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Smarte Logistik für die Kundenbindung

Das Einkaufsverhalten der Kunden ändert sich. Jeder zweite Baumarktkunde informiert sich heute vor seinem Einkauf online über die Produktauswahl. Baumärkte müssen sich im Kampf mit reinen Onlinehändlern folglich abheben.

Beim Dropshipment kommt die Ware vom Erzeuger zum Endkunden, ohne jemals physisch im Baumarkt vorhanden gewesen zu sein.
Beim Dropshipment kommt die Ware vom Erzeuger zum Endkunden, ohne jemals physisch im Baumarkt vorhanden gewesen zu sein.
Foto: James Hardie

Das Einkaufsverhalten der Kunden ändert sich. Jeder zweite Baumarktkunde informiert sich heute vor seinem Einkauf online über die Produktauswahl. Baumärkte müssen sich im Kampf mit reinen Onlinehändlern folglich abheben.

Online verschiedene Baustoffe, Gartenmöbel und Werkzeuge vergleichen, mit wenigen Klicks einen passenden Beratungstermin im nächstgelegenen Baumarkt vereinbaren, die Waren vor Ort bezahlen und zum Wunschtermin nach Hause liefern lassen – all das machen Baumärkte heute möglich, um Kunden zu gewinnen und zu binden. Für Logistiker bedeutet dies, in Zeiten der Kundenansprache mit Cross- und Omnichannel-Geschäftsmodellen moderne Vertriebslösungen anzubieten, um den zukünftigen Her­ausforderungen erfolgreich zu begegnen.

Logistische Faktoren wie Warenverfügbarkeit, flexible Nachbestellung oder Belieferung sind mittlerweile Teil eines positiven Einkaufserlebnisses. Eine Möglichkeit, Kunden einen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig das Produktangebot zu vergrößern, ohne eine bauliche Erweiterung des Baumarktes, ist das sogenannte Dropshipment. Dabei kommt die Ware vom Hersteller zum Endkunden, ohne jemals physisch im Baumarkt vorhanden gewesen zu sein. Der Konsument bestellt beim Händler eine Ware, zum Beispiel anhand eines Musters. Diese Bestellung wird gleichzeitig für den Hersteller und den Logistiker im System sichtbar. Der Logistikdienstleister holt anschließend die Ware beim Hersteller ab und bringt sie auf direktem Weg zum Konsumenten. Damit das, was sich in der Theorie einfach anhört, in der Praxis reibungslos funktionieren kann, ist eine intelligente IT-Architektur zwingend notwendig. Denn nicht nur der Konsument will zu jeder Zeit wissen, wo sich seine Ware befindet, auch Hersteller, Logistiker und Händler müssen eng verknüpft werden und ihre Prozesse aufeinander abstimmen.

Datenqualität und Vernetzung

„Die fortschreitende Digitalisierung der Prozesse in der Logistik bietet die Chance auf erweiterte Kenntnisse und damit Realisierung von Potenzialen zur Effizienzsteigerung der Lieferketten“, erklärt Markus Schering, Chef von SynLOG, einer Logistik-Initiative der Branchenverbände IVG und HHG. Das sieht auch der Logistik-Dienstleister Dachser so: „Datenqualität und Vernetzung werden ebenfalls immer mehr zum Erfolgsfaktor für die Bau- und Gartenmarktbranche, insbesondere im Hinblick auf die Logistik. Dachser investiert daher bereits seit Langem in eine eigene, tief-integrierte IT-Landschaft.

Auch die Nutzfahrzeughersteller statten ihre Lkw inzwischen mit digitalen Devices aus. Auf der letzten Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge präsentierte die Daimler Fleetboard GmbH erstmals die neue Weiterentwicklung des sogenannten Fleetboard Cockpits. Dabei handelt es sich um eine neue, intuitiv bedienbare webbasierte Oberfläche, auf der alle Daten aus den jeweilig gebuchten Diensten übersichtlich vereint werden. Dabei haben Disponenten in der Spedition die Möglichkeit, die vielfältigen Informationen auf das notwendige Maß zu reduzieren. Auf seinen Bildschirmen sieht der Disponent nur die für ihn aktuelle Tour mit den notwendigen Informationen. Angezeigt werden auch Meldungen, bei denen Handlungsbedarf besteht, etwa die Änderungen einer Tour oder eine drohende Zeitüberschreitung. Dabei muss der Disponent nicht mehr zwischen unterschiedlichen Ansichten und Bildschirmen wechseln, sondern kann einen gesamten Arbeitsprozess mit nur wenigen Klicks durchlaufen. Per App machen die Softwareentwickler sogar die totale Überwachung von Fahrzeug (Spritdetektiv) und Fahrer (Fahrweise, Ruhezeiten) möglich.

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06.08.2019