in den Ländern und Produktkategorien geben. Eine konkrete Vorhersage sei schwer zu treffen.

11.09.2018