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Heiß umkämpfter Markt

Der Münchener Markt ist in der Baumarktbranche in Deutschland einer der lukrativsten. Hier sitzt viel Geld. Entsprechend umkämpft ist die Region. Hagebau und Obi lieferten sich seinerzeit einen wahren Krimi.

Hagebaumarkt Unterföhring
Hagebau ist mit vier Märkten in München vertreten. Davon befindet sich einer in Unterföhring.
Foto: Hagebau

So etwas passiert nicht alle Tage. Im Herbst 2013 laufen alle Franchise-Märkte von Obi im Münchener Raum in einer konzertierten Aktion zur Hagebau über. Der Betreiber, die Schürmann-Gruppe, flaggt flugs um und betreibt drei Jahre lang die Märkte mit dem Soltauer Logo. Obi schäumt und ist wild entschlossen, sich den Münchener Markt nicht so einfach abnehmen zu lassen. Mithilfe extrem hoher Investitionen bauen die Wermelskirchener einen neuen Markt nach dem anderen auf. Die neue Konkurrenz spürt Schürmann, er steigt 2016 aus. Es folgt ein kurzes aber heftiges Bietergefecht um die Münchener Baumärkte in der Branche. Die Hagebau-Zentrale kann so gerade verhindern, dass die Märkte an die Konkurrenz fallen und kauft sie über ihre Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft selber. Bis heute sind sie in deren Besitz.

Hagebau hat die Nase vorne

Die Übernahmeschlacht hat die Konkurrenzsituation in München eher noch verschärft. Denn heute streiten zwei etwa gleich große Anbieter um die Vorherrschaft. Die Hagebau verfügt nach wie in München über die größte Verkaufsfläche in Summe: 32.800 Quadratmeter. Allerdings hat es Obi geschafft, ebenso vier Standorte mit insgesamt fast 30.000 Quadratmetern aufzubauen. Dicht gefolgt werden die beiden Kontrahenten von Bauhaus, das zwar nur zwei Standorte betreibt aber auch auf 28.000 Quadratmeter kommt. Vierter im Bunde ist Hornbach, der ebenfalls mit zwei Märkten beinahe 24.000 Quadratmetern Verkaufsfläche betreibt. Auch V-Markt und Toom verfügen über Märkte im Stadtgebiet. Mit Flächen von 17.000 bzw. 12.000 sind sie aber deutlich kleiner als die Konkurrenz.

Gesamte Flächenverteilung der Baumarkbetreiber in München
Einwohner: 1.450.000
Betreiber Anzahl VF gesamt in m² VF im Schnitt in m²
Hagebau 4 32.800 8.200
Obi 4 29.600 7.400
Toom 3 16.500 5.500
Hornbach 2 23.500 11.750
Bauhaus 2 28.000 14.000
V-Markt 2 12.000 6.000

Die beiden Anbieter mit den größten Märkten sind – wie häufig auch in anderen teilen Deutschlands – Bauhaus und Hornbach. Ihre Märkte bieten fast 12.000 Quadratmeter im Schnitt. Die übrigen Anbieter halten deutlich kleinere Outlets offen. Das spiegelt sich auch in der Größenverteilung der Münchener Baumärkte grundsätzlich. Kleinflächenkonzepte bis 3.000 Quadratmeter existieren unter den 17 Outlets im Stadtgebiet gar nicht. Die besten vier Märkte rangieren in der 5.000-Quadratmeter-Kategorie. Es dominieren aber klar die Big Boxes mit 10.000 und mehr Quadratmetern. So liegt der durchschnittliche Münchener Baumarkt mit fast 8.400 Quadratmetern Verkaufsfläche auch beinahe 1.800 Quadratmeter über dem Bundesschnitt. Die Bayern müssen es eben immer etwas größer machen.

baumarktmanager hat sich nicht nur München angeschaut, auch die anderen Regionen wurden ganz genau unter die Lupe genommen. Die weiteren Regionaldaten finden Sie in unserem Dossier Marktdaten.

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19.08.2018