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Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn im Einzelhandel

Am Mittwoch ist in Baden-Württemberg der Startschuss für die Tarifrunde im Einzelhandel gefallen. Die Gewerkschaft Verdi fordert Lohnsteigerungen von 6,5 Prozent, der Handelsverband hält dies für überzogen.

Verdi Amazon Gürleback
Dass demnächst wieder Mitarbeiter im Einzelhandel die Arbeit niederlegen, ist nicht ausgeschlossen.
Foto: Verdi/Thomas Gürlebeck

Gestartet sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Einzelhandel in Baden-Württemberg in Korntal-Münchingen, heute beginnen die Gespräche in Nordrhein-Westfalen. Die Gewerkschaft Verdi fordert in vielen Bundesländern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent. Zudem soll das tarifliche Mindesteinkommen bei mindestens 2.100 Euro festgelegt werden.

Für die Gewerkschaft ist es besonders wichtig, dass die Allgemeinverbindlichkeit wieder hergestellt wird. Mit anderen Worten: Die Tarifverträge sollen verpflichtend für alle Arbeitgeber einer Branche gelten. Genau diese Allgemeinverbindlichkeit war im Einzelhandel von Arbeitgeberseite zur Jahrtausendwende von Bundesland zu Bundesland aufgekündigt worden. Seitdem halten sich laut Verdi immer weniger Händler freiwillig an den Tarifvertrag. Eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent bedeutet für viele Beschäftigte ein Plus von einem Euro pro Stunde.

Wie die Zeitung "Welt" berichtet, hat der Verhandlungsführer des Handelsverbands, Philip Merten, nur wenig Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaft: „Wenn man die Entwicklung unserer Branche betrachtet und die chronisch schwachen Margen in Kombination mit hohen Investitionsanforderungen im stationären Handel im Auge hat – nicht zu vergessen die Umsatzverluste durch den stärker werdenden Internethandel – dann sind diese Forderungen überzogen und unverantwortlich.“

18.04.2019