Online Handel 2
Online-Händler leiden unter den hohen Energiepreisen. (Quelle: fotolia)

22. September 2022 | Teilen auf:

Umfrage: Online-Händler stark von der aktuellen Krise betrofen

Die zusätzlichen Belastungen durch Inflation, Lieferschwierigkeiten und steigende Energiepreise belasten den deutschen Online-Handel. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Statista in Zusammenarbeit mit eBay Deutschland unter 787 kleinen und mittelgroßen Online-Händlern durchgeführt hat.

Demnach gibt mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten an, stark oder sehr stark von den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen betroffen zu sein. Die europaweite Inflation senkt laut aktueller Zahlen der GfK das Konsumklima in Deutschland. Die schlechte Stimmung unter Verbrauchernwird von zwei weiteren Herausforderungen für Händler begleitet:

Zum einen steigen die Energiepreise. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, Energie einsparen zu wollen (54 Prozent), zudem setzen bereits 29 Prozent ihre Rücklagen ein. Das hat direkte Folgen für Verbraucher: Denn 56 Prozent der befragten Unternehmen wollen mit einer Erhöhung der Preise für ihre Waren auf die steigenden Energiepreise reagieren.

Lieferengpässe bereiten Probleme

Rund einem Drittel (33 Prozent) der befragten Online-Händler bereiten neben den erhöhten Energiepreisen auch anhaltende Lieferschwierigkeiten starke oder sehr starke Probleme. Im Schnitt besser auf Lieferprobleme eingestellt sind vor allem Händler, die neben Neuware auch gebrauchte, generalüberholte oder B-Ware in ihrem Sortiment führen. Nur 22 Prozent aus dieser Gruppe sind stark oder sehr stark betroffen, wohingegen jeder Zweite (57 Prozent) keine oder nur geringe Probleme mit Lieferschwierigkeiten hat.

Der Online-Handel stellt der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus: 62 Prozent der befragten Händler bewerten die Arbeit der Bundesregierung in Bezug auf den Online-Handel als schlecht oder sogar sehr schlecht. Neben Inflation, Energiepreisen und Lieferengpässen sind die Herausforderungen, mit denen sich Händler aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben konfrontiert sehen, Grund für das negative Stimmungsbild. So fühlt sich rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten schlecht oder sehr schlecht auf das anstehende Elektrogesetz und die damit einhergehenden erweiterten Rücknahmepflichten vorbereitet. Dasselbe gilt für das Verpackungsgesetz (25 Prozent) und die damit verbundene Verpackungs-Kontrollpflicht für Online-Marktplätze.

"Die Ergebnisse der nun durchgeführten Studie unterstreichen", so Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE), "dass die Politik jetzt sehr sensibel sein muss und keineswegs neue Belastungen für den Handel in Deutschland beschließen darf. Wir brauchen ein Belastungsmoratorium. Ansonsten gerät die Vielfalt aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen massiv unter Druck und in Existenzgefahr.”

zuletzt editiert am 22.09.2022