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Umsatzplus im stationären Einzelhandel in Europa erwartet

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erwartet im Jahr 2019 für den stationären Einzelhandel ein nominales Umsatzwachstum von 2,0 Prozent in den 27 EU-Staaten. Hierzu wurden die Kennziffern Kaufkraft, Einzelhandelsumsatz sowie Einzelhandelsanteil an den Gesamtausgaben der Bevölkerung analysiert.

GfK Kaufkraft Europa 2018
Stärkste Kaufkraft ist in den rot markierten Ländern vorhanden, die schwächste in den blauen Regionen.
Foto: GfK

Wie die GfK mitteilt, werden die höchsten Zuwachsraten, was den Umsatz auf der Einzelhandelsfläche angeht, für Rumänien (+7,0 Prozent) und Litauen (+5,9 Prozent) erwartet. Aber auch in Spanien (+2,4 Prozent) und Frankreich (+2,8 Prozent) sollte eine positive Entwicklung zu beobachten sein.

Die Mehrzahl der europäischen Verbraucher befindet sich aktuell in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite drohen Brexit, Handelskonflikte und schwächere Wachstumsperspektiven in wichtigen Exportmärkten wie China, auf der anderen Seite bleibt der Arbeitsmarkt robust, die Lohnzuwächse steigen und die Preise für Rohöl sind moderat. Vor diesem Hintergrund hat der Bereich Geomarketing von GfK verschiedene Schlüsselindikatoren des europäischen Einzelhandels untersucht und in der kostenfreien Studie „Einzelhandel Europa“ zusammengefasst.

Studienleiter Dr. Johannes Schamel erklärt: „Für die EU-27 Staaten erwartet GfK für 2019 ein nominales Umsatzwachstum im stationären Einzelhandel von zwei Prozent. Ein Wert, der nur leicht über der Inflationsrate liegt und in etwa dem Wachstumstempo des vergangenen Jahres entspricht.“

Die wichtigsten Ergebnisse

Kaufkraft: Im Jahr 2018 standen jedem Bürger der EU-27 Staaten im Schnitt 16.878 Euro an Kaufkraft zur Verfügung. Das entspricht einem nominalen Zuwachs von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die zehn EU-Staaten mit den höchsten pro-Kopf-Gewinnen an Kaufkraft im vergangenen Jahr waren allesamt Staaten, die erst mit oder nach der Osterweiterung in die EU aufgenommen wurden und über eine unterdurchschnittliche Kaufkraft verfügen.

Umsatzprognose 2019: Angesichts eines weiter dynamisch wachsenden Online-Handels erwartet GfK für die verbliebenen EU-27 Staaten ein nominales Umsatzwachstum von 2,0 Prozent. Die höchsten Zuwachsraten unter den EU-Staaten werden für Rumänien (+7,0 Prozent) und Litauen (+5,9 Prozent) erwartet.

Inflation: Bereits Ende 2018 deuteten sinkende Energiepreise darauf hin, dass das Preissteigerungsniveau in der EU nachlassen wird. Neben den weiterhin drohenden Handelskonflikten mit den USA trübt zudem die zu Jahresbeginn 2019 schwächelnde europäische Konjunktur die Stimmung unter den Ökonomen. Dementsprechend fällt die Prognose der Teuerungsrate für die Europäische Union mit 1,6 Prozent im Jahr 2019 etwas verhalten aus.

Verkaufsflächenausstattung: Zwar erzielte die Summe aller betrachteten Länder auch 2018 ein Verkaufsflächenplus, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau als in den Vorjahren. So hielt sich das EU-weite Einwohner- und Verkaufsflächenwachstum 2018 die Waage. Die Pro-Kopf-Verkaufsfläche verharrte beim Vorjahreswert von 1,13 Quadratmetern. Zu den Top 3 bei der Pro-Kopf-Ausstattung zählen die Beneluxstaaten Belgien (1,66 Quadratmeter) und Niederlande (1,60 Quadratmeter) sowie Österreich (1,62 Quadratmeter).

Flächenproduktivität: Europaweit gab es mit Blick auf die Flächenproduktivität im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung im Spitzentrio. Luxemburg bleibt unangefochtener Spitzenreiter (rund 7.250 Euro/Quadratmeter) und konnte seine Flächenleistung 2018 sogar noch leicht steigern (+1,40 Prozent). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Norwegen (6.430 Euro/Quadratmeter) und die Schweiz (6.220 Euro/Quadratmeter). Analog zur Verkaufsflächenausstattung ist die Spannbreite der Flächenproduktivität zwischen den betrachteten europäischen Ländern weiterhin groß. Die Umsatzleistung der Einzelhändler nimmt je weiter man nach Osten beziehungsweise Südosten blickt deutlich ab.

Die GfK-Studie zum Einzelhandel in Europa 2019 ist kostenfrei erhältlich.

09.05.2019