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Palettentausch mit Blockchain möglich

Rund 30 Unternehmen haben unter dem Dach von GS1 Germany an der Entwicklung einer Blockchain-basierten Lösung für den Palettentauschprozess gearbeitet. Jetzt ist der Prototyp fertig.

gs1 blockchain
Teilansicht auf der mobilen Anwendung
Foto: SAP

Blockchain ist mehr als nur die Anwendung einer Technologie – das haben die rund 30 Unternehmen aus Handel, Industrie, Logistik, IT, Beratung, der Gründer-Szene, Verbänden und Wissenschaft bereits gelernt. Blockchain schafft Transparenz und erfordert neue Organisationsstrukturen und Prozessabläufe – auch bei einem vermeintlich unspektakulären Thema wie dem Palettentauschprozess. Die Erkenntnisse aus den letzten Wochen, in denen die Projekt-Teilnehmer die Systemarchitektur, die Governance-Regeln und den Tauschprozess abgestimmt haben, sind auch in den Prototyp eingeflossen, den SAP entwickelt und nun fertiggestellt hat. „Blockchain kann die gemeinsame Nutzung von Daten und damit den Einblick in komplexe, unternehmensübergreifende Abläufe neu definieren“, sagt Torsten Zube, Head of Blockchain bei SAP. „Dieses Pilotprojekt ist daher essentiell, um die neue Realität im Praxistest zu erforschen und einen Mehrwert für alle Beteiligten erzeugen zu können. Der Prototyp ist ein erster großer Schritt auf dem Weg dorthin.“

Palettentausch per Klick verwalten

Der Prototyp besteht aus drei Komponenten: Den ersten Baustein bildet eine mobile Anwendung für diejenigen Personen, die den Tauschprozess tatsächlich durchführen – sprich: Mitarbeiter an der Laderampe, im Lager, im Werk oder LKW-Fahrer. Bislang füllten sie Palettenscheine in Papierform händisch aus, mussten sie unterschreiben, Durchschläge an entsprechende Verantwortliche verteilen und am Ende alle Daten digital erfassen, um sie in eigenen proprietären Systemen zu dokumentieren. Ein sehr umständliches und fehleranfälliges System. Die mobile Blockchain-Anwendung dagegen soll es ermöglichen, per Smartphone oder Tablet und mit nur wenigen Klicks den Palettentausch zu erfassen, zu bestätigen und in der Blockchain zu dokumentieren.

Anwendung in Echtzeit

Die zweite Komponente des Prototyps bildet das Paletten-Portal. Diese Anwendung ist insbesondere für die Mitarbeiter im Bereich der Belegabwicklung relevant, da sie alle Transaktionen des eigenen Unternehmens abbildet und auch die Palettenkontostände direkt einsehbar macht. „Hier wird es wirklich transparent und wir bewegen uns in Richtung Echtzeit“, sagt Regina Haas-Hamannt, Projektleiterin und Innovationsverantwortliche bei GS1 Germany.

Der dritte Baustein

Die Blockchain auf Basis der MultiChain-Technologie ist der dritte Baustein und gleichzeitig das Herzstück der Lösung. Sie bildet die eigentliche technologische Grundlage für die Anwendung – alle Daten zu Transaktionen und Korrekturen werden hier erfasst und gespeichert. In dem Zusammenhang wurde auch die Frage der Transparenz im Pilotprojekt diskutiert. Um den Praxistest im Oktober so real wie möglich zu gestalten und viele Erkenntnisse für die Praxis zu gewinnen, haben sich alle Teilnehmer für volle Transparenz auf dieser Ebene ausgesprochen. Einblick in diese komplexe Welt haben dabei nur die entsprechenden IT-Verantwortlichen in den einzelnen Unternehmen. Sie können prüfen, ob im Rahmen eines Palettentauschs alle Daten wirklich reibungslos übertragen werden oder ob das System irgendwo hakt.

09.10.2018

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