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Steigende Rohstoffpreise setzen Farbenindustrie unter Druck

Die europäische Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenindustrie kämpft mit steigenden Rohstoffpreisen. Trotz enormer Auswirkungen für die Branche sei die Industrie bemüht, die Risiken für die Kunden zu reduzieren, so der Verband CEPE.

Farbroller Renovieren Farbe Walze
Steigende Rohstoffpreise stellen die Farbproduzenten vor Herausforderungen.
Foto: Pexels/Malte Luk

„Nach einem Jahr, das von der COVID-19-Pandemie geprägt war, steht unsere Branche 2021 aufgrund des Anstiegs der Rohstoffpreise erneut vor großen Herausforderungen“, sagt André Vieira de Castro, Vorsitzender des Verbands der europäischen Lack-, Druckfarben- und Künstlerfarbenindustrie (CEPE). Für den Anstieg gebe es mehrere Gründe: eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen aufgrund der erwarteten wirtschaftlichen Erholung, eine Verknappung der verfügbaren Rohstoffe wegen schlechter Wetterbedingungen und die Schließung mehrerer Werke, die Rohstofflieferanten sich auf „höhere Gewalt“ berufen lasse.

Zusätzlich erhöhten sich die Transportkosten durch den stark gestiegenen Ölpreis. Vieira de Castro: „Die Belastung für die Branche ist immens, da die Rohstoffpreise mehr als die Hälfte der Kosten ausmachen. Seit Januar sind die Kosten für Schlüsselkomponenten wie Epoxidharze in Europa um 60 Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es bei den Lösemitteln aus, allein der Preis für Aceton und n-Butylacetat ist dort um 123 beziehungsweise 91 Prozent gestiegen.“

Während die Farbenindustrie versuche, mit den aktuellen Unsicherheiten so gut wie möglich zurechtzukommen, „sollte der Druck des Weltmarkts den europäischen Entscheidungsträgern zu denken geben“, so der Verband. „Mehr Nachhaltigkeit ist unbestreitbar der Weg in die Zukunft, aber der globale Wettbewerb sollte bei den Maßnahmen des EU-Green-Deals nicht außer Acht gelassen werden. Europa braucht unbedingt eine starke Chemieindustrie mit Fabriken in Europa, um autarker zu sein, sonst ist die europäische Wirtschaft als Ganzes gefährdet“, sagt Vieira de Castro.

19.03.2021