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Toolineo: Spekulation und Gegendarstellung

In der Branche mehren sich Gerüchte, die E/D/E Online -Plattform Toolineo könne die Erwartungen nicht erfüllen: zu wenig Artikel, zu hohe Preise, fehlender Mehrwert für den Kunden. Das E/D/E sieht die Sache anders.

Toolineo screen

Kritiker der Plattform geben zu bedenken, dass die Seite zwar insgesamt gut aufgestellt sei und der technische und finanzielle Background nahezu perfekt scheine. Negativ werden offenbar jedoch der Lock-in-Effekt und das Angebot beurteilt. Es seien zu wenig Artikel gelistet und nicht genug stationäre Händler angedockt, um die Plattform im Wettbewerb mit Pure-Playern attraktiv zu gestalten, heißt es. Auch böte sie keinen entscheidenden Mehrwert für den Kunden, etwa in Form besonders schneller Lieferzeiten oder gestreckter Zahlungsziele. Auch die Preise seien zu hoch für Kunden, die über Amazon und Google mit einem Klick die absolute Preistransparenz für die von ihnen gesuchten Produkte abrufen könnten. Zwar hat sich laut Online-Vergleichsplattformen wie Traffic Analyse Tool similarweb.de der Zugriff auf die Plattform zum Jahresende deutlich verbessert. Demnach konnte Toolineo den Traffic seiner Unique User von monatlich 140.000 Besuchern im Sommer auf über 300.000 im Dezember mehr als verdoppeln. Der etablierte Wettbewerber Contorion bringt es jedoch auf stabile 500.000. Ob der Zuwachs also dauerhaft ausreicht, bleibt für Branchenbeobachter fraglich. Immerhin, räumt man ein, habe das E/D/E möglicherweise selbst Handlungsbedarf ausgemacht und arbeite bereits am Problem. So könnte die Optimierung der Seite für Suchmaschinen und/oder die Erweiterung des Sortiments zu positiven Impulsen geführt haben.

Händlernetz ausgebaut

In Wuppertal begegnet man derlei Spekulationen sachlich. Nachdem aktuell alle onlinefähigen Zentrallagerartikel auf Toolineo verfügbar seien, laufe seit Herbst die Anbindung der Händlerläger. Damit würden weiteren Rahmenbedingungen geschaffen, um das Sortiment von heute 80.000 auf zunächst 200.000 Artikel bis Ende 2017 zu steigern, erklärt Toolineo-Geschäftsführer Hendrik Sassmann. Danach werde man den Sortimentsausbau weiter vorantreiben, um das komplette onlinerelevante PVH-Sortiment auf Toolineo abzubilden. Seit dem GoLive im Dezember 2015 habe man Traffic, Umsatz, Sortimente und Händlernetz kontinuierlich ausgebaut. Alle Kernkennzahlen entwickelten sich positiv, zum Beispiel auch die Wiederkaufsquote und die Marketingeffizienz. Damit sei nach einem Jahr eine gute Grundlage gelegt, um Toolineo zu skalieren. Für die Preisgestaltung auf Toolineo seien die Händler allein verantwortlich. Natürlich gäbe es auch Artikel, bei denen der Preis auf Toolineo nicht attraktiv sei. Dafür schaffe man für viele Artikel überhaupt erst ein Angebot, das ansonsten nur spärlich online verfügbar wäre. Auch die Zahl der angeschlossenen Händler soll in 2017 von aktuell 20 auf 50 wachsen.

Bleibt für Kritiker noch der Blick auf die Bounce-Rate. Diese beschreibt die Absprungrate vom Marktplatz bevor ein Kauf getätigt wurde und soll bei Toolineo mit mehr als 70 Prozent recht hoch ausfallen. Die Gründe dafür können jedoch vielschichtig sein und sagten unterm Strich nichts über die Umsatzentwicklung aus, relativiert ein Branchenbeobachter.

ko

01.02.2017